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Cannabis düngen: Wann, wie oft und womit?

Cannabis richtig düngen: Nährstoffe, Dosierung und Düngepraxis

Aktualisiert: September 2026 | Cannabis düngen: praxisnaher Anfänger-Ratgeber zu Düngebeginn, Häufigkeit, Dosierung, NPK, Wachstum, Blüte, Erde, Kokos, pH, EC und Hausmitteln.
Autor: Cannapot Grow Team | Lesezeit: ungefähr zwanzig Minuten

Cannabispflanze beim richtigen Düngen mit Nährlösung

Das Wichtigste auf einen Blick

Cannabis sollte nicht nach einem festen Kalender gedüngt werden. Wann Dünger benötigt wird, hängt vor allem von Entwicklungsphase, Substrat und bisheriger Nährstoffversorgung ab.

Sämlinge benötigen anfangs nur sehr wenige Nährstoffe. Stark vorgedüngte Erde oder zusätzlicher Dünger können die empfindlichen jungen Wurzeln schädigen und Sämlinge im schlimmsten Fall zerstören. Für die ersten Tage ist daher ein mildes, nur schwach oder überhaupt nicht gedüngtes Anzuchtsubstrat ohne zusätzliche Düngergaben meist die sicherste Wahl.

Wie oft und wie stark gedüngt werden sollte, hängt vom Dünger und Anbausystem ab. Eine feste Dosierung, die für jede Cannabispflanze gleichermaßen passt, gibt es nicht.

Der Nährstoffbedarf verändert sich während des Growzyklus. Wachstum, Vorblüte und Blüte stellen unterschiedliche Anforderungen – mehr Dünger bedeutet dabei nicht automatisch besseres Wachstum.

Gelbe oder verfärbte Blätter bedeuten nicht automatisch Nährstoffmangel. Auch pH-Wert, falsches Gießen oder Probleme im Wurzelbereich können die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen.

Warum muss Cannabis überhaupt gedüngt werden?

Cannabis benötigt während seiner Entwicklung verschiedene Nährstoffe, die es über die Wurzeln aufnimmt und für das Wachstum von Wurzeln, Blättern, Trieben und später Blüten benötigt. Dazu gehören vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium, aber auch Calcium, Magnesium und verschiedene Spurenelemente.

Wie viele Nährstoffe zusätzlich als Dünger zugeführt werden müssen, hängt stark vom verwendeten Substrat und Anbausystem ab. Erde kann bereits Nährstoffe enthalten und diese über einen längeren Zeitraum bereitstellen. Kokos, Steinwolle und andere weitgehend nährstoffarme Medien werden dagegen gezielt über die Nährlösung versorgt.

Richtig düngen bedeutet deshalb nicht, einer Cannabispflanze möglichst viele Nährstoffe zu geben. Entscheidend ist eine Versorgung, die zu ihrem tatsächlichen Bedarf passt. Auch zwischen verschiedenen Genetiken aus Hanfsamen können sich Wuchsstärke, Pflanzengröße und damit der tatsächliche Nährstoffbedarf unterscheiden. Zu wenig Dünger kann das Wachstum begrenzen, zu viel Dünger kann die Pflanze dagegen schädigen. Gerade für Anfänger ist ein einfaches und übersichtliches Düngesystem meist leichter zu kontrollieren als eine Kombination aus vielen verschiedenen Düngern und Zusätzen.

Welche Makro- und Mikronährstoffe braucht Cannabis?

Zu den wichtigsten Hauptnährstoffen für Cannabis gehören Stickstoff, Phosphor und Kalium. Zusätzlich benötigt die Pflanze unter anderem Calcium, Magnesium, Schwefel und verschiedene Spurenelemente. Wie viel davon benötigt wird, verändert sich während des Growzyklus. Auch Größe und Entwicklung der Pflanze, Substrat, Wurzelraum und Anbaubedingungen beeinflussen den tatsächlichen Bedarf.

Stickstoff ist besonders für das vegetative Wachstum und den Aufbau grüner Pflanzenmasse wichtig. Phosphor ist unter anderem an der Energieübertragung und zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Kalium übernimmt wichtige Funktionen beim Wasserhaushalt und bei verschiedenen Vorgängen innerhalb der Pflanze. Calcium und Magnesium gehören ebenfalls zu einer ausgewogenen Nährstoffversorgung.

Daneben benötigt Cannabis kleinere Mengen an Mikronährstoffen wie Eisen, Mangan, Bor, Zink, Kupfer und Molybdän. Obwohl diese nur in geringen Mengen gebraucht werden, sind sie für eine gesunde Entwicklung ebenfalls wichtig.

Was bedeutet NPK bei Cannabis-Dünger?

NPK steht für die drei Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Die NPK-Angabe auf einem Dünger zeigt, in welchem Verhältnis beziehungsweise in welcher Konzentration diese Nährstoffe enthalten sind. Sie hilft dabei, verschiedene Dünger miteinander zu vergleichen.

Die NPK-Werte allein sagen jedoch noch nicht, ob ein Dünger für Cannabis oder eine bestimmte Wachstumsphase geeignet ist. Ein Basisdünger kann beispielsweise bereits Calcium, Magnesium und Spurenelemente enthalten, während andere Düngesysteme dafür zusätzliche Komponenten verwenden. Deshalb sollte immer die gesamte Zusammensetzung betrachtet werden.

Auch besonders hohe Phosphor- oder Kaliumwerte sind nicht automatisch besser. Vor allem während der Blüte wird häufig mit hohen PK-Werten geworben. Eine Cannabispflanze kann jedoch nur die Nährstoffmenge sinnvoll nutzen, die sie tatsächlich benötigt.

