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THC Öl selber machen: Anleitung & Grundlagen

THC Öl selber machen: Herstellung und Grundlagen verständlich erklärt

Aktualisiert: August 2026 | THC-haltiges Cannabisöl aus THC-reichem Pflanzenmaterial: Grundlagen zu THCA, Decarboxylierung, Trägerölen, Filtration, Konzentration und Lagerung.
Autor: Cannapot Grow Team | Lesezeit: ungefähr fünfundzwanzig Minuten

THC Öl selber machen aus Cannabisblüten

Das Wichtigste auf einen Blick

Mit „THC Öl“ meinen wir in diesem Artikel ein THC-haltiges Infusionsöl, bei dem Cannabinoide aus Cannabis in ein geeignetes Trägeröl übergehen. Es ist nicht mit einem standardisierten medizinischen Cannabisextrakt gleichzusetzen.

In THC-reichen Cannabisblüten liegt ein großer Teil zunächst als THCA vor. Durch Decarboxylierung wird THCA unter Wärmeeinwirkung in THC umgewandelt.

Bei der Decarboxylierung spielen Temperatur und Dauer zusammen. Eine einzige Temperatur-Zeit-Kombination, die für jedes Pflanzenmaterial optimal ist, gibt es nach aktuellem Forschungsstand nicht.

Als Trägeröl kommen unter anderem Olivenöl, MCT-Öl und Kokosöl infrage. Sie unterscheiden sich beispielsweise in Geschmack, Konsistenz und Eigenschaften bei der Lagerung.

Wie viel THC das fertige Öl tatsächlich enthält, lässt sich ohne Laboranalyse nicht exakt bestimmen. Aus Blütenmenge und angegebenem THC-Gehalt kann lediglich eine theoretische Konzentration abgeschätzt werden.

Licht, Wärme, Sauerstoff und Lagerdauer können die Zusammensetzung des Öls beeinflussen. Deshalb sollte sauber gearbeitet und das fertige Öl kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahrt werden.

CBD Öl behandeln wir bewusst separat: Für CBD-reiche Blüten sowie die Umwandlung von CBDA zu CBD gibt es einen eigenen Cannapot-Ratgeber.

Was ist THC Öl und wie wird es hergestellt?

THC Öl ist eine ölbasierte Zubereitung, die THC und weitere fettlösliche Inhaltsstoffe aus Cannabis enthält. Bei der hier beschriebenen Methode werden THC-reiche Cannabisblüten mit einem geeigneten Trägeröl wie Olivenöl oder MCT-Öl verarbeitet. Die Cannabinoide gehen dabei in die Ölphase über.

Der Begriff „THC Öl“ wird allerdings nicht immer einheitlich verwendet. Gemeint sein können einfache Cannabis-Infusionsöle ebenso wie stärker konzentrierte oder standardisierte Cannabisextrakte. Ein selbst hergestelltes Infusionsöl unterscheidet sich deutlich von medizinischen Cannabisextrakten, deren Cannabinoidgehalt unter kontrollierten Bedingungen bestimmt und standardisiert wird.

In diesem Ratgeber geht es um die Herstellung eines THC-haltigen Öls aus THC-reichen Cannabisblüten und einem geeigneten Trägeröl. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Decarboxylierung, durch die THCA in THC umgewandelt wird. Extraktionsverfahren mit Butan, Naphtha oder anderen leicht entzündlichen beziehungsweise gefährlichen Lösungsmitteln werden nicht behandelt.

Gut zu wissen: Selbst hergestelltes THC Öl ist nicht standardisiert. Wie viele Cannabinoide tatsächlich in das Trägeröl gelangen, hängt unter anderem vom Ausgangsmaterial und von der Verarbeitung ab. Deshalb kann die tatsächliche THC-Konzentration selbst bei gleichen Mengen an Blüten und Öl unterschiedlich ausfallen.

Was ist der Unterschied zwischen THCA und THC?

In der Pflanze wird ein großer Teil des späteren THC zunächst als Tetrahydrocannabinolsäure (THCA) gebildet. THCA besitzt eine zusätzliche Carboxylgruppe. Wird diese unter geeigneten Bedingungen abgespalten, entsteht unter Freisetzung von Kohlendioxid die neutrale Form Δ9-THC.

