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Thripse bei Cannabis – Schadbild erkennen & Befall stoppen

Thripsbefall erkennen, richtig einordnen und nachhaltig reduzieren

Aktualisiert: August 2026 | Erfahre, wie du Thripse bei Cannabis erkennst, welche silbrigen Fraßspuren und schwarzen Kotpunkte typisch sind, wie sich Thripse von Spinnmilben unterscheiden und welche mechanischen, biologischen und vorbeugenden Maßnahmen sinnvoll sind.
Autor: Cannapot Grow Team | Lesezeit: ungefähr fünfundzwanzig Minuten

Thripse bei Cannabis – Schadbild mit silbrigen Flecken und schwarzen Kotpunkten

Das Wichtigste auf einen Blick

✓ Thripse sind schmale, meist nur etwa ein bis zwei Millimeter große Insekten. Ein Befall zeigt sich bei Cannabis häufig zuerst durch silbrig-graue, stumpfe oder wie abgeschabte Blattflächen sowie kleine schwarze Kotpunkte.

✓ Junge Thripslarven sind meist hell, gelblich bis fast durchsichtig und halten sich bevorzugt an geschützten Stellen und auf Blattunterseiten auf. Erwachsene Thripse sind länglich, beweglich und je nach Art gelblich, braun oder deutlich dunkler gefärbt.

✓ Thripse lassen sich meist gut von Spinnmilben unterscheiden: Typisch sind silbrige Fraßspuren und schwarze Kotpunkte. Spinnmilben verursachen dagegen eher eine feine helle Punktierung der Blätter und bei stärkerem Befall charakteristische Gespinste.

✓ Eine einzelne Maßnahme reicht häufig nicht aus. Eier können geschützt im Pflanzengewebe liegen, Larven fressen an den oberirdischen Pflanzenteilen und Vorpuppen beziehungsweise Puppen befinden sich bei wichtigen Thripsarten häufig im Substrat oder an anderen geschützten Stellen.

✓ Nützlinge lassen sich gezielt gegen verschiedene Stadien einsetzen. Raubmilben wie Neoseiulus cucumeris oder Amblyseius swirskii bekämpfen vor allem junge Thripslarven, während Orius-Raubwanzen auch größere Larven und erwachsene Thripse erbeuten.

✓ Vorbeugen lässt sich vor allem durch regelmäßige Kontrolle: Neue Pflanzen zunächst getrennt halten, Blattunterseiten prüfen, Klebetafeln zum Monitoring einsetzen und Pflanzenreste entfernen. Nach einem Befall sollte der Bestand längerfristig kontrolliert werden, damit neu auftretende Thripse früh entdeckt werden.

Silbrige oder stumpf wirkende Stellen auf Cannabisblättern sehen auf den ersten Blick häufig wie ein Nährstoffmangel bei Cannabis, mechanischer Schaden oder beginnender Spinnmilbenbefall aus. Sitzen auf den betroffenen Blättern zusätzlich winzige längliche Tiere, helle Larven oder kleine schwarze Punkte, solltest du jedoch gezielt nach Thripsen suchen. Diese Fransenflügler können sowohl Indoor als auch Outdoor auftreten und sich bei günstigen Bedingungen über mehrere Generationen in einem Pflanzenbestand halten.

Für eine zuverlässige Bekämpfung reicht es nicht, nur die sichtbaren erwachsenen Tiere zu entfernen. Thripse durchlaufen Eier-, Larven-, Vorpuppen-, Puppen- und Adultstadien. Einige dieser Stadien befinden sich direkt auf oder in der Pflanze, andere bei wichtigen Arten häufig im Substrat oder an geschützten Stellen. Deshalb ist eine Kombination aus genauer Diagnose, mechanischer Reduktion, Monitoring, biologischen Maßnahmen und konsequenter Nachkontrolle meist sinnvoller als eine einzelne Maßnahme.


Was sind Thripse bei Cannabis?

Thripse sind winzige, schmale Insekten, die Cannabisblätter, junge Triebe und andere Pflanzenteile schädigen können. Typische Anzeichen sind silbrig-graue oder wie abgeschabte Stellen auf den Blättern, häufig begleitet von kleinen schwarzen Kotpunkten.

Thripse gehören zur Ordnung der Thysanoptera und werden auch Fransenflügler oder Blasenfüße genannt. Im Pflanzenbau sind unter anderem Frankliniella occidentalis, der Kalifornische Blütenthrips, und Thrips tabaci von Bedeutung. Anders als Spinnmilben sind Thripse keine Milben, sondern Insekten. Erwachsene Tiere besitzen einen schmalen, länglichen Körper und sehr schmale Flügel mit auffälligen Fransen an den Rändern – daher stammt auch die Bezeichnung Fransenflügler.

Beim Fressen verletzen pflanzenschädigende Thripse oberflächennahe Zellen und nehmen deren Inhalt auf. Die betroffenen Zellen werden dabei beschädigt und reflektieren das Licht anders als gesundes Blattgewebe. Dadurch entstehen die charakteristischen silbrigen, hellen oder stumpf wirkenden Fraßspuren, die einen Thripsbefall bei Cannabis häufig schon früh sichtbar machen.

Typisch für Thripse: Achte besonders auf silbrig-graue Fraßspuren, kleine schwarze Kotpunkte und winzige längliche Tiere auf den Blättern. Junge Larven sind meist hell bis gelblich, während erwachsene Thripse je nach Art deutlich dunkler gefärbt sein können.

Wie sehen Thripse und ihre Larven aus?

Adulte Thripse wirken mit bloßem Auge wie sehr kleine, schmale und bewegliche Striche. Die Larven sind ähnlich länglich, aber meist heller, flügellos und je nach Stadium weißlich, gelblich oder orangegelb.

Viele gartenbaulich relevante Thripse sind ungefähr ein bis zwei Millimeter lang. Ihre geringe Größe macht die Bestimmung ohne Lupe schwierig. Bei Frankliniella occidentalis können erwachsene Weibchen farblich von hell bis fast schwarz variieren. Die Larven sind zunächst durchsichtig bis weißlich und werden später gelblich bis orangegelb. Bei einer Kontrolle wirken sie oft wie winzige helle Stäbchen, die sich langsam über das Blatt bewegen.