Ab wann sollte man Cannabis düngen?

Mit dem zusätzlichen Düngen sollte erst begonnen werden, wenn die Cannabispflanze tatsächlich weitere Nährstoffe benötigt. Besonders Sämlinge brauchen anfangs nur sehr wenig. Stark vorgedüngte Erde oder zusätzlicher Dünger können die empfindlichen jungen Wurzeln schädigen und einen Sämling im schlimmsten Fall vollständig zerstören.

Für die ersten Tage und die frühe Sämlingsphase eignet sich deshalb ein mildes, nur schwach oder überhaupt nicht gedüngtes Anzuchtsubstrat besonders gut. Zusätzlicher Dünger ist in dieser Phase normalerweise nicht notwendig. Erst mit zunehmender Größe der Pflanze und einem stärker entwickelten Wurzelsystem steigt auch ihr Nährstoffbedarf.

Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, hängt unter anderem vom Substrat ab. Bei vorgedüngter Erde sollte berücksichtigt werden, wie viele Nährstoffe bereits enthalten sind. Wer zusätzlich düngt, obwohl noch ausreichend Nährstoffe im Substrat vorhanden sind, riskiert eine Überversorgung. In Kokos, Steinwolle oder anderen weitgehend nährstoffarmen Medien muss die Nährstoffversorgung dagegen von Anfang an anders aufgebaut werden.

Müssen Cannabis-Sämlinge bereits gedüngt werden?

Nein, Cannabis-Sämlinge benötigen in Erde normalerweise noch keinen zusätzlichen Dünger. In dieser frühen Phase ist das Wurzelsystem klein und der Nährstoffbedarf entsprechend gering. Ein mildes, nur schwach oder überhaupt nicht gedüngtes Anzuchtsubstrat ist deshalb meist die bessere Wahl.

Stark vorgedüngte Erde oder zusätzliche Düngergaben können für junge Pflanzen zu viel sein. Die empfindlichen Wurzeln können dadurch geschädigt werden und im schlimmsten Fall kann der Sämling vollständig eingehen. Mit dem Düngen sollte deshalb nicht vorsorglich begonnen werden, solange die junge Pflanze noch ausreichend versorgt ist.

Anders ist die Situation bei Kokos, Steinwolle oder anderen praktisch nährstofffreien Medien. Dort müssen die benötigten Nährstoffe über eine entsprechend milde Nährlösung bereitgestellt werden. Die Düngung richtet sich in diesem Fall nach dem verwendeten Anbausystem und muss an junge Pflanzen angepasst sein.

Ab wann düngen bei vorgedüngter Erde?

Bei vorgedüngter Erde sollte erst zusätzlich gedüngt werden, wenn die bereits enthaltenen Nährstoffe zunehmend verbraucht sind. Wie lange die Vordüngung ausreicht, lässt sich nicht pauschal in Tagen oder Wochen angeben. Entscheidend sind unter anderem die Stärke der Vordüngung, Topfgröße, Pflanzengröße und Wachstumsgeschwindigkeit.

Die Angaben des Erdenherstellers können dabei als Orientierung dienen. Sie sollten jedoch nicht als exakter Zeitpunkt verstanden werden, an dem automatisch mit dem Düngen begonnen werden muss. Eine kleine Pflanze in einem größeren Volumen frischer Erde verbraucht die vorhandenen Nährstoffe wesentlich langsamer als eine kräftige Pflanze in einem bereits stark durchwurzelten Topf.

Woran erkennt man, dass die Nährstoffreserve der Erde nachlässt?

Ob die Nährstoffreserve einer Erde langsam zur Neige geht, lässt sich am besten aus der bisherigen Standzeit im Substrat, der Stärke der Vordüngung und der Entwicklung der Pflanze einschätzen. Ziel ist nicht, mit dem Düngen so lange zu warten, bis bereits ein deutlicher Nährstoffmangel entstanden ist, sondern die Versorgung rechtzeitig und vorsichtig fortzuführen.

Zeigen sich hellere oder verfärbte Blätter oder verlangsamt sich das Wachstum, bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass mehr Dünger benötigt wird. Auch falsches Gießen, ein ungeeigneter pH-Wert oder Probleme im Wurzelbereich können die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen. Wie sich ein tatsächlicher Mangel erkennen und von anderen Ursachen unterscheiden lässt, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Nährstoffmangel bei Cannabis.

Cannabis düngen in Erde und Kokos im Vergleich

Wie oft sollte man Cannabis düngen?

Wie oft Cannabis gedüngt werden sollte, hängt vor allem vom Substrat, verwendeten Dünger und Nährstoffbedarf der Pflanze ab. Eine pauschale Regel wie „einmal pro Woche“ gibt es deshalb nicht. Ebenso wenig sollte grundsätzlich bei jedem Gießen Dünger verwendet werden.

Beim Anbau in Erde können zwischen den einzelnen Düngegaben noch ausreichend Nährstoffe im Substrat vorhanden sein. Bei Kokos und hydroponischen Systemen erfolgt die Versorgung dagegen regelmäßig über die Nährlösung. Auch die Art des Düngers spielt eine Rolle: Ein organischer Langzeitdünger wird anders eingesetzt als ein Flüssigdünger, der dem Gießwasser zugesetzt wird.

Muss man Cannabis bei jedem Gießen düngen?