Dieser Vorgang wird als Decarboxylierung bezeichnet. Er kann durch Wärme beschleunigt werden und findet in geringerem Umfang auch während Lagerung und Alterung statt. Die Reaktion ist deshalb für die Zusammensetzung eines späteren THC-haltigen Öls von zentraler Bedeutung.

Wenn du die Grundlagen zu Tetrahydrocannabinol selbst vertiefen möchtest, findest du dazu unseren ausführlichen Artikel Was ist THC? Wirkung, Risiken und THC-Samen.

Warum ist die Decarboxylierung für THC Öl wichtig?

Durch die Decarboxylierung wird THCA unter Wärmeeinwirkung in THC umgewandelt. Dieser Schritt ist deshalb besonders wichtig, wenn aus THC-reichem Pflanzenmaterial ein Öl mit einem möglichst hohen Anteil an aktiviertem THC hergestellt werden soll.

Wie schnell diese Umwandlung abläuft, hängt vor allem von Temperatur und Dauer der Erwärmung ab. Höhere Temperaturen können die Decarboxylierung beschleunigen. Zu starke oder zu lange Hitze kann jedoch gleichzeitig weitere Veränderungen und den Abbau von Inhaltsstoffen begünstigen. Mehr Hitze bedeutet deshalb nicht automatisch ein besseres Ergebnis.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben die Decarboxylierung unter verschiedenen Temperatur- und Zeitbedingungen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass es keine einzelne Kombination gibt, die sich pauschal auf jedes Pflanzenmaterial und jede Art der Verarbeitung übertragen lässt. Auch Feuchtigkeit, Beschaffenheit des Pflanzenmaterials und die tatsächliche Temperatur während des Erhitzens können das Ergebnis beeinflussen.

Gut zu wissen: Eine feste Regel wie „X Grad für Y Minuten“ wäre zu pauschal. Temperatur und Zeit müssen immer zusammen betrachtet werden. Entscheidend ist eine kontrollierte Erwärmung – stärkeres oder längeres Erhitzen führt nicht automatisch zu mehr THC.

Decarboxylierung von Cannabis für THC Öl

Wird THCA vollständig in THC umgewandelt?

Bei einer selbst hergestellten Zubereitung lässt sich nicht davon ausgehen, dass das gesamte vorhandene THCA vollständig in THC umgewandelt wird. Wie weit die Decarboxylierung tatsächlich abläuft, hängt unter anderem von Temperatur, Dauer, Feuchtigkeit und der Beschaffenheit des Pflanzenmaterials ab.

Hinzu kommt ein weiterer Schritt: Nach der Decarboxylierung müssen die Cannabinoide noch in das Trägeröl übergehen. Auch dabei wird nicht automatisch die gesamte theoretisch vorhandene THC-Menge in das fertige Öl übertragen. Deshalb können zwischen dem rechnerisch möglichen THC-Gehalt und der tatsächlich gemessenen Konzentration deutliche Unterschiede bestehen.

Welches Ausgangsmaterial eignet sich für THC-haltiges Öl?

Für ein THC-haltiges Öl eignet sich vor allem Pflanzenmaterial mit einem hohen Gehalt an THCA beziehungsweise THC. Entscheidend ist dabei die tatsächliche Zusammensetzung der verwendeten Blüten und nicht allein der Name oder die Beschreibung einer Sorte.

Besonders in den Blüten und den angrenzenden trichomreichen Pflanzenteilen befinden sich viele Cannabinoide. Große Fächerblätter und Stängel enthalten in der Regel deutlich geringere Mengen. Wie hoch der tatsächliche Gehalt ist, kann jedoch je nach Genetik, Phänotyp, Erntezeitpunkt, Verarbeitung und Lagerung der Cannabisblüten variieren.

Auch die Verarbeitung nach der Ernte kann die Eigenschaften des Pflanzenmaterials beeinflussen. Welche Rolle Trocknung und kontrollierte Nachreifung dabei spielen, erklären wir ausführlich im Ratgeber Cannabis fermentieren.

Eine große Auswahl unterschiedlicher Cannabissamen findest du im Cannapot-Shop. Für die spätere Abschätzung der Stärke eines selbst hergestellten Öls ist eine Analyse der tatsächlich verwendeten Blüten jedoch wesentlich aussagekräftiger als eine allgemeine THC-Angabe zur Sorte.