Die adulten Tiere besitzen voll entwickelte, schmale Flügel. Die beiden Ruhephasen vor dem erwachsenen Stadium – Vorpuppe und Puppe – zeigen bereits Flügelanlagen, fressen aber nicht. Bei Frankliniella occidentalis findet die Verpuppung häufig im Boden statt, sie kann jedoch auch auf Blättern, in Blüten oder an anderen geschützten Stellen erfolgen.

Stadium Typisches Aussehen Wo du es finden kannst
Ei Mit bloßem Auge kaum sichtbar Bei wichtigen Arten direkt in weichem Pflanzengewebe
Larve I / II Hell, schmal, flügellos; weißlich bis gelblich oder orangegelb Auf Blättern, jungen Trieben und geschützten Pflanzenbereichen
Vorpuppe / Puppe Mit sichtbaren Flügelanlagen, wenig beweglich und nicht fressend Häufig im Substrat oder an geschützten Stellen
Adult Sehr schmal, etwa 1–2 mm, je nach Art und Form hell bis dunkel, mit Fransenflügeln Auf Blättern, Trieben und Blüten; flugfähige Tiere auch auf Klebetafeln

Aussehen von Thripsen und Larven auf Cannabis

Wie erkennst du einen Thripsbefall an Cannabis?

Typische Anzeichen für Thripse bei Cannabis sind silbrig-graue oder wie abgeschabte Stellen auf den Blättern, kleine schwarze Kotpunkte und winzige längliche Tiere. Besonders aussagekräftig ist die Kombination mehrerer dieser Merkmale.

Ein beginnender Befall fällt häufig nur durch einzelne kurze silbrige Linien, helle Sprenkel oder unregelmäßige Fraßspuren auf. Diese können zunächst auf kleine Bereiche eines Blattes begrenzt bleiben und werden deshalb leicht übersehen. Mit zunehmendem Befall vergrößern sich die geschädigten Flächen, wirken stumpf oder silbrig und können später bräunlich werden oder austrocknen.

Ein weiterer wichtiger Hinweis sind kleine schwarze bis dunkelbraune Punkte direkt auf oder neben den geschädigten Stellen. Dabei handelt es sich häufig um Kot der Thripse. Findest du neben solchen Kotpunkten auch silbrige Fraßspuren und längliche helle Larven oder erwachsene Thripse, spricht dies deutlich stärker für einen Befall als eine einzelne Blattverfärbung allein.

Befallsstadium Typische Anzeichen Was du zusätzlich prüfen solltest
Früh Einzelne silbrige Sprenkel, kurze helle Streifen, wenige dunkle Punkte Blattunterseiten und junge Blätter mit Lupe kontrollieren
Mittel Größere silbrig-graue Flächen, mehrere Kotpunkte, sichtbare Larven oder adulte Tiere Benachbarte Pflanzen sowie Klebetafeln kontrollieren
Stark Großflächige Schäden, matte oder trockene Blätter, deformierter Neuaustrieb und gebremstes Wachstum Gesamten Bestand und Substratstrategie einbeziehen

Warum entstehen silbrige Flecken und schwarze Punkte?

Die silbrigen Bereiche entstehen, weil Thripse oberflächennahe Pflanzenzellen verletzen und aussaugen. Die geschädigten beziehungsweise geleerten Zellen reflektieren das Licht anders als gesundes Blattgewebe.

Dadurch wirken die betroffenen Stellen zunächst silbergrau, hell oder stumpf. Bei längerem oder stärkerem Befall kann sich das geschädigte Gewebe weiter verfärben, austrocknen oder nekrotisch werden. Befinden sich die Schäden an sehr jungen Blättern, können diese sich beim weiteren Wachstum verformen, einrollen oder ungleichmäßig entwickeln.

Die dunklen Punkte entstehen dagegen nicht durch das Pflanzengewebe selbst. Es handelt sich um den Kot der Thripse. Besonders wenn sich kleine schwarze Punkte direkt neben silbrigen Fraßspuren befinden, ist dies ein starker Hinweis auf einen Thripsbefall.

Merke: Silbrige Blattstellen allein reichen für eine sichere Diagnose nicht aus. Typisch für einen Thripsbefall ist die Kombination aus silbrigen Fraßspuren, kleinen schwarzen Kotpunkten und sichtbaren hellen Larven oder länglichen erwachsenen Thripsen.

Nicht jede auffällige Blattveränderung wird durch Thripse verursacht. Einen Überblick über weitere typische Schadbilder, Krankheiten und andere Ursachen findest du in unserer Übersicht zu Cannabis Pflanzenproblemen & Krankheiten.

Welche Schäden verursachen Thripse an Cannabis?

Thripse schädigen Cannabis vor allem durch den Verlust funktionsfähiger Blattfläche. Bei starkem Befall können junge Blätter verkrüppeln, das Wachstum gebremst werden und größere Blattbereiche absterben.

Ein einzelner kleiner Fraßfleck ist für eine kräftige Cannabispflanze normalerweise kein existenzielles Problem. Kritischer wird ein Befall, wenn sich die Population weiterentwickelt und immer neue Blätter beschädigt. Da die betroffenen Zellen weniger oder keine Photosynthese mehr leisten können, sinkt die nutzbare Blattfläche. Bei Jungpflanzen und kleinen Pflanzen kann sich dieser Effekt schneller bemerkbar machen als bei großen, bereits gut etablierten Exemplaren.

Besonders empfindlich ist frisches, noch wachsendes Gewebe. Werden junge Blätter oder Triebspitzen wiederholt geschädigt, können sie sich verformen oder im Wachstum zurückbleiben. An Blüten können Thripse ebenfalls auftreten, wobei dichte Pflanzenstrukturen die direkte Sichtkontrolle erschweren.

Thripse oder Spinnmilben – wie erkennst du den Unterschied?

Thripse und Spinnmilben können auf Cannabisblättern ähnliche helle Schäden hinterlassen. Typisch für Thripse sind jedoch eher silbrige, wie abgeschabte Fraßspuren und kleine schwarze Kotpunkte. Spinnmilben verursachen dagegen meist eine feine helle Punktierung und bei stärkerem Befall charakteristische Gespinste.

