Blattläuse bei Cannabis: So wirst du sie wieder los
Blattlausbefall erkennen, richtig einschätzen und gezielt eindämmen
Aktualisiert: August 2026 | Erfahre, wie du Blattläuse bei Cannabis sicher erkennst, was klebrige Blätter und Honigtau bedeuten, warum Ameisen ein wichtiger Hinweis sein können und welche mechanischen, biologischen und vorbeugenden Maßnahmen je nach Befallsstärke sinnvoll sind.
Autor: Cannapot Grow Team | Lesezeit: ungefähr fünfundzwanzig Minuten

Das Wichtigste auf einen Blick
✓ Blattläuse sind kleine Pflanzensauger, die sich bevorzugt an Blattunterseiten, jungen Trieben, Triebspitzen und Blattstielen ansiedeln. Bei Cannabis tritt unter anderem die Cannabisblattlaus Phorodon cannabis auf, je nach Region und Anbaubedingungen können jedoch auch andere Blattlausarten vorkommen.
✓ Einen Befall erkennst du häufig an kleinen grünen, gelblichen, bräunlichen oder dunklen Blattläusen, die in Gruppen auf der Pflanze sitzen. Weitere typische Anzeichen sind klebrige oder glänzende Blätter, weiße Häutungsreste sowie eingerollte oder verformte junge Blätter.
✓ Klebrige Blätter entstehen durch sogenannten Honigtau. Diese zuckerhaltige Flüssigkeit wird von den Blattläusen ausgeschieden und kann sich auf Blättern und Trieben sammeln. Bei stärkerem Befall können sich auf dem klebrigen Belag zusätzlich dunkle Rußtaupilze entwickeln.
✓ Auffällig viele Ameisen auf einer Cannabispflanze können ebenfalls auf Blattläuse hinweisen. Sie werden vom süßen Honigtau angezogen und können Blattlauskolonien sogar vor natürlichen Feinden wie Marienkäfern, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven oder Schlupfwespen schützen.
✓ Bei einem leichten Befall lassen sich Blattläuse häufig noch durch regelmäßige Kontrolle und mechanisches Entfernen eindämmen. Haben sich bereits größere Kolonien gebildet, können Nützlinge wie Florfliegenlarven, Marienkäferlarven, Schlupfwespen oder die Blattlausgallmücke Aphidoletes aphidimyza helfen.
✓ Während der Blüte ist bei Sprühbehandlungen besondere Vorsicht angebracht. Blattläuse sollten dann möglichst mechanisch entfernt oder mit geeigneten Nützlingen reduziert werden, damit zusätzliche Feuchtigkeit und unerwünschte Rückstände auf den Blüten vermieden werden.
Klebrige Blätter, winzige grüne oder dunkle Tiere und auffällig viele Ameisen gehören zu den klassischen Hinweisen auf Blattläuse bei Cannabis. Gerade im frühen Stadium wird ein Blattlausbefall jedoch leicht übersehen: Die Tiere sitzen bevorzugt an geschützten Stellen, vermehren sich schnell und können farblich so unterschiedlich sein, dass sie nicht immer sofort als Blattläuse erkannt werden.
Für eine sichere Diagnose solltest du deshalb nicht nur nach den Tieren selbst suchen. Besonders aussagekräftig ist die Kombination aus sichtbaren Kolonien, Honigtau, weißen Häutungsresten und Veränderungen am jungen Pflanzengewebe. Welche Gegenmaßnahme sinnvoll ist, hängt anschließend davon ab, ob du nur einzelne Tiere findest oder bereits größere Kolonien vorhanden sind und ob die Pflanze noch wächst oder schon blüht.
Wie erkennt man Blattläuse bei Cannabis?
Blattläuse sind kleine, weichhäutige Insekten, die meist in Gruppen auftreten. Besonders häufig findest du sie an Blattunterseiten, jungen Trieben und Triebspitzen. Klebrige Blätter durch Honigtau und weiße Häutungsreste sind weitere typische Anzeichen für einen Befall.
Blattläuse ernähren sich vom Pflanzensaft der Cannabispflanze. Mit ihren feinen Mundwerkzeugen stechen sie das Pflanzengewebe an und saugen den zuckerreichen Saft aus den Leitungsbahnen. Bei größeren Kolonien kann dieser ständige Saftentzug vor allem junge Pflanzenteile schwächen und deren Entwicklung beeinträchtigen. Gleichzeitig scheiden die Tiere Honigtau aus, der sich als klebriger oder glänzender Belag auf Blättern und Trieben bemerkbar macht.
Das Schadbild unterscheidet sich dadurch recht deutlich von anderen häufigen Cannabis-Schädlingen. Thripse hinterlassen beispielsweise eher silbrige oder abgeschabte Stellen auf den Blättern, während bei Spinnmilben feine helle Punkte und später auch Gespinste auftreten können.
Wie sehen Blattläuse aus?
Blattläuse sind winzige Insekten, die meist nur wenige Millimeter groß werden. Ihr weicher Körper ist oval bis leicht birnenförmig. Je nach Art und Entwicklungsstadium können die Tiere grün, gelblich, hellbraun, grau, rötlich oder fast schwarz gefärbt sein. Junge Blattläuse sehen den ausgewachsenen Tieren bereits sehr ähnlich, sind aber deutlich kleiner.
Ein typisches Merkmal vieler Blattlausarten sind zwei kleine röhrenförmige Fortsätze am Hinterleib. Sie sind mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen, können mit einer Lupe aber bei der Bestimmung helfen. Die Cannabisblattlaus Phorodon cannabis hält sich bevorzugt an geschützten Stellen wie Blattunterseiten und jungen Trieben auf. Bei stärkerem Befall können sich die Tiere jedoch über weitere Bereiche der Pflanze ausbreiten und auch an Stielen oder in der Nähe der Blüten auftreten.
Wo sitzen Blattläuse auf der Cannabispflanze?
Kontrolliere zuerst weiches und junges Pflanzengewebe. Besonders häufig findest du Blattläuse an Blattunterseiten, entlang größerer Blattadern, an Blattstielen, jungen Trieben, Triebspitzen und frisch gebildeten Blättern. Bei stärkerem Befall können sie sich über größere Pflanzenteile ausbreiten und auch in der Nähe von Blütenständen beziehungsweise an Blütenstielen sitzen.
Die Blattunterseiten sind für die Diagnose besonders wichtig. Dort sind Blattläuse weniger der direkten Sonne, Luftbewegung und mechanischen Störung ausgesetzt. Außerdem werden kleine Kolonien auf der Unterseite eines nach unten hängenden Blattes leicht übersehen, obwohl auf der Oberseite bereits Honigtau glänzt.
Grüne, schwarze oder geflügelte Blattläuse – welche Unterschiede gibt es?