Welche THC-reichen Sorten kommen als Ausgangsmaterial infrage?

THC-reiche Cannabissorten können sich in ihrem angegebenen Cannabinoidgehalt deutlich unterscheiden. Die folgenden Beispiele zeigen verschiedene Genetiken mit hohen THC-Angaben. Die Werte der jeweiligen Sorte sind jedoch keine Garantie für den tatsächlichen THC-Gehalt einer einzelnen Ernte oder des daraus hergestellten Öls.

THC-reiche Sorte THC Genetik / Besonderheit
RS11 28 % THC Mostly-Indica-Kreuzung aus Pink Guava und OZ Kush mit einem hohen THC-Gehalt.
Ghost Train Haze #1 25 % THC Sativadominierte Haze-Genetik aus Ghost OG und Nevil’s Wreck mit 25 % THC.
Apple Fritter 30 % THC Ausgeglichener Hybrid aus Sour Apple und Animal Cookies mit einem THC-Gehalt von 30 %.
Notorious THC 26 % THC Mostly-Indica-Kreuzung aus Ghost of Von Humboldt, Caramel Cream und Humboldt Frost mit mehr als 26 % THC.
La Bomba 22 % THC Moderne Kreuzung aus Wedding Cake und Jet Fuel Gelato von Compound Genetics.

Wichtig: Die THC-Angabe einer Sorte ist nur ein Orientierungswert und darf nicht als garantierter Wert für selbst geerntete Blüten verwendet werden. Für den THC-Rechner ist eine Analyse des tatsächlich verwendeten Pflanzenmaterials wesentlich aussagekräftiger.

Welches Öl eignet sich für THC Öl?

Cannabinoide wie THC sind fettlöslich und können deshalb von geeigneten Trägerölen aufgenommen werden. Häufig verwendet werden Olivenöl, MCT-Öl und Kokosöl. Welches davon am besten passt, hängt unter anderem von Geschmack, Konsistenz, geplanter Verwendung und Lagerung ab.

Trägeröl Eigenschaften Praktische Besonderheit
Olivenöl flüssig, deutlicher Eigengeschmack wird häufig für Cannabisöl-Zubereitungen verwendet und ist wissenschaftlich gut untersucht
MCT-Öl flüssig, meist neutraler Geschmack zeigte in Vergleichsstudien ähnliche Cannabinoidwerte wie Olivenöl und teilweise Vorteile bei Terpenen
Kokosöl fettreich, je nach Temperatur fest oder flüssig kann bei kühleren Temperaturen fest werden und ist deshalb nicht für jede Anwendung gleich praktisch

Kann man THC Öl mit Olivenöl herstellen?

Ja, Olivenöl eignet sich gut als Trägeröl für Cannabinoide und wurde auch in wissenschaftlichen Untersuchungen zu Cannabisöl verwendet. THC und andere Cannabinoide sind fettlöslich und können während der Verarbeitung in das Öl übergehen.

Ein Vorteil ist, dass Olivenöl leicht erhältlich und bei Raumtemperatur flüssig ist. Allerdings besitzt es einen deutlichen Eigengeschmack, der auch im fertigen Cannabisöl wahrnehmbar bleibt. Wie viel THC tatsächlich aufgenommen wird, hängt nicht allein vom Trägeröl ab, sondern unter anderem vom Ausgangsmaterial und von der Verarbeitung.

Eignet sich MCT-Öl für THC Öl?

Auch MCT-Öl eignet sich als Träger für THC und andere Cannabinoide. Es ist bei Raumtemperatur flüssig und geschmacklich meist neutraler als Olivenöl. In einer Vergleichsstudie wurden mit MCT- und Olivenöl ähnliche Cannabinoidkonzentrationen erreicht.

Bei einigen untersuchten Terpenen schnitt MCT-Öl in derselben Studie besser ab. Das bedeutet jedoch nicht, dass MCT-Öl grundsätzlich die beste Wahl ist. Welches Trägeröl sinnvoller ist, hängt auch von Geschmack, gewünschter Verwendung und Lagerung ab.

Kann man Kokosöl für THC Öl verwenden?