Nein, Cannabis muss nicht bei jedem Gießen gedüngt werden. Besonders beim Anbau in Erde kann eine Düngergabe noch über die nächste Bewässerung hinaus ausreichend Nährstoffe bereitstellen. Wie häufig Dünger ins Gießwasser kommt, richtet sich deshalb nach Substrat, Dünger und Zustand der Pflanze.

Bei Kokos und Hydro sieht das anders aus, da die Nährstoffversorgung dort Bestandteil der regelmäßigen Bewässerung ist. Die Vorgehensweise eines solchen Systems sollte deshalb nicht einfach auf den Anbau in Erde übertragen werden.

Düngen und Gießen hängen dennoch eng zusammen. Wird ein Topf dauerhaft zu nass gehalten, können die Wurzeln unabhängig von der Düngermenge Probleme bekommen. Trocknet das Substrat dagegen sehr schnell aus, muss entsprechend häufiger bewässert werden. Wie sich Topfgewicht, Substratfeuchte und der richtige Zeitpunkt zum Gießen beurteilen lassen, erklären wir ausführlich in unserem Guide zum richtigen Gießen von Cannabis.

Warum gibt es keinen universellen Düngeplan?

Ein Düngeplan ist immer auf bestimmte Dünger und Anbausysteme abgestimmt und kann deshalb nur als Orientierung dienen. Zwei Produkte können bei derselben Dosierung in Millilitern pro Liter völlig unterschiedliche Mengen an Nährstoffen liefern. Zusätzlich beeinflussen Substrat, Wasserqualität, Topfgröße und Entwicklungsphase den tatsächlichen Bedarf.

Düngepläne verschiedener Hersteller sollten deshalb nicht unüberlegt miteinander kombiniert werden. Ein Basisdünger aus einem System und ein Zusatz aus einem anderen können beispielsweise dieselben Nährstoffe enthalten und dadurch zu einer unnötig hohen Gesamtmenge führen. Gerade für Anfänger ist ein einfach aufgebautes Düngesystem leichter zu kontrollieren als eine Mischung aus zahlreichen Düngern und Zusätzen.

Wie viel Dünger braucht Cannabis?

Wie viel Dünger Cannabis benötigt, lässt sich nicht mit einer allgemeinen Angabe in Millilitern pro Liter beantworten. Dünger unterscheiden sich erheblich in ihrer Konzentration und Zusammensetzung. Eine Dosierung, die bei einem Produkt passend ist, kann bei einem anderen bereits deutlich zu hoch sein.

Die benötigte Menge hängt außerdem von Entwicklungsphase, Substrat, Wasser und Zustand der Pflanze ab. Wer einen neuen Dünger verwendet, sollte daher nicht automatisch mit der höchsten angegebenen Dosierung beginnen. Mehr Dünger führt nicht zwangsläufig zu schnellerem Wachstum – eine zu hohe Konzentration kann die Pflanze vielmehr belasten oder schädigen.

Wie sollte man Herstellerangaben beim Cannabis-Düngen einordnen?

Die Dosierungsangaben des Herstellers sind der beste Ausgangspunkt für das jeweilige Produkt, sollten aber nicht als starre Vorgabe verstanden werden. Wichtig ist zunächst, ob das Düngeschema für Erde, Kokos oder Hydro vorgesehen ist und ob sich die angegebene Menge auf jede Bewässerung oder auf einzelne Düngegaben bezieht.

Auch das verwendete Wasser beeinflusst die Nährstoffversorgung. Leitungswasser enthält je nach Region bereits unterschiedliche Mengen gelöster Mineralstoffe, während sehr weiches Wasser oder Osmosewasser eine andere Ausgangslage bietet. Wer den EC-Wert zur Kontrolle der Nährlösung verwendet, sollte deshalb auch den Ausgangswert des verwendeten Wassers berücksichtigen.

Warum ist vorsichtiges Dosieren oft sinnvoll?

Beim Düngen ist es meist besser, vorsichtig zu beginnen und die Menge bei Bedarf schrittweise anzupassen. Eine zu geringe Düngermenge lässt sich einfach erhöhen, während eine starke Überdüngung die Pflanze schädigen und wesentlich schwieriger zu korrigieren sein kann.

Besondere Vorsicht ist bei vorgedüngter Erde notwendig. Solange das Substrat noch ausreichend Nährstoffe enthält, kann zusätzlicher Flüssigdünger schnell zu viel werden. Wird stark vorgedüngte Erde mit einer hohen Düngerdosis kombiniert, steigt das Risiko einer Überversorgung und einer zu hohen Salzkonzentration im Wurzelbereich.

Merksatz: Mehr Dünger bedeutet nicht mehr Wachstum. Beginne lieber vorsichtig und erhöhe die Düngermenge nur, wenn die Pflanze tatsächlich mehr Nährstoffe benötigt. Eine Überdüngung kann Cannabis deutlich stärker schädigen als eine zunächst etwas zu niedrige Dosierung.

Welche Rolle spielt der EC-Wert bei der Dosierung?

Der EC-Wert gibt einen Hinweis darauf, wie viele gelöste Salze sich im Wasser beziehungsweise in der Nährlösung befinden. Besonders beim mineralischen Düngen kann er dabei helfen, die Konzentration einer Nährlösung zu kontrollieren und Veränderungen besser einzuschätzen.

Der EC-Wert zeigt allerdings nicht, welche einzelnen Nährstoffe enthalten sind oder ob ihr Verhältnis zueinander stimmt. Ein hoher Wert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine Pflanze besonders gut versorgt ist. Zu hohe Konzentrationen können die Wasser- und Nährstoffaufnahme sogar beeinträchtigen. Deshalb sollte der EC-Wert immer zusammen mit dem verwendeten Dünger, dem Ausgangswasser, dem Substrat und der Entwicklungsphase der Pflanze betrachtet werden.