Die Farbe allein sagt wenig darüber aus, wie gefährlich ein Befall ist. Grüne Blattläuse können sich auf dem Pflanzengewebe hervorragend tarnen, während dunkle oder schwarze Formen stärker auffallen. Innerhalb derselben Blattlausart können zudem unterschiedliche Farbmorphen vorkommen.
Ungeflügelte Blattläuse bilden den Großteil einer wachsenden Kolonie. Geflügelte Formen entstehen besonders dann, wenn sich Populationen ausbreiten oder neue Wirtspflanzen besiedelt werden. Einzelne geflügelte Blattläuse können deshalb ein Hinweis darauf sein, dass neue Pflanzen erreicht werden. Sie sind aber nicht automatisch eine andere Blattlausart.
| Schnelldiagnose | Typischer Hinweis | Was du prüfen solltest |
| Tiere | Kleine, weichhäutige, eher birnenförmige Insekten; häufig in Kolonien | Blattunterseiten, Blattadern, junge Triebe und Triebspitzen mit Lupe kontrollieren |
| Blätter klebrig | Glänzender oder klebriger Belag durch Honigtau | Über dem klebrigen Blatt nach Kolonien an höheren Blättern oder Trieben suchen |
| Weiße Partikel | Leere, helle Häutungsreste junger Blattläuse | Prüfen, ob die weißen Reste hohl wirken und nahe einer Kolonie liegen |
| Neuaustrieb | Gekräuselte, deformierte oder geschwächte junge Blätter und Triebe | Unter eingerollten Blatträndern und an der Triebspitze nach Tieren suchen |
| Ameisen | Mehrere Ameisen laufen wiederholt zu denselben jungen Pflanzenteilen | Gezielt nach Honigtau und Blattlauskolonien suchen; Ameisen allein beweisen keinen Befall |

Welche Symptome verursachen Blattläuse an Cannabis?
Typisch sind deformierte oder eingerollte junge Blätter, geschwächte Triebe, verlangsamtes Wachstum, klebriger Honigtau und bei längerem beziehungsweise stärkerem Befall Vergilbungen. Junge Pflanzen reagieren meist empfindlicher als große, etablierte Pflanzen.
Blattläuse entziehen der Pflanze fortlaufend Phloemsaft. Dabei handelt es sich um den zucker- und nährstoffhaltigen Pflanzensaft, der über die Leitungsbahnen unter anderem die in den Blättern gebildeten Zucker zu anderen Teilen der Pflanze transportiert. Eine einzelne Blattlaus richtet an einer kräftigen Pflanze kaum sichtbaren Schaden an. Problematisch wird die Situation, wenn sich Kolonien entwickeln und zahlreiche junge und ausgewachsene Blattläuse gleichzeitig an den Pflanzenteilen saugen. Dann kann sich das Wachstum sichtbar verlangsamen und frischer Austrieb unregelmäßig entwickeln.
Gekräuselte und deformierte junge Blätter
Junges Gewebe befindet sich noch in aktiver Entwicklung und reagiert besonders deutlich auf anhaltende Saugschäden. Blätter können sich einrollen, kräuseln oder asymmetrisch entfalten. In eingerollten Bereichen finden Blattläuse zugleich zusätzlichen Schutz, wodurch ein kleiner Befall beim schnellen Blick auf die Pflanze unbemerkt bleiben kann.
Geschwächte Triebe und verlangsamtes Wachstum
Mit zunehmendem Befall kann der Neuaustrieb schwächer wirken, Internodien und Blätter entwickeln sich weniger gleichmäßig und stark besiedelte Triebspitzen bleiben im Wachstum zurück. Auch leichte Vergilbungen können auftreten. Solche Symptome sind allerdings nicht spezifisch für Blattläuse und sollten immer zusammen mit sichtbaren Tieren, Honigtau oder Häutungsresten bewertet werden.
Weiße Häutungsreste auf Blättern und Trieben
Junge Blattläuse häuten sich während ihrer Entwicklung mehrfach. Zurück bleiben sehr leichte, weißliche bis durchscheinende leere Hüllen. Auf einer klebrigen Honigtau-Schicht können diese Häutungsreste regelrecht festkleben. Dadurch wirken befallene Blätter manchmal mit kleinen weißen Partikeln übersät.
Diese Häutungsreste werden gelegentlich mit Weißen Fliegen, Schimmel oder mineralischen Rückständen verwechselt. Mit einer Lupe lässt sich häufig erkennen, dass sie die Form eines kleinen Insektenkörpers besitzen und hohl sind. In Kombination mit lebenden Blattläusen sind sie ein sehr brauchbarer Diagnosehinweis.
Warum sind Cannabisblätter bei Blattläusen klebrig?
Klebrige Cannabisblätter entstehen bei Blattlausbefall meist durch Honigtau. Blattläuse müssen große Mengen zuckerreichen Phloemsafts aufnehmen und scheiden überschüssiges Wasser und Zucker als klebrige Flüssigkeit wieder aus.
Was ist Honigtau?
Phloemsaft enthält viel Zucker, während für Blattläuse wichtige Stickstoffverbindungen beziehungsweise Aminosäuren in vergleichsweise geringerer Konzentration vorliegen. Um genügend dieser Nährstoffe aufzunehmen, müssen Blattläuse große Mengen Pflanzensaft verarbeiten. Den Überschuss an Wasser und Kohlenhydraten geben sie als Honigtau wieder ab.
Frischer Honigtau erscheint zunächst wie kleine klare Tröpfchen. Mit zunehmender Menge bildet sich ein glänzender, klebriger Film auf Blättern, Stielen oder anderen darunterliegenden Pflanzenteilen. Staub, Pollen und Häutungsreste haften daran besonders leicht. Bei einem stärkeren Befall kann die Oberfläche deshalb schnell verschmutzt wirken.
Für die Diagnose ist Honigtau besonders wertvoll, weil er oft auffällt, bevor der eigentliche Saugschaden stark ausgeprägt ist. Wenn du ohne ersichtlichen Grund klebrige Cannabisblätter bemerkst, kontrolliere deshalb gezielt die Blattunterseiten und alle darüberliegenden Triebspitzen. Neben Blattläusen können allerdings auch andere Honigtau erzeugende Pflanzensauger wie Weiße Fliegen, Wollläuse oder bestimmte Schildläuse verantwortlich sein.
Wie entstehen Rußtau und dunkle Beläge?
Auf dem klebrigen Honigtau können sich sogenannte Rußtaupilze ansiedeln. Sie befallen das Pflanzengewebe nicht direkt, sondern wachsen auf den zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse. Dadurch entstehen graue bis schwarze Beläge auf den Blättern, die tatsächlich ein wenig wie Ruß aussehen. Breiten sie sich stark aus, können sie die Blattoberfläche bedecken und dadurch die Photosynthese der Pflanze beeinträchtigen.