Auch Kokosöl kann als fetthaltiger Träger verwendet werden. Im Unterschied zu Oliven- und MCT-Öl kann es bei niedrigeren Raumtemperaturen jedoch fest werden. Das solltest du berücksichtigen, wenn das fertige Öl später einfach abgefüllt und gleichmäßig portioniert werden soll.

Welche Utensilien braucht man für die Herstellung?

Für die Herstellung eines THC-haltigen Infusionsöls sind keine komplizierten Geräte notwendig. Wichtig sind vor allem saubere, hitzebeständige und für Lebensmittel geeignete Utensilien.

  • THC-reiche Cannabisblüten beziehungsweise geeignetes Pflanzenmaterial
  • Olivenöl, MCT-Öl, Kokosöl oder ein anderes geeignetes Trägeröl
  • hitzebeständiges Gefäß
  • geeignete Wärmequelle beziehungsweise Wasserbad
  • Küchenwaage und Messgefäß
  • feines Sieb, Filtertuch oder vergleichbarer Filter
  • sauberes Gefäß zum Auffangen des gefilterten Öls
  • dunkle, gut verschließbare Flasche zur Aufbewahrung

Eine Küchenwaage und genaue Volumenangaben helfen dabei, Mengen nachvollziehbar zu dokumentieren. Die tatsächliche THC-Konzentration des fertigen Öls können sie jedoch nicht bestimmen. Dafür wäre eine Laboranalyse notwendig.

Wie wird THC Öl aus Cannabis hergestellt?

Die Herstellung lässt sich grundsätzlich in vier Schritte unterteilen: Pflanzenmaterial vorbereiten, THCA decarboxylieren, die Cannabinoide in das Trägeröl überführen und das fertige Öl anschließend filtern.

Schritt Was passiert? Warum ist das wichtig?
1. Vorbereiten Das Pflanzenmaterial wird für eine möglichst gleichmäßige Verarbeitung vorbereitet. Feuchtigkeit, Größe und Verteilung des Materials können die Erwärmung beeinflussen.
2. Decarboxylieren Durch kontrollierte Erwärmung wird THCA in THC umgewandelt. Dadurch erhöht sich der Anteil an neutralem THC im Pflanzenmaterial.
3. In Öl geben Das Pflanzenmaterial wird zusammen mit dem Trägeröl schonend erwärmt. Die fettlöslichen Cannabinoide können dabei in das Öl übergehen.
4. Filtern Die festen Pflanzenreste werden vom Öl getrennt. Das gefilterte Öl kann anschließend sauber abgefüllt und gelagert werden.

THC Öl herstellen mit Cannabis und Trägeröl

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern wichtige Anhaltspunkte für Decarboxylierung und Öl-Infusion. Ihre Ergebnisse lassen sich jedoch nicht immer 1:1 auf die Herstellung zu Hause übertragen. Im Labor werden Temperatur, Ausgangsmaterial und weitere Bedingungen wesentlich genauer kontrolliert als mit gewöhnlichen Küchengeräten.

Welche Temperatur eignet sich für THC Öl?

Bei der Herstellung kommt es nicht auf eine einzelne „perfekte“ Temperatur an, sondern auf das Zusammenspiel von Temperatur und Dauer. Wie schnell THCA in THC umgewandelt wird und wie sich die Cannabinoide während der weiteren Verarbeitung verhalten, hängt von mehreren Faktoren ab.

Grundsätzlich beschleunigt eine höhere Temperatur die Decarboxylierung. Zu starke oder zu lange Hitze kann jedoch gleichzeitig den Abbau von Cannabinoiden und anderen Pflanzenstoffen begünstigen. Das Ziel ist deshalb eine möglichst kontrollierte und gleichmäßige Erwärmung – nicht einfach eine möglichst hohe Temperatur.

Hinzu kommt, dass die eingestellte Temperatur eines Backofens oder einer anderen Wärmequelle nicht unbedingt der Temperatur entspricht, die tatsächlich im Pflanzenmaterial oder im Öl erreicht wird. Auch Menge, Feuchtigkeit, Gefäß und Wärmeverteilung können das Ergebnis beeinflussen.

Gut zu wissen: Angaben wie „X Grad für Y Minuten“ sollten nicht als allgemeingültige Regel verstanden werden. Wissenschaftliche Studien arbeiten unter kontrollierten Bedingungen, die sich von einer Zubereitung zu Hause deutlich unterscheiden können.