Cannabis richtig düngen – der Nährstoffbedarf nach Wachstumsphase

Wie viele Nährstoffe Cannabis benötigt, verändert sich während des gesamten Growzyklus. Sämlinge kommen mit sehr wenig aus, während der Bedarf mit zunehmender Größe und stärkerem Wachstum steigt. Mit dem Übergang zur Blüte verändern sich anschließend auch die Anforderungen an die Zusammensetzung der Nährstoffversorgung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Cannabispflanze nach demselben Düngeplan versorgt werden kann. Sorte, Pflanzengröße, Substrat und Anbausystem beeinflussen den tatsächlichen Bedarf. Die folgenden Wachstumsphasen dienen deshalb als Orientierung und nicht als starres Düngeschema.

Pflanzenphase Nährstoffbedarf Worauf achten? Typischer Fehler
Keimung / Sämling sehr gering; zusätzlicher Dünger in Erde normalerweise nicht notwendig mildes, schwach oder überhaupt nicht gedüngtes Anzuchtsubstrat verwenden zu früh düngen oder stark vorgedüngte Erde verwenden
Junge Pflanze steigt mit zunehmender Größe und Wurzelentwicklung Substrat, Pflanzengröße und bisherige Versorgung berücksichtigen sofort die volle Dosierung eines Düngeplans verwenden
Wachstumsphase zunehmend; Stickstoff ist für das vegetative Wachstum besonders wichtig Düngermenge an die Entwicklung der Pflanze anpassen schnelleres Wachstum durch immer mehr Dünger erzwingen
Vorblüte / Übergang verändert sich mit dem Übergang von Wachstum zu Blüte schrittweise auf die Nährstoffversorgung der Blüte umstellen Stickstoff abrupt absetzen oder sofort hohe PK-Mengen geben
Blüte weiterhin ausgewogene Versorgung; Nährstoffverhältnis verändert sich Blütedünger passend zu Substrat, System und Pflanzenentwicklung dosieren Phosphor und Kalium nach dem Motto „mehr ist besser“ dosieren
Späte Blüte nimmt mit fortschreitender Reife je nach Pflanze und Anbausystem ab Düngung an Reifezustand und verwendetes System anpassen starre Regeln wie „X Tage vor der Ernte nicht mehr düngen“ übernehmen

Die Tabelle dient bewusst als Orientierung und enthält keine festen Dosierungsangaben. Wie viel Cannabis tatsächlich benötigt, hängt nicht nur von der Entwicklungsphase, sondern auch von Substrat, Düngesystem, Pflanzengröße und Anbaubedingungen ab. Einen festen NPK- oder ml/L-Wert für alle Pflanzen gibt es deshalb nicht. Den gesamten Entwicklungsablauf von der Keimung bis zur Ernte erklären wir separat im Growzyklus von Cannabis.

Wie düngt man Cannabis in der Wachstumsphase?

In der Wachstumsphase steigt der Nährstoffbedarf mit zunehmender Größe und Wurzelentwicklung der Cannabispflanze. Besonders Stickstoff spielt jetzt eine wichtige Rolle für die Bildung von Blättern und Trieben. Daneben benötigt die Pflanze weiterhin eine ausgewogene Versorgung mit den übrigen Makro- und Mikronährstoffen.

Eine kleine Jungpflanze benötigt deutlich weniger Dünger als eine kräftige Pflanze kurz vor der Blüte. Die Düngermenge sollte deshalb mit der Entwicklung der Pflanze angepasst werden und nicht allein davon abhängen, wie viele Wochen sie alt ist. Auch Substrat, Topfgröße und Anbaubedingungen beeinflussen, wie schnell vorhandene Nährstoffe verbraucht werden.

Wie sollte man Cannabis in der Vorblüte düngen?

In der Vorblüte sollte die Nährstoffversorgung nicht abrupt, sondern schrittweise von der Wachstums- auf die Blütephase umgestellt werden. Cannabis hört mit Beginn der Blüte nicht plötzlich auf zu wachsen. Gerade während der Übergangsphase kann die Pflanze noch stark an Höhe und Pflanzenmasse zulegen.

Stickstoff wird deshalb auch zu Beginn der Blüte weiterhin benötigt. Gleichzeitig verändert sich der Nährstoffbedarf mit zunehmender Blütenbildung. Es ist daher nicht sinnvoll, Stickstoff beim ersten Anzeichen der Blüte vollständig wegzulassen und gleichzeitig große Mengen Phosphor und Kalium zuzuführen. Bei mehrteiligen Düngesystemen sollte die Umstellung entsprechend dem vorgesehenen Schema schrittweise erfolgen.

Wie oft und womit sollte man Cannabis in der Blüte düngen?

Wie oft Cannabis während der Blüte gedüngt wird, hängt weiterhin vom Substrat und verwendeten Düngesystem ab. Ein geeigneter Blütedünger sollte die Pflanze ausgewogen mit den in dieser Phase benötigten Nährstoffen versorgen. Phosphor und Kalium spielen dabei eine wichtige Rolle, extrem hohe PK-Dosierungen führen jedoch nicht automatisch zu größeren oder besseren Blüten.

Auch Stickstoff wird während der Blüte weiterhin benötigt, meist jedoch in einem anderen Verhältnis als während des kräftigen vegetativen Wachstums. Calcium, Magnesium, Schwefel und verschiedene Spurenelemente bleiben ebenfalls Bestandteil einer vollständigen Nährstoffversorgung. Wie sich Cannabis während dieser Entwicklungsphase verändert, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur Cannabis Blütephase Woche für Woche.