Dunkle oder schwarze Beläge auf den Blättern bedeuten deshalb nicht automatisch, dass die Hanfpflanzen selbst von einem Pilz befallen sind. Häufig liegt das eigentliche Problem bei den Blattläusen und dem von ihnen ausgeschiedenen Honigtau. Solange weiterhin Honigtau entsteht, finden Rußtaupilze gute Bedingungen vor. Deshalb sollte in erster Linie der Blattlausbefall beseitigt werden.

Was haben Ameisen mit Blattläusen zu tun?
Ameisen suchen Blattlauskolonien vor allem wegen des zuckerreichen Honigtaus auf. Einige Ameisenarten verteidigen Blattläuse dabei gegen natürliche Feinde, weshalb starker Ameisenverkehr eine biologische Blattlausbekämpfung erschweren kann.
Warum Ameisen Blattläuse schützen
Für Ameisen ist der süße Honigtau der Blattläuse eine leicht zugängliche Nahrungsquelle. Deshalb besuchen sie Blattlauskolonien regelmäßig und nehmen die zuckerhaltigen Ausscheidungen auf. Im Gegenzug verteidigen manche Ameisenarten die Blattläuse sogar gegen ihre natürlichen Feinde. Marienkäferlarven, Florfliegenlarven oder Schlupfwespen können von den Ameisen angegriffen oder vertrieben werden.
Wie ausgeprägt dieses Verhalten ist, hängt von den beteiligten Ameisen- und Blattlausarten ab. Für die Bekämpfung kann es jedoch eine wichtige Rolle spielen: Werden Nützlinge eingesetzt, während zahlreiche Ameisen die Blattlauskolonien bewachen, kann deren Wirkung deutlich eingeschränkt werden.
Sind Ameisen an Cannabis ein Hinweis auf Blattläuse?
Auffällig viele Ameisen auf einer Cannabispflanze können tatsächlich auf Blattläuse hindeuten. Einzelne Ameisen sind allerdings noch kein Beweis für einen Befall. Interessant wird es vor allem dann, wenn mehrere Ameisen immer wieder dieselben Blattunterseiten, jungen Triebe oder Triebspitzen aufsuchen. In diesem Fall solltest du die betreffenden Stellen genauer auf Blattläuse, klebrigen Honigtau und weiße Häutungsreste untersuchen.
Gerade wenn man Cannabis im Freien anbaut, kann dieser Zusammenhang bei der Früherkennung hilfreich sein. Blattlauskolonien sitzen häufig gut versteckt zwischen jungen Blättern oder auf deren Unterseiten, während die Ameisen schon aus einiger Entfernung auffallen können. Viele Ameisen bedeuten jedoch nicht automatisch, dass Blattläuse vorhanden sind, denn auch andere Pflanzensauger produzieren Honigtau und können Ameisen anlocken.
Wie gefährlich sind Blattläuse für Cannabispflanzen?
Ein kleiner und früh entdeckter Blattlausbefall lässt sich bei einer kräftigen Cannabispflanze meist gut in den Griff bekommen. Problematisch wird es, wenn sich größere Kolonien bilden, der Befall über längere Zeit unbemerkt bleibt oder sehr junge beziehungsweise bereits geschwächte Pflanzen betroffen sind.
Blattläuse an Sämlingen und Jungpflanzen
Sämlinge und junge Cannabispflanzen besitzen noch wenig Blattmasse und vergleichsweise geringe Reserven. Eine Blattlauskolonie an der Triebspitze kann sie deshalb wesentlich stärker beeinträchtigen als eine große, gut entwickelte Pflanze. Besonders ernst nehmen solltest du verformten Neuaustrieb, deutlich verlangsamtes Wachstum oder welkende junge Blätter.
Blattläuse während Wachstum und Stretch
Während der Wachstumsphase und des sogenannten Stretchs, also des kräftigen Wachstumsschubs zu Beginn der Blüte, bildet Cannabis besonders viel frisches und weiches Pflanzengewebe. Genau diese jungen Triebe und Blätter sind für Blattläuse attraktiv. Eine kräftige Pflanze kann einen kleinen lokalen Befall zunächst häufig noch gut verkraften. Entscheidend ist jedoch, ob die Zahl der Blattläuse bei den nächsten Kontrollen zunimmt.
Besonders ungünstig ist es, wenn mehrere Triebspitzen gleichzeitig befallen sind. Die Blattläuse sitzen dann genau an den Bereichen, an denen sich neue Blätter und später die Blütenstände entwickeln. Deshalb solltest du einen Befall möglichst früh eindämmen, bevor die Pflanze dichter wird und versteckte Kolonien schwieriger zu entdecken sind.
Blattläuse während der Blüte
Während der Blüte wird ein Blattlausbefall vor allem deshalb problematischer, weil die Bekämpfung schwieriger wird. Die Tiere können sich an Stielen und in geschützten Bereichen rund um die Blüten ansiedeln. Gleichzeitig kann klebriger Honigtau auf die Blüten gelangen und mit zunehmender Blütendichte sollten direkte Sprühbehandlungen immer kritischer betrachtet werden.
Ein Befall sollte deshalb möglichst früh reduziert werden. Je weiter die Blüte fortgeschritten ist, desto wichtiger werden mechanische Maßnahmen, geeignete Nützlinge und eine möglichst rückstandsfreie Vorgehensweise. Wie sich Wachstum, Stretch und Blüte zeitlich einordnen, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Growzyklus von Cannabis.
| Pflanzenstadium | Warum Blattläuse hier problematisch sind | Was jetzt wichtig ist |
| Sämling / Jungpflanze | Wenig Blattmasse und geringe Reserven machen junge Pflanzen besonders empfindlich | Früh eingreifen und verhindern, dass sich größere Kolonien bilden |
| Wachstumsphase | Viele junge Blätter und Triebe bieten den Blattläusen geeignete Saugstellen | Befall kontrollieren, mechanisch reduzieren und bei Bedarf früh Nützlinge einsetzen |
| Stretch | Schneller Neuaustrieb und zunehmende Pflanzendichte erleichtern die Ausbreitung und erschweren spätere Kontrollen | Befall möglichst vor der dichteren Blütenbildung deutlich reduzieren |
| Blüte | Blattläuse und Honigtau können bis in die Nähe der Blüten gelangen und die Bekämpfung wird schwieriger | Mechanische Maßnahmen und geeignete Nützlinge bevorzugen |
Warum bekommt Cannabis Blattläuse?
Blattläuse entstehen nicht durch falsche Pflege. Sie müssen die Pflanze zunächst erreichen oder eingeschleppt werden. Bestimmte Bedingungen können anschließend jedoch dazu führen, dass sich eine vorhandene Population besonders schnell vermehrt.