Kann man THC Öl im Wasserbad herstellen?

Ein Wasserbad ermöglicht eine schonende und vergleichsweise gleichmäßige Erwärmung des Trägeröls. Das Gefäß mit Cannabis und Öl wird dabei nicht direkt auf der Heizquelle erhitzt, wodurch starke Temperaturspitzen am Gefäßboden vermieden werden können.

Trotzdem sollte die Temperatur kontrolliert werden. Ein Wasserbad sorgt zwar für eine gleichmäßigere Wärmeübertragung, garantiert aber nicht automatisch die gewünschte Temperatur im Öl. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass kein Wasser oder Kondenswasser in das Öl gelangt.

Wie wird THC Öl gefiltert und abgefüllt?

Nach der Infusion werden die festen Pflanzenreste mit einem feinen Sieb oder Filter vom Öl getrennt. Anschließend kann das gefilterte Öl in eine saubere, gut verschließbare und möglichst lichtgeschützte Flasche abgefüllt werden.

Ein Teil des Öls bleibt dabei im Pflanzenmaterial und im Filter zurück. Das ist besonders wichtig, wenn später eine theoretische THC-Konzentration berechnet werden soll: Entscheidend ist dann nicht nur die ursprünglich verwendete Ölmenge, sondern auch, wie viel gefiltertes Öl am Ende tatsächlich übrig bleibt.

Die Pflanzenreste sollten nicht unnötig stark ausgepresst werden, da dadurch mehr feine Partikel und unerwünschte Pflanzenbestandteile in das Öl gelangen können. Nach dem Filtern sollte das Öl möglichst sauber und ohne größere Pflanzenreste vorliegen.

Wie stark ist selbstgemachtes THC Öl?

Wie viel THC ein selbst hergestelltes Öl tatsächlich enthält, lässt sich ohne Laboranalyse nicht exakt bestimmen. Selbst wenn der THC-Gehalt der verwendeten Blüten bekannt ist, können Decarboxylierung, Öl-Infusion und Filtration das Ergebnis beeinflussen.

Eine Rolle spielen unter anderem die verwendete Blütenmenge, der tatsächliche THCA- und THC-Gehalt, die Umwandlung von THCA zu THC, die Menge des Trägeröls sowie Verluste während der Verarbeitung. Die THC-Angabe einer Sorte allein reicht deshalb nicht aus, um die Stärke des fertigen Öls zuverlässig vorherzusagen.

Kann man die THC-Konzentration berechnen?

Eine grobe theoretische Abschätzung ist möglich, sie sollte aber nicht mit der tatsächlich gemessenen THC-Konzentration des fertigen Öls verwechselt werden. Besonders wichtig ist dabei, ob für die verwendeten Blüten THC und THCA getrennt angegeben werden.

THCA wird bei der Decarboxylierung nicht 1:1 nach Gewicht in THC umgewandelt. Durch die Abspaltung von Kohlendioxid geht Masse verloren. Deshalb wird der THCA-Gehalt zur Berechnung des theoretisch verfügbaren THC üblicherweise mit dem Faktor 0,877 multipliziert. Bereits vorhandenes THC wird anschließend hinzugezählt.

Vereinfachte Formel:
Gesamt-THC ≈ (THCA × 0,877) + THC

Die Formel beschreibt das theoretische THC-Potenzial des Ausgangsmaterials. Sie berücksichtigt noch keine Verluste bei Decarboxylierung, Übertragung in das Trägeröl oder Filtration.

THC-Rechner: theoretische Konzentration abschätzen

Mit dem Rechner kannst du das theoretische THC-Potenzial anhand der angegebenen THCA- und THC-Werte abschätzen. Das Ergebnis ist kein Laborwert und berücksichtigt keine Verluste während der Verarbeitung.

g
%
%
ml
THC bereits im Pflanzenmaterial 100 mg
Theoretisches THC aus THCA 1.754 mg
Theoretisches Gesamt-THC 1.854 mg
Theoretische maximale Konzentration 21,81 mg/ml

Wichtig: Der Rechner zeigt ausschließlich einen theoretischen Orientierungswert. Er geht rechnerisch davon aus, dass das bereits vorhandene THC und das aus THCA theoretisch mögliche THC vollständig im fertigen Öl landen. Tatsächliche Verluste durch unvollständige Decarboxylierung, Infusion, Filtration, Verarbeitung oder Lagerung werden nicht berücksichtigt. Den tatsächlichen THC-Gehalt kann nur eine Laboranalyse bestimmen.