Besonders im frühen Stadium kann eine Verwechslung vorkommen. Achte deshalb nicht nur auf einzelne Flecken, sondern auf das gesamte Schadbild und die Tiere selbst. Thripse sind schmale, längliche Insekten und wirken mit bloßem Auge häufig wie winzige bewegliche Striche. Spinnmilben sind deutlich kleiner, eher rundlich bis oval und gehören zu den Spinnentieren. Feine Gespinste an Blattunterseiten, Blattstielen oder zwischen Pflanzenteilen sind ein besonders deutlicher Hinweis auf einen fortgeschrittenen Spinnmilbenbefall.

Merkmal Thripse Spinnmilben
Aussehen Schmal und länglich, wie ein winziger beweglicher Strich Sehr klein, eher rundlich bis oval und oft nur mit Lupe gut erkennbar
Typisches Schadbild Silbrige, stumpfe oder wie abgeschabte Flächen und Streifen Viele feine helle Punkte oder Sprenkel auf den Blättern
Schwarze Kotpunkte Häufig in oder neben den silbrigen Fraßspuren sichtbar Kein typisches Hauptmerkmal zur Erkennung
Gespinste Keine typischen Gespinste Bei fortgeschrittenem Befall charakteristisch
Entwicklung Vorpuppen und Puppen können sich bei wichtigen Arten im Substrat oder an geschützten Stellen befinden Kein vergleichbares Vorpuppen- oder Puppenstadium im Substrat

Siehst du statt silbriger Fraßspuren vor allem zahlreiche feine helle Punkte oder bereits Gespinste, solltest du einen Spinnmilbenbefall prüfen. In unserem ausführlichen Ratgeber zu Spinnmilben bei Cannabis findest du typische Schadbilder, Erkennungsmerkmale und geeignete Gegenmaßnahmen.

Thripse oder Spinnmilben bei Cannabis – Schadbilder im Vergleich

Wie verläuft der Lebenszyklus von Thripsen?

Thripse durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien: Ei, zwei fressende Larvenstadien, Vorpuppe, Puppe und schließlich das erwachsene Insekt. Dieser Lebenszyklus ist entscheidend für die Bekämpfung, denn nicht alle Stadien befinden sich am selben Ort oder lassen sich mit derselben Maßnahme erreichen.

Beim Kalifornischen Blütenthrips legt das Weibchen seine Eier mit einem Legeapparat direkt in weiches Pflanzengewebe ab, beispielsweise in Blätter, Blütenblätter oder junge Stängelbereiche. Dort sind die Eier vor vielen oberflächlich wirkenden Maßnahmen geschützt. Nach dem Schlupf folgen zwei bewegliche Larvenstadien. Die Larven fressen an der Pflanze und tragen wesentlich zu den sichtbaren Fraßschäden bei.

Anschließend entwickeln sich die Larven zur Vorpuppe und Puppe. Diese beiden Stadien nehmen keine Nahrung mehr auf. Bei Frankliniella occidentalis findet die Verpuppung häufig im Boden beziehungsweise Substrat statt, kann aber auch an Blättern, in Blüten oder anderen geschützten Bereichen erfolgen. Aus der Puppe schlüpft schließlich ein erwachsener Thrips, der die Pflanze erneut besiedeln und weitere Eier ablegen kann.

Entwicklungsstadium Wo & was passiert? Bedeutung für die Bekämpfung
Ei Geschützt im Pflanzengewebe Mit rein oberflächlich wirkenden Maßnahmen nur schwer zu erreichen
Larven Beweglich und fressend auf Blättern und anderen Pflanzenteilen Wichtiges Ziel von Raubmilben und geeigneten Kontaktmaßnahmen
Vorpuppe / Puppe Nicht fressend; bei wichtigen Arten häufig im Substrat oder an geschützten Stellen Bodenraubmilben oder geeignete Nematoden können die Bekämpfung ergänzen
Erwachsener Thrips Beweglich, geflügelt und zur weiteren Eiablage fähig Klebetafeln unterstützen das Monitoring; Orius-Raubwanzen können auch adulte Thripse erbeuten
Warum eine Behandlung oft nicht reicht: Während sichtbare Larven und erwachsene Thripse reduziert werden, können gleichzeitig geschützte Eier im Pflanzengewebe und Puppen im Substrat vorhanden sein. Deshalb sollte ein Befall über einen längeren Zeitraum kontrolliert und die Bekämpfung an mehreren Entwicklungsstadien angesetzt werden.

Lebenszyklus von Thripsen bei Cannabis

Wie kommen Thripse in den Grow?

Thripse entstehen nicht durch falsche Pflege. Sie müssen in den Pflanzenbestand gelangen – beispielsweise über neue Pflanzen oder Stecklinge, durch Zuflug von außen oder über bereits befallenes Pflanzenmaterial.

Indoor sind neu eingebrachte Pflanzen ein besonders wichtiger Risikofaktor. Ein Steckling oder eine andere Pflanze kann bereits Eier im Gewebe oder unauffällige Larven tragen, obwohl beim ersten Blick keine deutlichen Schäden sichtbar sind. Auch andere Zimmerpflanzen in der Nähe eines Growbereichs können als Wirt dienen.

Outdoor können Thripse von umliegenden Wirtspflanzen zufliegen beziehungsweise mit Luftströmungen verfrachtet werden. Thripse sind zwar keine besonders starken Dauerflieger, können aber durch Wind über größere Distanzen verteilt werden. Deshalb lässt sich ein Outdoor-Bestand nicht vollständig gegen eine Zuwanderung abschirmen.

Wichtig: Hohe Temperaturen oder trockene Bedingungen „erzeugen“ keine Thripse. Sie können jedoch bei bestimmten Arten die Entwicklung und Populationszunahme beschleunigen, wenn die Tiere bereits vorhanden sind.

Welche Bedingungen begünstigen einen Thripsbefall?

Thripse entstehen nicht durch Wärme oder falsche Pflege, sondern müssen zunächst an die Pflanzen gelangen. Wurden sie eingeschleppt oder sind von außen zugewandert, können warme Bedingungen und ausreichend geeignete Wirtspflanzen die Vermehrung und Ausbreitung begünstigen.

Wie schnell sich aus einzelnen Thripsen eine größere Population entwickelt, hängt unter anderem von der Art, der Temperatur, dem Pflanzenangebot und vorhandenen natürlichen Gegenspielern ab. Bei einigen Arten verkürzt sich die Entwicklungsdauer mit steigenden Temperaturen deutlich. So kann sich ein zunächst unauffälliger Befall unter günstigen Bedingungen innerhalb relativ kurzer Zeit ausbreiten.