Wie Blattläuse Indoor eingeschleppt werden
Indoor gelangen Blattläuse häufig über bereits befallene Pflanzen oder Stecklinge in den Anbaubereich. Besonders kleine Blattläuse können gut versteckt zwischen jungen Blättern, an Blattunterseiten oder Triebspitzen sitzen und beim ersten Kontrollieren leicht übersehen werden. Geflügelte Blattläuse können außerdem durch geöffnete Fenster, Lüftungsöffnungen oder aus der Umgebung anderer Pflanzen in den Growraum gelangen.
Sind Blattläuse erst einmal eingeschleppt, können sie sich Indoor schnell ausbreiten. In einem geschlossenen Growraum oder einer Growbox fehlen meist natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer, Florfliegen oder Schlupfwespen. Gleichzeitig finden die Blattläuse dauerhaft geeignete Pflanzen und relativ gleichmäßige Bedingungen vor. Dadurch kann aus wenigen unbemerkten Tieren innerhalb kurzer Zeit ein deutlich größerer Befall entstehen.
Wie Blattläuse Outdoor auf Pflanzen gelangen
Im Freien gelangen Blattläuse meist über geflügelte Tiere auf die Cannabispflanze. Sie können von anderen Pflanzen in der Umgebung zufliegen und sich anschließend an jungen Blättern und Trieben ansiedeln. Welche Blattlausarten auftreten und wie stark der Befall ausfällt, hängt unter anderem von der Jahreszeit, der umliegenden Vegetation und den örtlichen Bedingungen ab. Vollständig verhindern lässt sich der Zuflug Outdoor kaum.
Dafür hat der Outdoor-Anbau einen natürlichen Vorteil: Im Freien leben zahlreiche Fressfeinde und Gegenspieler der Blattläuse. Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und verschiedene Schlupfwespen können dazu beitragen, dass sich kleinere Blattlauskolonien nicht ungehindert ausbreiten.
Welche weiteren Schädlinge im Freien auftreten können und woran du sie erkennst, zeigen wir ausführlich in unserem Ratgeber über Outdoor-Schädlinge bei Cannabis.
Welche Bedingungen einen Befall begünstigen
Wie schnell sich Blattläuse vermehren, hängt unter anderem von der Blattlausart, der Temperatur, dem Zustand der Pflanze und der Zahl ihrer natürlichen Feinde ab. Viele Blattlausarten können sich zeitweise sogar ohne Paarung vermehren und direkt lebende Jungtiere hervorbringen. Unter günstigen Bedingungen kann deshalb aus wenigen Blattläusen innerhalb kurzer Zeit eine größere Kolonie entstehen.
Auch die Ernährung der Cannabispflanze kann eine Rolle spielen. Eine übermäßige Stickstoffversorgung fördert häufig besonders weiches und kräftiges Wachstum. Dieses junge Pflanzengewebe kann für Blattläuse attraktiv sein und ihre Vermehrung begünstigen. Zu viel Stickstoff verursacht jedoch keinen Blattlausbefall – die Tiere müssen zunächst auf die Pflanze gelangen oder eingeschleppt werden.
Wie kann man Blattläuse bei Cannabis bekämpfen?
Welche Methode am besten geeignet ist, hängt vor allem von der Stärke des Befalls ab. Einzelne Blattläuse und kleine Kolonien lassen sich häufig noch mechanisch entfernen. Breitet sich der Befall weiter aus, können zusätzlich geeignete Nützlinge eingesetzt werden.
Bevor du zu verschiedenen Mitteln greifst, solltest du dir zunächst ein genaues Bild vom Befall machen. Einige wenige Blattläuse an einer Triebspitze lassen sich wesentlich einfacher beseitigen als zahlreiche Kolonien auf mehreren Pflanzen. Kontrolliere deshalb den gesamten Bestand: Wie viele Pflanzen sind betroffen? Sitzen die Blattläuse nur an einzelnen Trieben oder bereits an vielen Stellen? Entdeckst du geflügelte Tiere? Und wie stark sind Honigtau und sichtbare Pflanzenschäden bereits ausgeprägt?
Einzelne Blattläuse mechanisch entfernen
Einzelne Blattläuse oder kleine Kolonien kannst du vorsichtig mit den Fingern, einem weichen Tuch oder einem weichen Pinsel von der Pflanze entfernen. Kontrolliere anschließend besonders gründlich die Blattunterseiten, jungen Triebe und benachbarten Pflanzenteile. Bei einem sehr leichten Befall kann diese einfache Methode bereits ausreichen, wenn sie konsequent wiederholt wird.
Blattläuse mit Wasser abspülen
Bei kräftigen Cannabispflanzen können Blattläuse auch vorsichtig mit Wasser abgespült werden. Der Wasserstrahl sollte stark genug sein, um die Tiere von Blättern und Trieben zu lösen, die Pflanze dabei aber nicht beschädigen. Besonders wichtig sind die Blattunterseiten, da sich dort häufig größere Kolonien verstecken.
Indoor solltest du darauf achten, dass die abgespülten Blattläuse nicht auf benachbarten Pflanzen landen. Außerdem erwischt das Wasser selten alle Tiere. Versteckte Blattläuse können zurückbleiben und erneut eine Kolonie bilden. Kontrolliere die Pflanze deshalb in den folgenden Tagen immer wieder.
Stark befallene Blätter und Triebe entfernen
Sind einzelne Blätter oder kleine Seitentriebe besonders stark mit Blattläusen besetzt, kann es sinnvoll sein, diese gezielt zu entfernen. Auf diese Weise lässt sich ein großer Teil der Schädlinge auf einmal beseitigen. Das bietet sich vor allem dann an, wenn der übrige Teil der Pflanze noch weitgehend frei von Blattläusen ist. Zu viele gesunde Blätter solltest du dabei allerdings nicht unnötig entfernen.
Befallene Blätter und Triebe solltest du anschließend direkt aus dem Anbaubereich entfernen und entsorgen. Lässt du sie neben den Pflanzen oder auf dem Substrat liegen, können überlebende Blattläuse wieder auf die Cannabispflanzen gelangen.
Wann biologische Maßnahmen sinnvoll sind
Nützlinge sind besonders sinnvoll, wenn Blattläuse bereits an mehreren Stellen auftreten oder sich durch mechanisches Entfernen allein nicht ausreichend eindämmen lassen. Sie bieten außerdem den Vorteil, dass keine Sprührückstände auf der Pflanze entstehen. Welcher Nützling am besten geeignet ist, hängt unter anderem von der Blattlausart, der Stärke des Befalls und den Anbaubedingungen ab.