Cannabis düngen in Wachstumsphase Vorblüte und Blüte

Wie lange vor der Ernte sollte man Cannabis noch düngen?

Es gibt keine feste Anzahl an Tagen vor der Ernte, ab der Cannabis grundsätzlich nicht mehr gedüngt werden sollte. Wann die Düngung reduziert oder beendet wird, hängt vom Substrat, verwendeten Düngesystem und der bisherigen Nährstoffversorgung ab.

Häufig wird empfohlen, Cannabis vor der Ernte für einen bestimmten Zeitraum nur noch mit Wasser zu gießen und die Pflanzen zu „spülen“. Eine solche feste Frist lässt sich jedoch nicht auf jede Pflanze und jedes Anbausystem übertragen. Bei mineralischer Düngung kann die Nährstoffzufuhr gegen Ende der Blüte reduziert oder entsprechend dem verwendeten Düngeplan angepasst werden.

Bei organisch gedüngter Erde ist die Situation anders: Nährstoffe, die bereits im Substrat vorhanden sind und dort nach und nach verfügbar werden, lassen sich nicht einfach durch das Weglassen von Flüssigdünger entfernen. Wichtiger als eine starre „X Tage vor der Ernte“-Regel ist deshalb, Cannabis während der späten Blüte nicht unnötig stark zu düngen und die Versorgung an den Reifezustand der Pflanze anzupassen.

Sollte man Cannabis nach dem Umtopfen düngen?

Nein, Cannabis muss nach dem Umtopfen nicht automatisch gedüngt werden. Wird eine Pflanze in frische Erde mit bereits vorhandenen Nährstoffen gesetzt, kann diese zunächst einen Teil oder die gesamte benötigte Versorgung übernehmen. Eine zusätzliche Düngergabe direkt nach dem Umtopfen kann dann unnötig sein und bei stärker vorgedüngter Erde sogar zu einer Überversorgung führen.

Ob und wann wieder gedüngt wird, hängt deshalb von der verwendeten Erde und dem bisherigen Düngesystem ab. Bei nur schwach oder überhaupt nicht gedüngter Erde kann eine zusätzliche Versorgung früher notwendig werden als bei stärker vorgedüngtem Substrat.

Bei Kokos, Steinwolle oder anderen weitgehend nährstofffreien Medien gelten andere Voraussetzungen. Wird die Pflanze dort bereits über eine Nährlösung versorgt, wird diese Versorgung nach dem Umtopfen entsprechend dem verwendeten System fortgeführt. Das Umtopfen selbst ist also kein Grund, automatisch eine zusätzliche Düngergabe zu verabreichen.

Wann Cannabis umgetopft werden sollte, welche Topfgröße sinnvoll ist und wie der Wurzelballen möglichst schonend umgesetzt wird, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Thema Cannabis umtopfen.

Welcher Dünger eignet sich für Cannabis?

Für Cannabis eignen sich sowohl organische als auch mineralische Dünger, sofern sie die Pflanze vollständig mit Nährstoffen versorgen und zum verwendeten Substrat passen. Welche Variante besser geeignet ist, hängt vor allem vom Anbausystem und davon ab, wie direkt die Nährstoffversorgung gesteuert werden soll.

Organischer oder mineralischer Dünger?

Eigenschaft Organische Düngung Mineralische Düngung
Nährstoffversorgung Nährstoffe werden teilweise erst durch Mikroorganismen und biologische Prozesse im Substrat verfügbar Nährstoffe liegen überwiegend in direkt pflanzenverfügbarer Form vor
Steuerbarkeit Freisetzung hängt unter anderem von Bodenleben, Feuchtigkeit und Temperatur ab Konzentration der Nährlösung lässt sich meist unmittelbar dosieren und kontrollieren
Anpassungen Veränderungen der Nährstoffversorgung können je nach System verzögert wirken Dosierung lässt sich schnell verändern, eine Überdosierung kann sich jedoch ebenfalls schneller bemerkbar machen
Typischer Einsatz Erde, organische Substrate und Living Soil je nach Produkt Erde, Kokos und hydroponische Systeme

Beide Varianten können Cannabis zuverlässig mit Nährstoffen versorgen. Organische Dünger sind dabei nicht automatisch sicher vor Überdüngung: Auch organische Substrate oder Feststoffdünger können zu viele Nährstoffe enthalten. Mineralische Dünger lassen sich meist schneller und genauer dosieren, erfordern dafür aber ebenfalls einen sorgfältigen Umgang mit der Konzentration der Nährlösung.

Flüssigdünger oder Langzeitdünger?

Flüssigdünger wird über das Gießwasser beziehungsweise die Nährlösung zugeführt und lässt sich dadurch relativ schnell anpassen. Langzeit- und Feststoffdünger geben ihre Nährstoffe dagegen über einen längeren Zeitraum im Substrat ab. Welche Variante besser passt, hängt vom verwendeten Anbausystem und der gewünschten Kontrolle über die Nährstoffversorgung ab.

Bei organischen Substraten können Feststoff- oder Langzeitdünger bereits vor dem Einpflanzen eingemischt oder später ergänzt werden. Flüssigdünger wird dagegen in festgelegter Dosierung dem Gießwasser zugesetzt und kann bei Bedarf leichter angepasst werden.