Indoor kommt hinzu, dass Wetter und viele natürliche Gegenspieler als regulierende Faktoren fehlen. Hat sich eine Thripspopulation in einer Growbox oder einem geschlossenen Raum etabliert, findet sie dort dauerhaft geeignete Wirtspflanzen und geschützte Entwicklungsorte. Regelmäßige Kontrollen und frühes Eingreifen sind deshalb besonders wichtig.

Thripse Indoor oder Outdoor – wo liegt der Unterschied?

Thripse können Cannabis sowohl Indoor als auch Outdoor befallen. Indoor werden sie meist eingeschleppt und können sich anschließend im geschlossenen Anbauraum etablieren. Outdoor können dagegen immer wieder neue Tiere aus der Umgebung auf die Pflanzen gelangen.

Indoor lassen sich Pflanzen, Substratoberfläche, Hygiene und Schädlingskontrolle vergleichsweise gut überwachen. Gleichzeitig kann sich ein eingeschleppter Befall unbemerkt im gesamten Bestand ausbreiten. Besonders Stecklinge und andere neu eingebrachte Pflanzen sollten deshalb gründlich kontrolliert und zunächst getrennt von vorhandenen Pflanzen gehalten werden.

Outdoor lässt sich eine Zuwanderung kaum vollständig verhindern. Erwachsene Thripse können von benachbarten Wirtspflanzen auf Cannabis wechseln und teilweise auch mit Luftströmungen verbreitet werden. Gleichzeitig wirken im Freiland Wetterbedingungen und natürliche Gegenspieler auf die Population ein. Einen Überblick über weitere typische Schädlinge im Freiland findest du in unserem Ratgeber zu Outdoor-Schädlingen bei Cannabis.

An abgelegenen Outdoor-Standorten ist eine regelmäßige Kontrolle oft schwieriger, sodass ein Befall möglicherweise erst später auffällt. Weitere Informationen zu Standortwahl, Pflege und besonderen Herausforderungen beim versteckten Outdoor-Anbau findest du in unserem ausführlichen Guide zum Guerilla Growing.

Aspekt Indoor Outdoor
Wie Thripse zur Pflanze gelangen Vor allem über Stecklinge, neue Pflanzen oder anderes Pflanzenmaterial Zuwanderung von umliegenden Wirtspflanzen und teilweise Verbreitung durch Luftströmungen
Kontrolle Gut planbar durch regelmäßige Pflanzenkontrollen und Klebetafeln Regelmäßige Kontrolle sinnvoll, erneute Zuwanderung bleibt jedoch möglich
Nützlingseinsatz Gut steuerbar, wenn Temperatur, Luftfeuchtigkeit und andere Maßnahmen zu den eingesetzten Nützlingen passen Möglich, aber stärker von Witterung, natürlichen Gegenspielern und Abwanderung beeinflusst
Wichtigster Schwerpunkt Einschleppung verhindern, Befall früh erkennen und mehrere Entwicklungsstadien gleichzeitig berücksichtigen Pflanzen regelmäßig kontrollieren, Befall früh erkennen und Schäden begrenzen

Wie kontrollierst du Cannabis richtig auf Thripse?

Kontrolliere bei Verdacht nicht nur die Blattoberseiten. Suche gezielt an Blattunterseiten, jungen Blättern, Triebspitzen und anderen geschützten Pflanzenbereichen nach silbrigen Fraßspuren, schwarzen Kotpunkten, hellen Larven und länglichen erwachsenen Thripsen.

  1. Verdächtige Blätter genau ansehen: Untersuche silbrige, stumpfe oder wie abgeschabte Stellen möglichst mit einer Lupe. Achte dabei besonders auf die Übergänge zwischen gesundem und geschädigtem Blattgewebe.
  2. Blattunterseiten kontrollieren: Drehe verdächtige Blätter vorsichtig um und prüfe auch Blattadern und geschützte Bereiche. Dort lassen sich helle Thripslarven häufig leichter entdecken.
  3. Nach schwarzen Kotpunkten suchen: Kleine schwarze bis dunkelbraune Punkte in oder neben den silbrigen Fraßspuren sind ein wichtiger zusätzlicher Hinweis auf Thripse.
  4. Weiße Unterlage verwenden: Halte ein weißes Blatt Papier unter einen verdächtigen Trieb und klopfe ihn vorsichtig an. Herabfallende Thripse und Larven lassen sich auf dem hellen Untergrund leichter erkennen.
  5. Klebetafeln kontrollieren: Klebetafeln helfen dabei, flugfähige erwachsene Thripse zu entdecken und Veränderungen der Population über mehrere Kontrollen hinweg zu beobachten. Sie dienen vor allem dem Monitoring und reichen allein nicht zur Bekämpfung aus.
  6. Kontrolle regelmäßig wiederholen: Auch wenn du keine Tiere findest, können noch Eier im Pflanzengewebe oder andere Entwicklungsstadien vorhanden sein. Kontrolliere verdächtige Pflanzen deshalb über einen längeren Zeitraum erneut.

Helfen Blau- oder Gelbtafeln gegen Thripse?

Blaue Klebetafeln werden gezielt zum Thrips-Monitoring eingesetzt. Gelbe Tafeln können ebenfalls Thripse fangen, sind aber weniger spezifisch und ziehen viele andere fliegende Insekten an.

Klebetafeln sind besonders nützlich, um adulte, flugfähige Tiere früh zu entdecken und die Entwicklung eines Befalls zu beobachten. Steigt die Zahl gefangener Thripse von Kontrolle zu Kontrolle, spricht das für eine aktive Population oder eine fortlaufende Zuwanderung. Sinkt sie nach Gegenmaßnahmen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Befallsdruck abnimmt.

Als alleinige Bekämpfung reichen Klebetafeln jedoch nicht aus. Eier im Pflanzengewebe, Larven auf der Pflanze und Puppen im Substrat werden dadurch nicht zuverlässig beseitigt. Tafeln sind deshalb vor allem ein Werkzeug für Monitoring und zur Reduktion eines Teils der adulten Tiere.