Beispiel: Wie lässt sich die theoretische Stärke abschätzen?

Angenommen, ein analysiertes Pflanzenmaterial enthält 20 % THCA und 1 % THC. Aus 20 % THCA werden rechnerisch nicht 20 % THC, sondern:

20 × 0,877 = 17,54 % theoretisches THC

Zusammen mit dem bereits vorhandenen 1 % THC ergibt sich damit ein theoretisches Gesamt-THC von ungefähr 18,54 %.

Bei beispielsweise 10 g dieses Pflanzenmaterials entspräche das rechnerisch maximal etwa 1.854 mg THC-Potenzial. Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass anschließend 1.854 mg THC im fertigen Öl enthalten sind. Ein Teil des Potenzials kann während Decarboxylierung, Infusion und Filtration verloren gehen oder im Pflanzenmaterial zurückbleiben.

Auch eine weitere Umrechnung auf beispielsweise mg THC pro ml Öl bleibt deshalb nur eine theoretische Schätzung. Erst eine Laboranalyse kann zeigen, welche Konzentration das fertige Öl tatsächlich erreicht hat.

Gut zu wissen: Untersuchungen von Cannabisöl-Zubereitungen zeigen, dass die tatsächlich gemessenen Cannabinoidkonzentrationen deutlich schwanken können. Eine Berechnung anhand der Blütenmenge und des angegebenen THC-Gehalts ist deshalb eine Orientierung – keine exakte Bestimmung des fertigen Öls.

Wie sollte THC Öl aufbewahrt werden?

THC-haltiges Öl sollte möglichst kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahrt werden. Licht, Wärme und Sauerstoff können Cannabinoide und andere Inhaltsstoffe mit der Zeit verändern. Eine dunkle Glasflasche eignet sich deshalb besser zur Lagerung als ein dauerhaft lichtdurchlässiges Gefäß.

Auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Lagertemperatur eine wichtige Rolle spielt. In einer Studie über zwölf Monate waren Veränderungen bei 25 °C deutlich stärker als bei kühler gelagerten Proben. Bei den untersuchten Cannabisextrakten in Olivenöl erwies sich eine Lagerung bei 4 °C als besonders günstig für den Erhalt der Cannabinoide.

Wie lange ist selbstgemachtes THC Öl haltbar?

Eine genaue Haltbarkeit lässt sich bei selbst hergestelltem THC Öl nicht pauschal angeben. Sie hängt unter anderem vom verwendeten Trägeröl, der Sauberkeit bei der Herstellung, der Lagerung und davon ab, ob Feuchtigkeit oder Pflanzenreste im Öl zurückgeblieben sind.

Auch das Trägeröl selbst altert und kann mit der Zeit ranzig werden. Verändert sich der Geruch deutlich, sind ungewöhnliche Ablagerungen, Feuchtigkeit oder Anzeichen von Schimmel erkennbar, sollte das Öl nicht mehr verwendet werden.

Welche Fehler sollte man bei der Herstellung vermeiden?

Zu viel Hitze, eine ungleichmäßige Erwärmung und eine falsche Einschätzung der späteren THC-Konzentration gehören zu den häufigsten Fehlern. Auch die Qualität des Ausgangsmaterials, Verluste beim Filtern und eine ungeeignete Lagerung können das Ergebnis beeinflussen.

Häufiger Fehler Mögliche Folge Darauf achten
THC-Gehalt nur schätzen Die tatsächliche Stärke des Öls kann deutlich von der Berechnung abweichen. Sortenangaben nicht mit einer Analyse des fertigen Öls gleichsetzen.
Ungleichmäßig erhitzen Das Pflanzenmaterial kann unterschiedlich stark erwärmt werden. Auf eine möglichst gleichmäßige und kontrollierte Erwärmung achten.
Zu stark oder zu lange erhitzen Cannabinoide und andere Pflanzenstoffe können sich verändern oder abbauen. Mehr Hitze bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis.
Verluste beim Filtern ignorieren Ein Teil des Öls und der darin enthaltenen Cannabinoide bleibt im Pflanzenmaterial zurück. Bei Berechnungen das tatsächlich erhaltene Endvolumen berücksichtigen.
Falsch lagern Licht, Wärme und Sauerstoff können die Alterung beschleunigen. Kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahren.