Verschiedene Düngesysteme sollten nicht ohne Grund miteinander kombiniert werden. Enthält die Erde beispielsweise bereits einen Langzeitdünger und wird zusätzlich regelmäßig Flüssigdünger gegeben, kann schnell unklar werden, wie viele Nährstoffe der Pflanze insgesamt zur Verfügung stehen. Das erhöht das Risiko einer Überversorgung.

Was ist der Unterschied zwischen Wachstums- und Blütedünger?

Wachstums- und Blütedünger unterscheiden sich hauptsächlich im Verhältnis ihrer enthaltenen Nährstoffe. Wachstumsdünger ist auf die vegetative Phase abgestimmt, in der Cannabis viele neue Blätter und Triebe bildet und einen vergleichsweise hohen Stickstoffbedarf hat. Blütedünger berücksichtigt dagegen den veränderten Nährstoffbedarf während der Blütenbildung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Cannabis während der Blüte nur noch Phosphor und Kalium benötigt. Auch Stickstoff, Calcium, Magnesium, Schwefel und verschiedene Spurenelemente bleiben wichtig. Ein guter Blütedünger stellt deshalb weiterhin eine ausgewogene Versorgung sicher, anstatt lediglich möglichst hohe PK-Werte zu liefern.

Zusätzliche PK-Booster oder andere Blütezusätze sind nicht grundsätzlich notwendig. Werden solche Produkte verwendet, sollten sie zum Basisdünger und dessen Dosierschema passen. Mehrere Produkte mit ähnlichen Inhaltsstoffen gleichzeitig einzusetzen, kann die Nährstoffkonzentration unnötig erhöhen.

Cannabis in Erde, Kokos und Hydro richtig düngen

Wie Cannabis gedüngt wird, hängt wesentlich davon ab, ob die Pflanze in Erde, Kokos oder einem hydroponischen System wächst. Die verschiedenen Medien speichern und liefern Nährstoffe unterschiedlich. Deshalb lässt sich ein Düngeplan für Erde nicht einfach auf Kokos oder Hydro übertragen.

Medium Nährstoffversorgung Wichtig beim Düngen
Erde kann schwach, stark oder überhaupt nicht vorgedüngt sein vorhandene Nährstoffe berücksichtigen und nicht automatisch zusätzlich düngen
Kokos Nährstoffe werden überwiegend über die Nährlösung zugeführt Nährlösung, pH, EC, Bewässerung und Drain kontrollieren
Hydro / Steinwolle Versorgung erfolgt nahezu vollständig über die Nährlösung Konzentration, pH und Zusammensetzung der Nährlösung genau kontrollieren

Wie düngt man Cannabis in Erde?

Beim Düngen von Cannabis in Erde sollte zuerst berücksichtigt werden, wie viele Nährstoffe das verwendete Substrat bereits enthält. Erde kann stark, schwach oder überhaupt nicht vorgedüngt sein. Davon hängt wesentlich ab, wann mit einer zusätzlichen Düngung begonnen werden sollte.

Bei stärker vorgedüngter Erde kann die vorhandene Nährstoffversorgung zunächst ausreichen. Zusätzlicher Flüssigdünger ist dann nicht automatisch notwendig und kann bei zu hoher Dosierung zu einer Überversorgung führen. Bei schwach oder nicht vorgedüngter Erde muss dagegen früher darauf geachtet werden, wann die Pflanze zusätzliche Nährstoffe benötigt.

Bei organischer Erde werden Nährstoffe teilweise durch Mikroorganismen und andere biologische Prozesse im Substrat verfügbar gemacht. Deshalb lässt sich die Versorgung nicht so unmittelbar steuern wie bei einer mineralischen Nährlösung. Unabhängig von der verwendeten Erde gilt: Gedüngt werden sollte nach dem tatsächlichen Bedarf und nicht allein nach einem festen Kalender.

Wie düngt man Cannabis in Kokos?

Beim Anbau in Kokos werden die benötigten Nährstoffe überwiegend über die Nährlösung zugeführt. Kokos unterscheidet sich deutlich von Erde und sollte deshalb nicht nach denselben Dünge- und Gießregeln behandelt werden.

Neben der Zusammensetzung und Konzentration der Nährlösung spielen bei Kokos auch pH-Wert, EC-Wert, Bewässerung und Drain eine wichtige Rolle. Spezielle Coco-Dünger sind auf die Eigenschaften des Mediums abgestimmt. Wer von Erde auf Kokos wechselt, sollte deshalb nicht nur das Substrat austauschen, sondern auch die Nährstoffversorgung und Bewässerung entsprechend anpassen.

Was ist beim Düngen in Hydro und Steinwolle anders?

In hydroponischen Systemen und bei Steinwolle werden die benötigten Nährstoffe nahezu vollständig über die Nährlösung bereitgestellt. Dadurch lässt sich die Versorgung sehr gezielt steuern. Gleichzeitig können sich eine zu hohe Nährstoffkonzentration oder ein ungeeigneter pH-Wert schneller auf die Pflanze auswirken als beim Anbau in Erde.

Die Nährlösung sollte deshalb regelmäßig kontrolliert und an das jeweilige System sowie die Entwicklungsphase der Pflanzen angepasst werden. Wer die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbaumedien genauer kennenlernen möchte, findet sie in unserem Vergleich Das beste Medium für Cannabis – Erde, Kokos oder Steinwolle.

Cannabis düngen in Erde Kokos und Steinwolle

Warum sind pH- und EC-Wert beim Düngen wichtig?

pH- und EC-Wert helfen dabei, die Nährstoffversorgung von Cannabis besser zu kontrollieren. Der pH-Wert beeinflusst, wie gut bestimmte Nährstoffe im Wurzelbereich verfügbar sind. Der EC-Wert gibt dagegen einen Hinweis darauf, wie hoch die Konzentration gelöster Salze im Wasser beziehungsweise in der Nährlösung ist.