Praxis-Tipp: Verlasse dich bei der Kontrolle nicht allein auf Klebetafeln. Auch wenn dort nur wenige erwachsene Thripse hängen, können sich weiterhin Larven auf den Pflanzen befinden. Prüfe deshalb immer zusätzlich Blätter, Blattunterseiten und junge Triebe.

Wie kannst du Thripse bei Cannabis bekämpfen?

Bei einem Thripsbefall ist eine Kombination mehrerer Maßnahmen sinnvoll: Befall eindämmen, sichtbare Thripse und Larven reduzieren, verschiedene Entwicklungsstadien berücksichtigen und die Pflanzen anschließend über einen längeren Zeitraum kontrollieren.

Welche Maßnahmen infrage kommen, hängt unter anderem von der Stärke des Befalls, der Entwicklungsphase der Pflanzen sowie davon ab, ob Cannabis Indoor oder Outdoor wächst. Bei einem früh erkannten Befall lässt sich die Population häufig zunächst mechanisch reduzieren und mit geeigneten Nützlingen bekämpfen. Bei stärkerem Befall ist besonders wichtig, nicht nur die sichtbaren erwachsenen Thripse zu berücksichtigen, da gleichzeitig Eier, Larven und Puppen vorhanden sein können.

Befallene Pflanzen isolieren

Indoor sollten befallene Pflanzen möglichst von bislang unauffälligen Pflanzen getrennt werden, sofern dies ohne unnötiges Verteilen der Tiere möglich ist. So lässt sich das Risiko verringern, dass Thripse auf weitere Pflanzen überwandern. Kontrolliere anschließend auch die unmittelbar benachbarten Pflanzen besonders gründlich.

Stark geschädigte Blätter entfernen

Einzelne stark geschädigte und deutlich befallene Blätter können entfernt werden, sofern die Pflanze dadurch nicht unnötig stark entlaubt wird. Damit entfernst du gleichzeitig einen Teil der Larven und erwachsenen Thripse, die sich auf diesen Blättern befinden. Entfernte Pflanzenteile sollten direkt aus dem Anbaubereich gebracht und nicht neben den Pflanzen liegen gelassen werden.

Thripse mechanisch reduzieren

Bei geeigneten Pflanzen können Blätter vorsichtig abgespült oder abgewischt werden, um einen Teil der beweglichen Thripse und Larven zu entfernen. Achte dabei besonders auf die Blattunterseiten und andere geschützte Bereiche. Eine solche Maßnahme kann die Population reduzieren, beendet den Befall aber nicht vollständig: Eier können weiterhin geschützt im Pflanzengewebe liegen und Puppen bei wichtigen Thripsarten im Substrat oder an anderen geschützten Stellen vorhanden sein.

Monitoring und Pflanzenkontrolle fortsetzen

Nach den ersten Maßnahmen solltest du Klebetafeln und direkte Pflanzenkontrollen weiter nutzen. Entscheidend ist nicht nur, ob unmittelbar nach der Behandlung keine erwachsenen Thripse mehr sichtbar sind. Aus bereits vorhandenen Eiern und Puppen können später neue Tiere hervorgehen. Kontrolliere deshalb über einen längeren Zeitraum besonders Blattunterseiten, junge Triebe und bereits geschädigte Pflanzenbereiche.

Wichtig: Ein Thripsbefall ist nicht automatisch beendet, sobald keine erwachsenen Tiere mehr zu sehen sind. Geschützte Eier und Puppen können später für eine neue Generation sorgen. Deshalb sind wiederholte Kontrollen und Maßnahmen gegen unterschiedliche Entwicklungsstadien besonders wichtig.

Welche Nützlinge helfen gegen Thripse?

Für die biologische Thripsbekämpfung stehen verschiedene Nützlinge zur Verfügung. Besonders sinnvoll ist eine Auswahl nach dem Entwicklungsstadium des Schädlings und den vorhandenen Klimabedingungen.

Raubmilben der Amblyseius- beziehungsweise Neoseiulus-Gruppe werden vor allem gegen junge Thripslarven auf oberirdischen Pflanzenteilen eingesetzt. Bodenlebende Raubmilben greifen dagegen Thripspuppen im Substrat an. Steinernema feltiae kann ebenfalls gegen bewegliche Thripsstadien und im Substrat befindliche Stadien eingesetzt werden. Orius-Raubwanzen sind besonders interessant, weil sie auch größere Larven und erwachsene Thripse erbeuten.

Nützling Zielstadium Praktische Rolle
Neoseiulus cucumeris Vor allem junge Thripslarven Klassische Raubmilbe für die vorbeugende oder frühe biologische Bekämpfung auf Pflanzen
Amblyseius swirskii Junge Thripslarven Sehr aktiver Blattbewohner; besonders für wärmere Bedingungen interessant
Orius-Arten Larven und adulte Thripse Raubwanzen, die auch größere beziehungsweise erwachsene Thripse erbeuten können
Bodenraubmilben, z. B. Stratiolaelaps/Hypoaspis Bodenstadien, insbesondere Puppen Ergänzen Blattnützlinge, indem sie Entwicklungsstadien im Substrat angreifen
Steinernema feltiae Bewegliche Stadien und Puppen im Substrat Insektenpathogene Nematoden als zusätzliche biologische Maßnahme
Wichtig: Nützlinge wirken nur dann gut, wenn die Bedingungen zu ihrer jeweiligen Art passen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Kulturbedingungen und zuvor eingesetzte Pflanzenschutzmittel. Beachte deshalb immer die Einsatz- und Anwendungshinweise des jeweiligen Nützlingsanbieters.

Welche Raubmilbe eignet sich gegen Thripse?

Neoseiulus cucumeris und Amblyseius swirskii gehören zu den häufig eingesetzten Raubmilben gegen junge Thripslarven. Welche Art besser passt, hängt vor allem von Klima und Einsatzbedingungen ab.

Neoseiulus cucumeris wird seit langem zur Thripsbekämpfung eingesetzt. Die Tiere suchen auf den Pflanzen nach jungen Larven. Sie eignen sich besonders für eine frühe beziehungsweise vorbeugende Strategie, weil größere Thripsstadien nicht ihr Hauptziel sind.

Amblyseius swirskii ist ebenfalls auf jungen Thripsstadien aktiv und wird besonders bei wärmeren Kulturbedingungen eingesetzt. Beide Arten ersetzen keine Bodenstrategie, wenn bereits viele Puppen im Substrat vorhanden sind.