Woran erkennt man, dass mit dem Öl etwas nicht stimmt?

Ein deutlich ranziger oder ungewöhnlicher Geruch, sichtbare Verunreinigungen, Feuchtigkeit oder Anzeichen von Schimmel sind Warnzeichen. In solchen Fällen sollte das Öl nicht weiter verwendet werden.

Farbe, Geruch und Geschmack verraten dagegen nicht, wie viel THC tatsächlich im Öl enthalten ist oder wie vollständig die Decarboxylierung abgelaufen ist. Das lässt sich zuverlässig nur durch eine entsprechende Laboranalyse bestimmen.

Was ist der Unterschied zwischen THC Öl, CBD Öl und Hanfsamenöl?

THC Öl, CBD Öl und Hanfsamenöl unterscheiden sich vor allem durch ihr Ausgangsmaterial und die enthaltenen Inhaltsstoffe. Während THC- und CBD-haltige Öle aus cannabinoidreichen Pflanzenteilen hergestellt werden können, wird Hanfsamenöl aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen.

Produkt Ausgangsmaterial Besonderheit
THC Öl THC-/THCA-reiche Cannabisblüten und Trägeröl THCA wird durch Decarboxylierung in THC umgewandelt.
CBD Öl CBD-/CBDA-reiches Pflanzenmaterial beziehungsweise CBD-Extrakt und Trägeröl Hier stehen CBDA und CBD statt THCA und THC im Mittelpunkt.
Hanfsamenöl Samen der Hanfpflanze Wird aus Hanfsamen gepresst und ist nicht mit einem cannabinoidhaltigen Blütenextrakt gleichzusetzen.

Möchtest du stattdessen ein Öl aus CBD-reichen Cannabisblüten herstellen, findest du die einzelnen Schritte und CBD-spezifischen Grundlagen in unserem Ratgeber CBD Öl selber machen: CBD Öl aus Blüten herstellen.

Häufige Fragen zu THC Öl und seiner Herstellung

Wie kann man THC Öl selber machen?

Die Herstellung lässt sich grundsätzlich in vier Schritte unterteilen: Pflanzenmaterial vorbereiten, THCA decarboxylieren, die Cannabinoide in ein geeignetes Trägeröl überführen und das Öl anschließend filtern. Wie viel THC das fertige Öl tatsächlich enthält, hängt vom Ausgangsmaterial und von der Verarbeitung ab und lässt sich ohne Laboranalyse nicht exakt bestimmen.

Welches Öl eignet sich für THC Öl?

Olivenöl, MCT-Öl und Kokosöl können als Träger für THC und andere fettlösliche Cannabinoide verwendet werden. Sie unterscheiden sich unter anderem in Geschmack und Konsistenz. Welches Trägeröl am besten passt, hängt deshalb auch von der gewünschten Verwendung und Lagerung ab.

Muss Cannabis für THC Öl decarboxyliert werden?

Wenn ein möglichst hoher Anteil des vorhandenen THCA in THC umgewandelt werden soll, ist die Decarboxylierung ein wichtiger Schritt. Die Umwandlung wird durch Wärme beschleunigt und hängt vom Zusammenspiel von Temperatur und Dauer sowie von den Eigenschaften des Pflanzenmaterials ab.

Kann man THC Öl mit Olivenöl herstellen?

Ja, Olivenöl eignet sich als Träger für Cannabinoide und wurde auch in wissenschaftlichen Untersuchungen zu Cannabisöl verwendet. Es ist bei Raumtemperatur flüssig, besitzt allerdings einen deutlichen Eigengeschmack.

Eignet sich MCT-Öl für THC Öl?

Ja, auch MCT-Öl kann als Träger für THC und andere Cannabinoide verwendet werden. Es ist bei Raumtemperatur flüssig und meist geschmacksneutraler als Olivenöl. In einer Vergleichsstudie wurden mit MCT- und Olivenöl ähnliche Cannabinoidkonzentrationen erreicht.

Kann man Kokosöl für THC Öl verwenden?