Besonders bei Kokos und hydroponischen Systemen spielen beide Werte eine wichtige Rolle, weil die Nährstoffversorgung dort weitgehend über die Nährlösung gesteuert wird. Beim Anbau in Erde können pH und EC ebenfalls hilfreich sein, müssen aber immer zusammen mit Substrat, Wasser und verwendetem Düngesystem betrachtet werden.

Warum beeinflusst der pH-Wert die Nährstoffaufnahme?

Der pH-Wert beeinflusst, wie gut Cannabis die vorhandenen Nährstoffe über die Wurzeln aufnehmen kann. Liegt er deutlich außerhalb des für das jeweilige Anbausystem geeigneten Bereichs, können bestimmte Nährstoffe schlechter verfügbar sein – selbst wenn davon eigentlich genügend im Substrat oder in der Nährlösung vorhanden ist.

Das ist beim Düngen besonders wichtig: Zeigt eine Pflanze Anzeichen einer schlechten Nährstoffversorgung, muss nicht zwangsläufig zu wenig Dünger die Ursache sein. Liegt das Problem beim pH-Wert, kann eine zusätzliche Düngergabe wirkungslos bleiben oder die Situation durch eine höhere Salzkonzentration sogar verschlechtern.

Welcher pH-Bereich geeignet ist, hängt vom Medium ab. Erde, Kokos und hydroponische Systeme werden deshalb nicht automatisch mit denselben Zielwerten betrieben. Wer den pH-Wert kontrolliert, sollte außerdem nicht nur einen einzelnen Messwert betrachten, sondern auch berücksichtigen, welches Wasser, Substrat und Düngesystem verwendet wird.

Was sagt der EC-Wert der Nährlösung aus?

Der EC-Wert gibt einen Hinweis darauf, wie hoch die Konzentration gelöster Salze im Wasser oder in einer Nährlösung ist. Wird mineralischer Dünger ins Wasser gegeben, steigt normalerweise auch dessen elektrische Leitfähigkeit. Dadurch lässt sich kontrollieren, wie stark eine Nährlösung insgesamt konzentriert ist.

Der EC-Wert zeigt jedoch nicht, welche Nährstoffe enthalten sind. Zwei Nährlösungen können denselben EC-Wert haben und trotzdem völlig unterschiedlich zusammengesetzt sein. Ein hoher EC-Wert bedeutet deshalb weder automatisch eine gute Nährstoffversorgung noch einen besonders geeigneten Dünger.

Auch das Ausgangswasser sollte berücksichtigt werden. Leitungswasser enthält bereits gelöste Mineralstoffe und besitzt deshalb einen eigenen EC-Wert. Wird anschließend Dünger hinzugefügt, erhöht sich der Wert entsprechend. Besonders bei Kokos und Hydro kann der EC-Wert dadurch eine hilfreiche Kontrolle der Nährstoffkonzentration sein.

Für Anfänger ist vor allem wichtig: pH und EC sind Kontrollwerte und keine Ziele, die möglichst hoch oder niedrig sein müssen. Sie helfen dabei, die Nährstoffversorgung richtig einzuschätzen und mögliche Probleme zu erkennen.

Cannabis mit Hausmitteln düngen – was ist sinnvoll?

Einige Hausmittel können Cannabis mit einzelnen Nährstoffen versorgen, ersetzen aber nicht automatisch einen ausgewogenen Dünger. Das größte Problem ist die Dosierung: Bei selbst hergestellten Jauchen, Mist, Asche oder Küchenresten ist oft nur schwer einzuschätzen, welche Nährstoffe in welcher Menge tatsächlich verfügbar werden.

Wer mehrere Hausmittel gleichzeitig verwendet, verliert schnell den Überblick über die gesamte Nährstoffversorgung. Manche Materialien wirken zudem erst nach ihrer Zersetzung, andere können den pH-Wert deutlich verändern oder in zu hoher Menge die Wurzeln belasten. Gerade für Anfänger ist ein Dünger mit bekannter Zusammensetzung deshalb meist einfacher und sicherer zu dosieren.

Hausmittel / Alternative Was kann es liefern? Einschätzung Worauf achten?
Brennnesseljauche unter anderem Stickstoff und weitere Mineralstoffe als organische Ergänzung möglich, aber kein vollständiger Dünger für den gesamten Grow Nährstoffgehalt und Konzentration schwanken je nach Herstellung; nicht unverdünnt verwenden
Guano je nach Herkunft unterschiedliche Mengen an Stickstoff, Phosphor und weiteren Nährstoffen kann Bestandteil einer organischen Düngung sein Zusammensetzung und Konzentration unterscheiden sich stark; Dosierung des jeweiligen Produkts beachten
Blumendünger je nach Produkt Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelemente nicht automatisch für Cannabis geeignet Zusammensetzung und Dosierung prüfen; nicht jeder Blumendünger deckt den Bedarf sinnvoll ab
Holzasche unter anderem Kalium und Calcium für die Düngung im Topf eher ungeeignet kann den pH-Wert stark erhöhen und lässt sich nur schwer dosieren
Kaffeesatz organisches Material und kleinere Mengen verschiedener Nährstoffe kein vollständiger Cannabis-Dünger Nährstoffe stehen nicht sofort zur Verfügung; größere Mengen können die Eigenschaften des Substrats verändern
Pferdemist organische Substanz und verschiedene Pflanzennährstoffe eher für die Vorbereitung von Outdoor-Erde als für eine spontane Düngung im Topf geeignet frischer Mist kann zu nährstoffreich sein und Pflanzen schädigen; nur gut abgelagertes beziehungsweise kompostiertes Material verwenden

Bei Hausmitteln besonders wichtig: „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch mild oder ungefährlich. Auch organische Materialien können Cannabis überdüngen, den pH-Wert verändern oder die Wurzeln schädigen. Wer Hausmittel verwendet, sollte deshalb genau wissen, was er dem Substrat zuführt und nicht mehrere Mittel nach Gefühl miteinander kombinieren.