Wann sind Orius-Raubwanzen sinnvoll?

Orius-Raubwanzen sind besonders interessant bei einem bereits etablierten Thripsbefall, weil sie neben Larven auch adulte Thripse erbeuten können.

Damit ergänzen sie Raubmilben, die hauptsächlich junge Larven fressen. Orius-Arten sind polyphage Räuber und können sich auch von anderen kleinen Insekten, Pollen und Pflanzensäften ernähren. Für eine erfolgreiche Etablierung müssen jedoch die jeweiligen Kultur- und Klimabedingungen passen.

Helfen Nematoden und Bodenraubmilben gegen Thripse?

Ja. Bodenraubmilben und geeignete insektenpathogene Nematoden können die Bekämpfung ergänzen, weil sich Vorpuppen und Puppen wichtiger Thripsarten häufig im Substrat befinden.

Bodenraubmilben wie Stratiolaelaps- beziehungsweise traditionell als Hypoaspis-Arten bezeichnete Nützlinge bewegen sich in der oberen Substratschicht und können dort Thripspuppen erbeuten. Dadurch greifen sie eine Entwicklungsphase an, die von vielen auf den Blättern lebenden Raubmilben nicht erreicht wird.

Steinernema feltiae kann ebenfalls gegen Thripse eingesetzt werden. Im Substrat parasitieren die Nematoden unter anderem Puppenstadien. Für die Anwendung benötigen sie ausreichend Feuchtigkeit, weil sie sich in einem Wasserfilm bewegen. Deshalb muss der Einsatz immer zu Kultur, Substrat und Feuchtemanagement passen.

Neemöl, Kaliseife und andere Spritzmittel – was ist zu beachten?

Kontaktmittel können bewegliche Thripse und Larven reduzieren, erreichen jedoch nicht automatisch alle Entwicklungsstadien. Eier können geschützt im Pflanzengewebe liegen und Puppen bei wichtigen Thripsarten im Substrat oder an anderen geschützten Stellen vorkommen. Eine einzelne Spritzbehandlung reicht deshalb häufig nicht aus.

Bei Kontaktmitteln ist entscheidend, dass die tatsächlich befallenen Bereiche erreicht werden. Thripse und ihre Larven halten sich häufig an Blattunterseiten, jungen Blättern und anderen geschützten Pflanzenteilen auf. Werden lediglich die gut sichtbaren Blattoberseiten behandelt, kann ein großer Teil der Population unberührt bleiben.

Neem-basierte Präparate, Kaliseifen und andere Kontaktmittel werden im Pflanzenbau gegen verschiedene Schädlinge eingesetzt. Ob ein bestimmtes Produkt für Cannabis geeignet und zulässig ist, hängt jedoch vom jeweiligen Präparat, dem Anwendungsgebiet und den geltenden Vorschriften ab. Beachte deshalb immer die Herstellerangaben und die für deinen Standort geltenden Bestimmungen.

Besondere Vorsicht ist während der Blüte sinnvoll. Spritzmittel können Rückstände auf den Blüten hinterlassen, zusätzliche Feuchtigkeit in dichtem Pflanzenmaterial verursachen und möglicherweise bereits eingesetzte Nützlinge beeinträchtigen. Je weiter die Blüte fortgeschritten ist, desto wichtiger wird deshalb eine sorgfältige Abwägung der verfügbaren Maßnahmen.

Wichtig: Wenn du Nützlinge gegen Thripse einsetzt oder einsetzen möchtest, prüfe vor jeder Spritzbehandlung die Verträglichkeit. Manche Mittel können neben den Schädlingen auch Raubmilben, Raubwanzen oder andere nützliche Organismen beeinträchtigen und damit eine biologische Bekämpfungsstrategie stören.

Welche Strategie passt zu welchem Befallsstadium?

Je früher du einen Thripsbefall erkennst, desto leichter lässt sich die Population meist eindämmen. Bei einem leichten Befall stehen mechanische Reduktion, regelmäßige Kontrolle und ein früher Nützlingseinsatz im Vordergrund. Bei stärkerem Befall müssen dagegen mehrere Entwicklungsstadien und der gesamte Pflanzenbestand berücksichtigt werden.

Befallsstärke Sinnvolle Maßnahmen Weitere Kontrolle
Früh / leicht Befallene Pflanzen möglichst trennen, sichtbare Thripse und Larven mechanisch reduzieren, Klebetafeln einsetzen und geeignete Raubmilben frühzeitig nutzen Mehrmals pro Woche Blattunterseiten, junge Triebe und Klebetafeln kontrollieren
Mittel Larven auf der Pflanze und Entwicklungsstadien im Substrat berücksichtigen; Kombination geeigneter Nützlinge prüfen und stark befallene Blätter entfernen Kontrollen über einen längeren Zeitraum fortsetzen und besonders auf neu auftretende Larven und erwachsene Thripse achten
Stark Gesamten Bestand kontrollieren, stark geschädigtes Pflanzenmaterial entfernen und Maßnahmen gegen Thripse auf der Pflanze sowie Entwicklungsstadien im Substrat miteinander kombinieren Engmaschig weiterkontrollieren und die Bekämpfung nicht beenden, nur weil vorübergehend keine erwachsenen Thripse sichtbar sind

Thripse während der Cannabisblüte – was ist anders?

Während der Blüte ist bei Spritzbehandlungen besondere Vorsicht geboten. Je dichter und weiter entwickelt die Blüten sind, desto wichtiger werden Maßnahmen, bei denen möglichst keine Flüssigkeit oder Rückstände auf die Blüten gelangen – etwa mechanische Reduktion, geeignete Nützlinge, Monitoring und konsequente Hygiene.

Dichte Cannabisblüten trocknen deutlich langsamer als offene Blattflächen. Flüssige Anwendungen können zusätzliche Feuchtigkeit zwischen die Blüten bringen und dort nur langsam abtrocknen. Gleichzeitig können Rückstände auf dem Pflanzenmaterial verbleiben. Eine Maßnahme, die während der Vegetationsphase noch infrage kommt, ist deshalb in einer fortgeschrittenen Blüte nicht automatisch die richtige Wahl.