Schlupfwespen eignen sich besonders gut, um Blattläuse frühzeitig aufzuspüren und ihre weitere Vermehrung einzudämmen. Bei bereits vorhandenen Kolonien können räuberische Nützlinge wie Florfliegenlarven oder Blattlausgallmücken hilfreich sein, da ihre Larven gezielt Blattläuse fressen. Welche Arten sich dafür eignen, zeigen wir im nächsten Abschnitt ausführlicher.
| Befallsstärke | Was du tun kannst | Danach beachten |
| Sehr leichter Befall | Einzelne Blattläuse abstreifen oder vorsichtig abspülen; Indoor die betroffene Pflanze möglichst von anderen Pflanzen trennen | Blattunterseiten und Triebspitzen in den folgenden Tagen regelmäßig kontrollieren |
| Leichter bis mittlerer Befall | Blattlauskolonien mechanisch reduzieren, stark befallene Blätter entfernen und bei Bedarf passende Nützlinge einsetzen | Auf neue Blattläuse achten und prüfen, ob Ameisen die natürlichen Gegenspieler behindern |
| Mittlerer Befall | Alle Pflanzen gründlich kontrollieren, größere Kolonien reduzieren und geeignete Nützlinge gezielt einsetzen | Auch benachbarte Pflanzen kontrollieren und beobachten, ob die Zahl der Blattläuse zurückgeht |
| Starker Befall | Stark befallene Pflanzenteile entfernen und mehrere geeignete Maßnahmen miteinander kombinieren | Den gesamten Bestand engmaschig kontrollieren; während der Blüte besonders auf Honigtau und befallene Blütenbereiche achten |
Welche Nützlinge helfen gegen Blattläuse bei Cannabis?
Gegen Blattläuse können verschiedene Nützlinge eingesetzt werden. Besonders interessant sind Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegenlarven, bestimmte Schlupfwespen sowie die Blattlausgallmücke Aphidoletes aphidimyza. Outdoor helfen außerdem natürlich vorkommende Schwebfliegenlarven dabei, Blattlauskolonien einzudämmen.
Welcher Nützling am besten geeignet ist, hängt von der Stärke des Befalls, der vorhandenen Blattlausart und den Bedingungen beim Anbau ab. Einige Nützlinge fressen unterschiedliche Blattlausarten, während bestimmte Schlupfwespen nur gegen ausgewählte Arten wirksam sind. Auch Temperatur, Luftfeuchtigkeit und zuvor eingesetzte Pflanzenschutzmittel können beeinflussen, wie gut sich die Nützlinge entwickeln und ihre Aufgabe erfüllen.
Marienkäfer und Marienkäferlarven
Marienkäfer gehören zu den bekanntesten natürlichen Feinden der Blattläuse. Besonders ihre Larven sind ausgesprochen gefräßig und können innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Blattläuse fressen. Für einen gezielten Einsatz sind Marienkäferlarven häufig besser geeignet als ausgewachsene Käfer, da diese fliegen können und den Anbaubereich möglicherweise wieder verlassen.
Outdoor kommen verschiedene Marienkäferarten auch von selbst vor. Entdeckst du bereits mehrere Marienkäfer oder deren Larven an einer nur leicht befallenen Pflanze, kann es sinnvoll sein, die Entwicklung zunächst zu beobachten. Natürliche Gegenspieler schaffen es häufig, kleinere Blattlauskolonien deutlich zu reduzieren.
Florfliegenlarven
Auch Florfliegenlarven sind wirkungsvolle natürliche Feinde von Blattläusen. Häufig eingesetzt wird die Florfliege Chrysoperla carnea. Ihre Larven suchen aktiv nach Blattläusen und anderen kleinen, weichhäutigen Schädlingen und eignen sich deshalb besonders gut, wenn bereits mehrere Blattlauskolonien vorhanden sind.
Interessant ist dabei vor allem das Larvenstadium: Während sich ausgewachsene Florfliegen überwiegend von Pollen, Nektar und Honigtau ernähren, sind ihre Larven die eigentlichen Blattlausjäger.
Schlupfwespen gegen Blattläuse
Bestimmte Schlupfwespen können Blattläuse gezielt aufspüren und ihre Vermehrung eindämmen. Dazu gehören beispielsweise Arten aus den Gattungen Aphidius, Aphelinus, Praon und Ephedrus. Die winzigen Wespen legen ihre Eier in Blattläusen ab. Anschließend entwickelt sich die Larve im Inneren der Blattlaus, bis schließlich eine charakteristisch aufgeblähte und vertrocknete Hülle zurückbleibt. Diese wird häufig als Blattlausmumie bezeichnet.
Nicht jede Schlupfwespenart eignet sich jedoch für jede Blattlaus. Deshalb ist es wichtig, einen Nützling auszuwählen, der zur vorhandenen Blattlausart passt. Ist die genaue Art nicht bekannt, können je nach Situation Mischungen verschiedener Schlupfwespen oder räuberische Nützlinge wie Florfliegenlarven die einfachere Wahl sein.
Blattlausgallmücke Aphidoletes aphidimyza
Die Blattlausgallmücke Aphidoletes aphidimyza ist ein natürlicher Gegenspieler zahlreicher Blattlausarten. Die erwachsenen Gallmücken suchen gezielt nach Blattlauskolonien und legen ihre Eier in deren Nähe ab. Nach dem Schlüpfen greifen die kleinen Larven die Blattläuse an und saugen sie aus.
Aphidoletes aphidimyza eignet sich besonders dann, wenn bereits mehrere Blattlauskolonien vorhanden sind. Wie gut sich die Gallmücke einsetzen lässt, hängt allerdings von den Bedingungen im Anbaubereich ab. Temperatur und Tageslänge spielen dabei eine wichtige Rolle. Beim gezielten Einsatz solltest du deshalb die Empfehlungen des jeweiligen Nützlingsanbieters beachten.
Welche Nützlinge eignen sich Indoor und Outdoor?
| Nützling | Wirkungsweise | Indoor | Outdoor |
| Marienkäfer / Larven | Fressen große Mengen Blattläuse und eignen sich gut bei vorhandenen Kolonien | Larven sind meist besser geeignet, da ausgewachsene Käfer wegfliegen können | Wichtige natürliche Gegenspieler, die häufig von selbst auftreten |
| Florfliegenlarven | Fressen Blattläuse und andere kleine, weichhäutige Schädlinge | Gut für die gezielte Bekämpfung vorhandener Blattlauskolonien geeignet | Kommen natürlich vor und können auch gezielt eingesetzt werden; die Witterung beeinflusst ihre Aktivität |
| Schlupfwespen | Spüren Blattläuse auf und legen ihre Eier in ihnen ab | Gut geeignet, wenn die gewählte Schlupfwespenart zur vorhandenen Blattlaus passt | Verschiedene Arten kommen natürlich vor; Ameisen können ihre Arbeit erschweren |
| Aphidoletes aphidimyza | Die Larven greifen zahlreiche Blattlausarten an und saugen sie aus | Besonders bei vorhandenen Kolonien und geeigneten Bedingungen interessant | Kann natürlich vorkommen; ein gezielter Einsatz ist stärker von Wetter und Temperatur abhängig |
| Schwebfliegenlarven | Die Larven sind natürliche Blattlausjäger und fressen zahlreiche Tiere | Für geschlossene Growräume weniger typisch | Sehr wertvolle natürliche Gegenspieler; blühende Pflanzen in der Umgebung können Schwebfliegen fördern |

Wie bekämpft man Blattläuse während der Cannabisblüte?