Ja, auch Kokosöl kann als fetthaltiger Träger verwendet werden. Im Gegensatz zu Oliven- und MCT-Öl kann es bei niedrigeren Raumtemperaturen jedoch fest werden, was bei der Abfüllung und späteren Verwendung berücksichtigt werden sollte.

Welche Temperatur eignet sich für THC Öl?

Eine einzelne Temperatur, die für jede Zubereitung optimal ist, lässt sich nicht festlegen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Temperatur und Dauer. Zu starke oder zu lange Hitze kann neben der gewünschten Decarboxylierung auch den Abbau von Cannabinoiden und anderen Pflanzenstoffen begünstigen.

Wie lange wird Cannabis im Öl erhitzt?

Eine universelle Dauer, die für jede Menge, jedes Trägeröl und jedes Verfahren gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Temperatur und Zeit müssen zusammen betrachtet werden. Längeres Erhitzen bedeutet deshalb nicht automatisch, dass mehr THC in das fertige Öl gelangt.

Wie lange ist selbstgemachtes THC Öl haltbar?

Eine genaue Haltbarkeit lässt sich bei selbst hergestelltem THC Öl nicht pauschal angeben. Sie hängt unter anderem vom Trägeröl, der Sauberkeit bei der Herstellung und den Lagerbedingungen ab. Das Öl sollte möglichst kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahrt werden.

Wie stark ist selbstgemachtes THC Öl?

Die tatsächliche THC-Konzentration lässt sich ohne Laboranalyse nicht zuverlässig bestimmen. Blütenmenge und angegebener THC-Gehalt ermöglichen lediglich eine theoretische Abschätzung, da bei Decarboxylierung, Öl-Infusion und Filtration Abweichungen und Verluste auftreten können.

Kann man die THC-Konzentration berechnen?

Eine theoretische Abschätzung ist möglich, eine exakte Berechnung des fertigen Öls jedoch nicht. Wird THCA separat angegeben, kann für die theoretische Umrechnung zu THC der Faktor 0,877 verwendet und bereits vorhandenes THC anschließend hinzugezählt werden. Verluste während der Verarbeitung werden damit jedoch nicht erfasst.

Was ist der Unterschied zwischen THC Öl und CBD Öl?

Bei THC Öl stehen THC-/THCA-reiche Cannabisblüten und die Umwandlung von THCA zu THC im Mittelpunkt, während bei CBD Öl CBD beziehungsweise CBDA im Vordergrund stehen. Wie ein Öl aus CBD-reichen Blüten hergestellt wird, erklären wir separat in unserem Cannapot-Ratgeber zum CBD Öl.

Was ist bei selbstgemachtem THC Öl besonders wichtig?

Für ein THC-haltiges Cannabisöl sind vor allem geeignetes Ausgangsmaterial, die Decarboxylierung von THCA, ein passendes Trägeröl und eine kontrollierte Verarbeitung entscheidend. Ebenso wichtig ist es, die Stärke des fertigen Öls realistisch einzuschätzen.

Bei Temperatur und Dauer gibt es keine einfache Universalformel. Wärme beschleunigt zwar die Umwandlung von THCA zu THC, zu starke oder zu lange Hitze kann jedoch gleichzeitig weitere Veränderungen und den Abbau von Inhaltsstoffen fördern. Eine möglichst gleichmäßige und kontrollierte Erwärmung ist deshalb wichtiger als ein vermeintlich perfekter Einzelwert.

Auch die THC-Konzentration lässt sich anhand von Blütenmenge und Cannabinoidgehalt nur theoretisch abschätzen. Wie viel THC nach Decarboxylierung, Öl-Infusion und Filtration tatsächlich im fertigen Öl enthalten ist, kann zuverlässig nur eine Laboranalyse zeigen.

Wissenschaftliche und fachliche Quellen

J. von Cannapot

J. Cannapot

J. ist der Gründer von Cannapot und gilt als Experte im Bereich Cannabis mit Schwerpunkt auf Cannabissorten. Er verfügt über fundiertes Wissen rund um das Thema sowie über langjährige Erfahrung in der Branche. Seit vielen Jahren beschäftigt sich J. intensiv mit Sorten und verschiedenen Cannabis-Produkten im Bereich Hanf und Cannabis.

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