Geeignete Nützlinge können während der Blüte besonders interessant sein, weil dafür keine Sprühlösung auf die Blüten aufgebracht werden muss. Welche Art sinnvoll ist, hängt jedoch vom Entwicklungsstadium der Thripse, der Befallsstärke sowie von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Bei stärkerem Befall sollten die Pflanzen außerdem sorgfältig auf geschädigte oder stark verunreinigte Bereiche kontrolliert werden.

Während der Blüte: Je weiter die Blüten entwickelt sind, desto zurückhaltender solltest du mit Spritzbehandlungen umgehen. Setze möglichst früh auf Kontrolle, mechanische Reduktion und geeignete Nützlinge, damit sich ein kleiner Befall nicht bis in die späte Blüte ausbreitet.

Wie verhinderst du Thripse bei Cannabis?

Thripse vollständig auszuschließen ist besonders Outdoor kaum möglich. Indoor lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren, wenn neue Pflanzen kontrolliert, zeitweise getrennt gehalten und der Bestand regelmäßig überwacht wird.

  1. Neue Pflanzen kontrollieren: Stecklinge und andere Neuzugänge vor dem Kontakt mit dem restlichen Bestand gründlich auf Fraßspuren, Kotpunkte und Larven prüfen.
  2. Quarantäne nutzen: Neue Pflanzen zunächst getrennt halten und wiederholt kontrollieren, da Eier im Gewebe beim ersten Blick unbemerkt bleiben können.
  3. Klebetafeln früh einsetzen: So können adulte Thripse entdeckt werden, bevor deutliche Schäden sichtbar sind.
  4. Pflanzenreste entfernen: Abgefallene Blätter und abgeschnittenes Material nicht dauerhaft im Growbereich oder auf dem Substrat liegen lassen.
  5. Blattunterseiten kontrollieren: Besonders junge Blätter und geschützte Bereiche regelmäßig mit einer Lupe prüfen.
  6. Werkzeuge und Hände sauber halten: Nach Arbeiten an befallenen Pflanzen nicht unmittelbar an unauffälligen Pflanzen weiterarbeiten, ohne Werkzeuge zu reinigen.
  7. Früh reagieren: Eine kleine Population ist leichter einzudämmen als ein Befall, bei dem bereits mehrere Entwicklungsstadien im gesamten Bestand verteilt sind.

Gerade bei den ersten eigenen Pflanzen hilft eine feste Routine aus Kontrolle, Hygiene und früher Reaktion dabei, Schädlingsprobleme schneller zu erkennen. Die wichtigsten Grundlagen von Standort und Pflege bis zu typischen Anfängerfehlern erklären wir außerdem in unserem Guide Cannabis anbauen ohne Erfahrung.

Welche Fehler machen einen Thripsbefall besonders hartnäckig?

Thripse bleiben vor allem dann hartnäckig, wenn nur die sichtbaren adulten Tiere bekämpft werden, Eier und Bodenstadien unbeachtet bleiben oder die Kontrolle nach einer kurzfristigen Verbesserung zu früh beendet wird.

Häufiger Fehler Warum er problematisch ist
Nur Klebetafeln aufstellen Sie fangen vor allem einen Teil der adulten Tiere, nicht aber Eier und Larven auf der Pflanze oder Puppen im Substrat
Nur einmal behandeln Später schlüpfende Larven oder adulte Tiere können den Befall erneut sichtbar machen
Bodenstadien ignorieren Bei Arten mit Verpuppung im Substrat bleibt ein wichtiger Teil des Lebenszyklus unbehandelt
Nützlinge und ungeeignete Spritzmittel kombinieren Die Mittel können auch die eingesetzten Nützlinge schädigen und die biologische Strategie unwirksam machen
Blüte unkritisch besprühen Rückstände und zusätzliche Feuchtigkeit in dichten Blüten können neue Probleme verursachen
Nur sichtbare Schäden prüfen Neue Larven können vorhanden sein, bevor erneut großflächige Silberflecken entstehen

Können Thripse eine Cannabispflanze stark schädigen?

Ja. Ein geringer Befall verursacht meist zunächst lokale Blattschäden, ein starker und länger anhaltender Befall kann jedoch große Blattflächen schädigen, junge Triebe verformen und die Pflanzenentwicklung deutlich bremsen.

Wie stark die Folgen sind, hängt unter anderem von Pflanzengröße, Entwicklungsphase und Befallsdauer ab. Eine große gesunde Pflanze kann einzelne geschädigte Blätter besser kompensieren als ein kleiner Steckling. Bleibt die Population jedoch über längere Zeit aktiv, entstehen kontinuierlich neue Schäden und die verfügbare Photosynthesefläche nimmt ab.

Deshalb ist nicht jeder einzelne Thrips ein Notfall, aber eine sich vermehrende Population sollte auch nicht ignoriert werden. Je früher der Befall eindeutig erkannt wird, desto weniger invasiv müssen die späteren Gegenmaßnahmen ausfallen.

Leben Thripse auch in der Erde?

Thripse leben nicht ausschließlich auf der Pflanze. Bei wichtigen Thripsarten können sich Vorpuppen und Puppen im Boden beziehungsweise Substrat befinden, während die aktiv fressenden Larven vor allem an den oberirdischen Pflanzenteilen sitzen.

Die Aussage „Thripse leben in der Erde“ ist deshalb nur teilweise richtig. Das Substrat dient bestimmten Entwicklungsstadien als geschützter Aufenthaltsort, während die typischen Fraßschäden hauptsächlich an Blättern und anderen Pflanzenteilen entstehen. Eine erfolgreiche Bekämpfungsstrategie sollte deshalb beide Bereiche berücksichtigen: Wer nur das Substrat behandelt, erreicht die fressenden Larven auf der Pflanze nicht. Wer ausschließlich die Blätter berücksichtigt, kann wiederum Vorpuppen und Puppen im Substrat übersehen.

Merke: Bei Thripsen solltest du Pflanze und Substrat als zusammenhängenden Lebensraum betrachten. Je nach Art können sich gleichzeitig Larven auf den Blättern, Eier im Pflanzengewebe und Vorpuppen oder Puppen im Substrat befinden.

Wie lange dauert es, Thripse loszuwerden?

Wie lange die Bekämpfung dauert, lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind unter anderem Thripsart, Temperatur, Befallsstärke und gewählte Maßnahmen. Wichtig ist vor allem, die Kontrolle nicht zu beenden, sobald keine erwachsenen Thripse mehr zu sehen sind.