Während der Blütephase sollte ein Blattlausbefall möglichst ohne Rückstände auf den Blüten eingedämmt werden. Mechanisches Entfernen, das gezielte Abschneiden stark befallener Pflanzenteile und geeignete Nützlinge sind jetzt besonders sinnvoll. Mit Sprühbehandlungen solltest du dagegen umso vorsichtiger sein, je weiter die Blüte fortgeschritten ist.
Warum Sprühbehandlungen in der Blüte problematischer sind
Mit zunehmender Blütendichte kann Flüssigkeit zwischen den Blüten und in anderen geschützten Bereichen schlechter abtrocknen. Zusätzliche Feuchtigkeit ist dort unerwünscht, da sie das Risiko für Schimmel erhöhen kann. Außerdem können je nach verwendetem Mittel Rückstände auf den Blüten zurückbleiben. Eine Behandlung, die während der Wachstumsphase noch infrage kommt, ist deshalb nicht automatisch auch für die fortgeschrittene Blüte geeignet.
Auch bereits eingesetzte Nützlinge solltest du berücksichtigen. Manche Spritzmittel können nicht nur Blattläuse, sondern ebenso Florfliegenlarven, Blattlausgallmücken oder Schlupfwespen beeinträchtigen. Bevor verschiedene Methoden miteinander kombiniert werden, sollte deshalb immer geprüft werden, ob sie miteinander verträglich sind.
Mechanische Entfernung und Nützlinge in der Blüte
Bei kleinen Blattlauskolonien kannst du die Tiere vorsichtig von Blättern und Trieben entfernen. Sind einzelne Blätter besonders stark befallen, kann es sinnvoll sein, diese vollständig abzuschneiden und direkt aus dem Anbaubereich zu entfernen. Dabei solltest du möglichst behutsam vorgehen, damit Blattläuse nicht unnötig auf andere Pflanzenteile oder benachbarte Pflanzen verteilt werden.
Geeignete Nützlinge können anschließend dabei helfen, verbliebene Blattläuse aufzuspüren und den Befall weiter zu reduzieren. Kontrolliere während der Blüte außerdem regelmäßig auf klebrigen Honigtau. Gelangt dieser in die Nähe der Blüten, können daran Staub und Pflanzenreste haften bleiben und sich unter geeigneten Bedingungen Rußtaupilze ansiedeln. Je früher du einen Befall eindämmst, desto geringer ist das Risiko, dass Blattläuse und Honigtau bis in die Blüten gelangen.
Was ist bei Blattläusen Indoor anders als Outdoor?
Indoor gelangen Blattläuse meist durch eingeschleppte Pflanzen oder Stecklinge in den Anbaubereich und können sich dort unbemerkt ausbreiten. Outdoor lässt sich der Zuflug dagegen kaum verhindern. Dafür gibt es im Freien deutlich mehr natürliche Gegenspieler, die Blattlauskolonien eindämmen können.
Auch bei der Bekämpfung gibt es Unterschiede. Indoor lassen sich befallene Pflanzen häufig von den übrigen Pflanzen trennen und Nützlinge gezielt einsetzen. Outdoor ist eine solche Isolation kaum möglich. Hier spielen dafür Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen eine größere Rolle. Gleichzeitig können Wind, Regen und Temperaturschwankungen die Entwicklung der Blattläuse beeinflussen.
| Aspekt | Indoor | Outdoor |
| Wie Blattläuse auf die Pflanze gelangen | Häufig über Stecklinge, neue Pflanzen oder andere befallene Pflanzen; geflügelte Blattläuse können auch durch Fenster und Lüftungsöffnungen gelangen | Geflügelte Blattläuse können von Pflanzen aus der Umgebung zufliegen und neue Kolonien gründen |
| Natürliche Gegenspieler | Meist kaum vorhanden, sofern Nützlinge nicht gezielt eingesetzt werden | Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen können Blattläuse auf natürliche Weise reduzieren |
| Ameisen | Können vorkommen, spielen in geschlossenen Anbauräumen aber meist eine geringere Rolle | Können Blattlauskolonien wegen des Honigtaus regelmäßig besuchen und gegen natürliche Feinde verteidigen |
| Befallene Pflanzen trennen | Häufig möglich und sinnvoll, um eine weitere Ausbreitung zu erschweren | Meist kaum möglich; außerdem können jederzeit neue geflügelte Blattläuse zufliegen |
| Nützlinge einsetzen | Gezielter Einsatz möglich, da Temperatur und Umgebung besser kontrolliert werden können | Natürliche Gegenspieler sind häufig bereits vorhanden; gezielt eingesetzte Nützlinge werden stärker von Wetter und Umgebung beeinflusst |
| Besonders wichtig | Neue Pflanzen kontrollieren, Befall früh entdecken, betroffene Pflanzen trennen und bei Bedarf Nützlinge einsetzen | Pflanzen regelmäßig kontrollieren, größere Blattlauskolonien früh reduzieren und natürliche Gegenspieler fördern |
Wie kann man Blattläusen bei Cannabis vorbeugen?
Blattläuse lassen sich nicht immer vollständig verhindern. Mit regelmäßigen Kontrollen, vorsichtigem Umgang mit neuen Pflanzen und Stecklingen, guter Hygiene und einer ausgewogenen Düngung kannst du das Risiko eines größeren Befalls jedoch deutlich reduzieren. Entscheidend ist vor allem, die ersten Blattläuse zu entdecken, bevor sich größere Kolonien bilden.
- Neue Pflanzen und Stecklinge genau kontrollieren: Untersuche neue Pflanzen gründlich, bevor sie zu den anderen kommen. Achte besonders auf Blattunterseiten, Blattstiele und junge Triebe. Eine Lupe kann dabei sehr hilfreich sein.
- Neue Pflanzen zunächst getrennt halten: Indoor solltest du Neuzugänge möglichst nicht sofort zwischen deine bestehenden Pflanzen stellen. Kontrolliere sie zunächst mehrfach auf Blattläuse und andere Schädlinge.
- Blattunterseiten und Triebspitzen regelmäßig prüfen: Blattläuse verstecken sich bevorzugt an jungen und geschützten Pflanzenteilen. Eine kleine Kolonie lässt sich wesentlich leichter beseitigen als ein Befall, der sich bereits über mehrere Pflanzen ausgebreitet hat.
- Auf klebrige Blätter achten: Honigtau kann einen Blattlausbefall verraten, bevor die Tiere selbst auffallen. Ungewöhnlich klebrige oder glänzende Blätter solltest du deshalb immer genauer untersuchen.
- Nicht übermäßig düngen: Zu viel Stickstoff verursacht keine Blattläuse, kann aber besonders weiches und kräftiges Wachstum fördern, das für die Schädlinge günstige Bedingungen bietet. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist deshalb die bessere Wahl.
- Auf Sauberkeit achten: Entfernte befallene Blätter und Triebe solltest du direkt aus dem Anbaubereich bringen und entsorgen. Kontrolliere nach Arbeiten an befallenen Pflanzen außerdem deine Hände und verwendeten Werkzeuge, bevor du gesunde Pflanzen berührst.
- Natürliche Gegenspieler Outdoor fördern: Eine abwechslungsreiche und blühende Umgebung kann unter anderem Schwebfliegen, Florfliegen und andere natürliche Feinde der Blattläuse anlocken und ihnen Nahrung bieten.
- Ameisen im Auge behalten: Auffällig viele Ameisen können auf versteckte Blattlauskolonien oder andere Honigtau produzierende Schädlinge hinweisen. Außerdem können Ameisen natürliche Feinde der Blattläuse vertreiben.
Blattläuse oder andere Cannabis-Schädlinge?
Blattläuse lassen sich meist anhand ihrer Körperform, ihres Auftretens in Kolonien sowie durch klebrigen Honigtau und weiße Häutungsreste von anderen Cannabis-Schädlingen unterscheiden. Verwechslungen sind vor allem mit Thripsen, Spinnmilben, Weißen Fliegen, Schildläusen, Wollläusen und Wurzelläusen möglich.
Blattläuse oder Thripse
Thripse besitzen einen deutlich schmaleren und länglicheren Körper als Blattläuse. Typisch sind silbrige bis graue Stellen auf den Blättern, die wie abgeschabt wirken können. Häufig kommen kleine schwarze Kotpunkte hinzu. Blattläuse sitzen dagegen oft in sichtbaren Gruppen an jungen Pflanzenteilen und hinterlassen klebrigen Honigtau sowie weiße Häutungsreste.
Blattläuse oder Spinnmilben
Spinnmilben sind wesentlich kleiner als Blattläuse und mit bloßem Auge oft nur schwer zu erkennen. Ein typisches Anzeichen sind zahlreiche kleine helle Punkte auf den Blättern. Bei stärkerem Befall entstehen außerdem feine Gespinste an Blattunterseiten, Blatträndern und Triebspitzen. Blattläuse bilden dagegen keine Gespinste und sind meist als einzelne Tiere oder ganze Kolonien erkennbar.
Entdeckst du zahlreiche helle Punkte oder feine Gespinste an deiner Pflanze, hilft dir unser ausführlicher Ratgeber über Spinnmilben bei Cannabis bei der weiteren Bestimmung.
Blattläuse oder Weiße Fliegen
Weiße Fliegen halten sich wie Blattläuse bevorzugt auf den Blattunterseiten auf und produzieren ebenfalls Honigtau. Ausgewachsene Tiere sind jedoch weiß, besitzen Flügel und erinnern an winzige Motten. Besonders auffällig ist, dass sie beim Berühren oder Bewegen der Pflanze häufig auffliegen. Junge Weiße Fliegen sitzen dagegen flach auf der Blattunterseite und sehen deutlich anders aus als junge Blattläuse.
Blattläuse oder Schildläuse
Schildläuse wirken häufig wie kleine fest sitzende Schilde oder Höcker auf Blättern und Stielen. Viele Arten bewegen sich als ausgewachsene Tiere kaum noch und können ebenfalls klebrigen Honigtau verursachen. Blattläuse sind dagegen deutlich als kleine Insekten mit Beinen erkennbar und meist beweglicher.
Blattläuse oder Wollläuse
Wollläuse fallen durch ihre weißliche, wachsartige Oberfläche auf und wirken häufig, als wären sie mit kleinen Watteflocken bedeckt. Auch sie können Honigtau ausscheiden und dadurch klebrige Blätter verursachen. Blattläuse besitzen dagegen keine auffällige weiße Wachsschicht und haben einen glatten, weichen Körper.
Blattläuse oder Wurzelläuse
Wurzelläuse leben überwiegend im Wurzelbereich und werden deshalb häufig erst bei einer genaueren Kontrolle des Substrats oder Wurzelballens entdeckt. Blattläuse sitzen dagegen meist sichtbar auf Blättern, jungen Trieben und Stielen. Zeigt eine Cannabispflanze Wachstumsprobleme, obwohl oberirdisch keine Schädlinge zu finden sind, kann deshalb auch eine Kontrolle des Wurzelbereichs sinnvoll sein.
| Schädling | Typisches Aussehen | Typische Anzeichen | Unterschied zu Blattläusen |
| Blattläuse | Klein, weich, oval bis birnenförmig, grünlich bis dunkel; häufig in Gruppen | Honigtau, weiße Häutungsreste und verformter oder eingerollter Neuaustrieb | Kolonien zusammen mit klebrigem Honigtau sind besonders typisch |
| Thripse | Sehr schmal und länglich; junge Tiere meist heller | Silbrige Blattstellen und kleine schwarze Kotpunkte | Deutlich schmalerer Körper und normalerweise kein klebriger Honigtau |
| Spinnmilben | Winzig und mit bloßem Auge schwer zu erkennen | Viele kleine helle Punkte auf den Blättern, später feine Gespinste | Gespinste sind ein besonders deutlicher Hinweis auf Spinnmilben |
| Weiße Fliegen | Kleine weiße, mottenähnliche Insekten | Honigtau; ausgewachsene Tiere fliegen beim Bewegen der Pflanze häufig auf | Weiße geflügelte Tiere sind leicht von Blattlauskolonien zu unterscheiden |
| Schildläuse | Kleine fest sitzende Schilde oder Höcker | Je nach Art Honigtau, klebrige Blätter und geschwächtes Wachstum | Ausgewachsene Schildläuse sitzen meist fest an der Pflanze |
| Wollläuse | Weißlich und wachsartig, häufig wie kleine Watteflocken | Honigtau und klebrige Stellen auf der Pflanze | Auffällige weiße Wachsschicht statt des glatten Körpers einer Blattlaus |
| Wurzelläuse | Kleine Läuse im Wurzelbereich, teilweise mit weißlichen Ablagerungen | Schwaches Wachstum und Probleme im Wurzelbereich | Leben hauptsächlich im Substrat und an den Wurzeln statt auf Blättern und Trieben |

Welche Fehler machen Blattlausbefall besonders hartnäckig?