Die Entwicklung von Thripsen ist temperaturabhängig und kann unter warmen Bedingungen schneller verlaufen. Gleichzeitig können noch geschützte Eier im Pflanzengewebe oder Puppen im Substrat vorhanden sein, obwohl auf den Blättern vorübergehend keine Tiere entdeckt werden. Deshalb solltest du die Pflanzen auch nach einem deutlichen Rückgang des Befalls über einen längeren Zeitraum regelmäßig kontrollieren.

Achte dabei nicht nur auf erwachsene Thripse, sondern besonders auf neu auftretende Larven, frische silbrige Fraßspuren und schwarze Kotpunkte. Bleiben diese Anzeichen über mehrere Kontrollen hinweg aus, ist das ein deutlich besserer Hinweis auf eine erfolgreiche Eindämmung als ein einzelner Tag ohne sichtbare Tiere.

FAQs zu Thripsen bei Cannabis

F: Wie erkenne ich Thripse bei Cannabis?
A: Typisch sind silbrig-graue oder wie abgeschabte Fraßspuren, kleine schwarze Kotpunkte und winzige längliche Tiere auf den Blättern. Junge Thripslarven sind meist hell bis gelblich, während erwachsene Tiere je nach Art deutlich dunkler erscheinen können.

F: Wie sehen Thripslarven aus?
A: Thripslarven sind klein, schmal und flügellos. Je nach Art und Entwicklungsstadium können sie durchsichtig, weißlich, gelblich oder orangegelb wirken und sehen mit bloßem Auge häufig wie winzige helle Stäbchen aus.

F: Was bedeuten silbrige Flecken auf Cannabisblättern?
A: Silbrige oder stumpfe Stellen können auf Thripse hindeuten, entstehen aber auch durch andere Ursachen. Suche deshalb zusätzlich nach schwarzen Kotpunkten, hellen Larven oder länglichen erwachsenen Thripsen, bevor du von einem Befall ausgehst.

F: Was sind die kleinen schwarzen Punkte neben den Fraßspuren?
A: Bei einem Thripsbefall handelt es sich dabei häufig um Kot der Tiere. Besonders die Kombination aus schwarzen Kotpunkten und silbrig wirkenden Fraßspuren ist ein wichtiger Hinweis auf Thripse.

F: Wie unterscheide ich Thripse und Spinnmilben?
A: Thripse hinterlassen eher silbrige, wie abgeschabte Fraßspuren und häufig schwarze Kotpunkte. Spinnmilben verursachen meist zahlreiche feine helle Sprenkel und bei fortgeschrittenem Befall charakteristische Gespinste.

F: Leben Thripse auch in der Erde?
A: Teilweise. Bei wichtigen Thripsarten können sich Vorpuppen und Puppen im Boden beziehungsweise Substrat befinden. Die aktiv fressenden Larven halten sich dagegen hauptsächlich an den oberirdischen Pflanzenteilen auf.

F: Welche Raubmilben helfen gegen Thripse?
A: Häufig eingesetzt werden unter anderem Neoseiulus cucumeris und Amblyseius swirskii. Beide erbeuten vor allem junge Thripslarven. Welche Raubmilbe geeignet ist, hängt unter anderem von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab.

F: Helfen Blau- oder Gelbtafeln gegen Thripse?
A: Beide können erwachsene Thripse fangen und beim Monitoring helfen. Blautafeln werden besonders zur Überwachung von Thripsen eingesetzt. Klebetafeln erfassen jedoch weder Eier noch alle Larven und Puppen und reichen deshalb allein nicht zur Bekämpfung aus.

F: Kann man Thripse mit Neemöl bekämpfen?
A: Neem-basierte Präparate werden im Pflanzenbau gegen verschiedene Schädlinge eingesetzt. Ob ein konkretes Produkt für Cannabis, die jeweilige Kulturphase und den vorgesehenen Anwendungsbereich geeignet und zulässig ist, muss jedoch geprüft werden. Auch die Verträglichkeit mit eingesetzten Nützlingen sollte berücksichtigt werden.

F: Reicht eine einzige Behandlung gegen Thripse?
A: Häufig nicht. Während sichtbare Thripse und Larven reduziert werden, können weiterhin geschützte Eier im Pflanzengewebe oder Puppen im Substrat vorhanden sein. Deshalb sind wiederholte Kontrollen und Maßnahmen gegen unterschiedliche Entwicklungsstadien wichtig.

Thripsbefall früh erkennen und gezielt eindämmen

Je früher Thripse erkannt werden, desto besser lässt sich verhindern, dass sich aus einzelnen Fraßspuren ein größerer Befall entwickelt. Entscheidend sind eine sichere Diagnose, regelmäßige Kontrollen und Maßnahmen, die den Lebenszyklus der Tiere berücksichtigen.

Silbrige Fraßspuren, schwarze Kotpunkte und längliche Tiere liefern wichtige Hinweise. Gleichzeitig hilft die Abgrenzung zu Spinnmilben und anderen Pflanzenproblemen dabei, unnötige oder ungeeignete Maßnahmen zu vermeiden. Wird ein Befall bestätigt, sollten nicht nur die sichtbaren Thripse auf den Blättern, sondern auch geschützte Eier und mögliche Entwicklungsstadien im Substrat berücksichtigt werden.

Besonders wichtig bleibt die Nachkontrolle: Indoor können übersehene Entwicklungsstadien eine neue Generation hervorbringen, während Outdoor zusätzlich jederzeit neue Thripse aus der Umgebung zuwandern können. Regelmäßiges Prüfen von Blattunterseiten, jungen Trieben und bereits geschädigten Bereichen hilft dabei, einen erneuten Befall möglichst früh zu entdecken.

Quellen und weiterführende Informationen

J. von Cannapot

J. Cannapot

J. ist der Gründer von Cannapot und gilt als Experte im Bereich Cannabis mit Schwerpunkt auf Cannabissorten. Er verfügt über fundiertes Wissen rund um das Thema sowie über langjährige Erfahrung in der Branche. Seit vielen Jahren beschäftigt sich J. intensiv mit Sorten und verschiedenen Cannabis-Produkten im Bereich Hanf und Cannabis.

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