Ein Blattlausbefall wird besonders hartnäckig, wenn nur die sichtbaren Tiere entfernt werden, versteckte Kolonien unentdeckt bleiben oder die Pflanzen nach der ersten Behandlung nicht weiter kontrolliert werden. Auch eine falsche Kombination verschiedener Bekämpfungsmethoden kann den Erfolg beeinträchtigen.
| Häufiger Fehler | Warum er problematisch ist |
| Nur die Blattoberseiten kontrollieren | Blattläuse verstecken sich häufig an Blattunterseiten, jungen Trieben und in eingerollten Blättern |
| Nach einmaligem Entfernen nicht mehr kontrollieren | Übersehene Blattläuse können sich weiter vermehren und innerhalb kurzer Zeit neue Kolonien bilden |
| Ameisen ignorieren | Ameisen können Blattlauskolonien gegen natürliche Feinde verteidigen und dadurch die Wirkung von Nützlingen verringern |
| Zu stark düngen | Eine übermäßige Stickstoffversorgung kann besonders weiches Wachstum fördern und einen vorhandenen Blattlausbefall begünstigen |
| Nützlinge und unverträgliche Spritzmittel kombinieren | Manche Mittel schädigen nicht nur Blattläuse, sondern auch eingesetzte Nützlinge wie Florfliegenlarven oder Schlupfwespen |
| Blüten unkritisch besprühen | Zusätzliche Feuchtigkeit kann zwischen dichten Blüten schlecht abtrocknen und je nach verwendetem Mittel können Rückstände zurückbleiben |
FAQs zu Blattläusen bei Cannabis
F: Warum sind meine Cannabisblätter klebrig?
A: Klebrige oder ungewöhnlich glänzende Blätter können durch Honigtau entstehen. Diese zuckerhaltige Flüssigkeit wird von Blattläusen und einigen anderen Pflanzensaugern ausgeschieden. Kontrolliere deshalb besonders die Blattunterseiten und darüberliegenden Triebe auf Blattläuse, weiße Häutungsreste, Weiße Fliegen, Wollläuse oder Schildläuse.
F: Kann man Blattläuse mit Wasser entfernen?
A: Ja. Bei kräftigen Pflanzen kann vorsichtiges Abspülen einen großen Teil der sichtbaren Blattläuse entfernen. Kontrolliere die Pflanze anschließend jedoch weiterhin regelmäßig, da versteckte oder übersehene Tiere zurückbleiben und neue Kolonien bilden können.
F: Helfen Marienkäfer gegen Blattläuse auf Cannabis?
A: Ja. Marienkäfer und besonders ihre Larven sind natürliche Feinde von Blattläusen und können zahlreiche Tiere fressen. Für einen gezielten Indoor-Einsatz sind Larven häufig besser geeignet, da ausgewachsene Marienkäfer fliegen und den Anbaubereich wieder verlassen können.
F: Können Blattläuse Cannabisblüten befallen?
A: Blattläuse können auch an Blütenstielen und in geschützten Bereichen rund um die Blüten auftreten. Problematisch sind dann neben dem Saugen an der Pflanze vor allem klebriger Honigtau und Verunreinigungen. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten zur direkten Behandlung mit fortschreitender Blüte eingeschränkter.
F: Warum sind Ameisen auf meiner Cannabispflanze?
A: Ameisen werden häufig vom süßen Honigtau der Blattläuse und anderer Pflanzensauger angelockt. Laufen auffällig viele Ameisen immer wieder zu denselben Trieben oder Blattunterseiten, solltest du dort gezielt nach Blattläusen suchen. Ameisen allein sind jedoch noch kein sicherer Beweis für einen Befall.
F: Warum kommen Blattläuse immer wieder?
A: Häufig wurden einzelne Tiere, versteckte Kolonien oder befallene Nachbarpflanzen übersehen. Outdoor können außerdem jederzeit neue geflügelte Blattläuse zufliegen. Kontrolliere deshalb nicht nur die ursprünglich befallene Stelle, sondern über mehrere Tage hinweg die gesamte Pflanze und benachbarte Pflanzen.
F: Wo sitzen Blattläuse auf Cannabispflanzen?
A: Besonders häufig findest du Blattläuse an Blattunterseiten, Blattstielen, jungen Trieben und Triebspitzen. Bei stärkerem Befall können sich die Tiere auch auf weitere Pflanzenteile und bis in die Nähe der Blüten ausbreiten.
F: Gibt es Blattläuse an Cannabiswurzeln?
A: Ja, sogenannte Wurzelläuse können im Wurzelbereich auftreten. Sie sind jedoch von den Blattläusen zu unterscheiden, die auf Blättern und Trieben leben. Zeigt eine Pflanze Wachstumsprobleme, obwohl oberirdisch keine Schädlinge zu entdecken sind, kann deshalb auch eine Kontrolle des Substrats und der Wurzeln sinnvoll sein.
F: Helfen Gelbtafeln gegen Blattläuse?
A: Gelbtafeln können geflügelte Blattläuse anlocken und sichtbar machen. Dadurch helfen sie vor allem dabei, einen Befall frühzeitig zu bemerken. Gegen Blattlauskolonien auf Blättern und Trieben reichen Gelbtafeln jedoch nicht aus und sollten deshalb nur als ergänzende Kontrollmethode betrachtet werden.
Blattläuse früh erkennen und gezielt eindämmen
Je früher du Blattläuse an deiner Cannabispflanze entdeckst, desto einfacher lassen sie sich in der Regel wieder loswerden. Kleine Kolonien sind wesentlich leichter zu kontrollieren als ein Befall, der sich bereits über zahlreiche Blätter, Triebspitzen oder sogar bis in die Nähe der Blüten ausgebreitet hat.
Achte deshalb nicht nur auf die Blattläuse selbst. Klebriger Honigtau, weiße Häutungsreste, verformte junge Blätter und auffällig viele Ameisen können ebenfalls auf einen Befall hinweisen. Zusammen mit dem Aussehen der Tiere helfen dir diese Merkmale dabei, Blattläuse von Thripsen, Spinnmilben und anderen Cannabis-Schädlingen zu unterscheiden.
Bei einem leichten Befall reichen häufig mechanische Maßnahmen und regelmäßige Kontrollen aus. Breiten sich die Blattläuse weiter aus, können geeignete Nützlinge die Bekämpfung sinnvoll unterstützen. Während der Blüte solltest du besonders darauf achten, unnötige Feuchtigkeit und Rückstände auf den Blüten zu vermeiden. Kontrolliere die Pflanzen auch nach einem sichtbaren Rückgang des Befalls weiter – erst wenn über längere Zeit keine neuen Blattläuse oder Kolonien auftauchen, ist das Problem wirklich unter Kontrolle.