Wie lassen sich Überdüngung und Nährstoff-Lockout vermeiden?

Überdüngung lässt sich am besten vermeiden, indem Cannabis nur so viele Nährstoffe erhält, wie die Pflanze tatsächlich benötigt. Vorhandene Nährstoffe im Substrat sollten dabei ebenso berücksichtigt werden wie Flüssigdünger und zusätzliche Booster. Besonders schnell kann es zu einer Überversorgung kommen, wenn mehrere konzentrierte Produkte miteinander kombiniert werden.

Ein Nährstoff-Lockout entsteht, wenn bestimmte Nährstoffe zwar vorhanden sind, von der Pflanze aber nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können. Ursachen können beispielsweise ein ungeeigneter pH-Wert, eine zu hohe Salzkonzentration im Substrat oder Probleme im Wurzelbereich sein. Die Pflanze kann dann Mangelsymptome zeigen, obwohl eigentlich genügend oder sogar zu viele Nährstoffe vorhanden sind.

Genau deshalb ist es problematisch, auf jedes vermeintliche Mangelsymptom sofort mit mehr Dünger zu reagieren. Liegt bereits eine hohe Nährstoffkonzentration oder ein Aufnahmeproblem vor, kann zusätzlicher Dünger die Situation weiter verschlechtern.

Warum bedeutet mehr Dünger nicht mehr Wachstum?

Mehr Dünger führt nur dann zu einer besseren Versorgung, wenn der Pflanze tatsächlich Nährstoffe fehlen. Sind bereits ausreichend Nährstoffe vorhanden, lässt sich das Wachstum nicht einfach durch eine höhere Düngermenge weiter steigern.

Wie schnell Cannabis wächst, hängt außerdem von Licht, Temperatur, Wasser, Wurzelentwicklung, CO₂-Versorgung, Pflanzengröße und Genetik ab. Dünger ist nur einer dieser Faktoren. Eine hohe Nährstoffkonzentration kann daher kein ungeeignetes Klima, zu wenig Licht oder Probleme im Wurzelbereich ausgleichen.

Zu viel Dünger kann stattdessen die Wasser- und Nährstoffaufnahme über die Wurzeln beeinträchtigen und die Pflanze schädigen. Typische Anzeichen können beispielsweise verbrannt wirkende Blattspitzen oder sehr dunkles Blattgrün sein. Treten solche Veränderungen auf, sollte nicht weiter auf Verdacht gedüngt werden, sondern zunächst die bisherige Nährstoffversorgung und mögliche andere Ursachen überprüft werden.

Braucht Cannabis bei gelben Blättern automatisch mehr Dünger?

Nein, gelbe oder verfärbte Blätter bedeuten nicht automatisch, dass Cannabis mehr Dünger benötigt. Neben einem tatsächlichen Nährstoffmangel können beispielsweise falsches Gießen, ein ungeeigneter pH-Wert, Probleme im Wurzelbereich, eine Überdüngung oder die natürliche Alterung älterer Blätter ähnliche Veränderungen verursachen.

Wer bei gelben Blättern sofort die Düngermenge erhöht, kann das eigentliche Problem dadurch verschlimmern. Deshalb sollten zuerst die bisherige Düngung, Bewässerung, der pH-Wert und der Zustand des Wurzelbereichs überprüft werden. Welche Nährstoffmängel bei Cannabis auftreten können und woran sie sich erkennen lassen, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Nährstoffmangel bei Cannabispflanzen erkennen.

Cannabis Überdüngung und Nährstoffbrand früh erkennen

Welche Fehler sollte man beim Cannabis-Düngen vermeiden?

Zu frühes oder zu starkes Düngen gehört zu den häufigsten Fehlern beim Cannabis-Anbau. Probleme entstehen außerdem, wenn Düngepläne ohne Anpassung übernommen, verschiedene Produkte wahllos kombiniert oder Substrat und Wasserqualität nicht berücksichtigt werden. Gerade für Anfänger ist ein einfaches und übersichtliches Düngesystem meist leichter zu kontrollieren.

Fehler Warum problematisch? Besser
Sämlinge zu früh düngen junge Pflanzen benötigen nur sehr wenige Nährstoffe und können durch zu starke Düngung geschädigt werden mildes, schwach oder überhaupt nicht gedüngtes Anzuchtsubstrat verwenden und zunächst auf zusätzlichen Dünger verzichten
Maximaldosierung sofort verwenden die höchste Herstellerangabe kann für eine kleinere oder bereits gut versorgte Pflanze zu viel sein Herstellerangaben als Orientierung nutzen und die Dosierung an Pflanze und Anbausystem anpassen
Bei jedem Gießen automatisch düngen ist nicht bei jedem Substrat notwendig und kann zu einer zu hohen Nährstoffkonzentration führen Düngehäufigkeit an Substrat und verwendetes Düngesystem anpassen
Erde und Kokos gleich behandeln beide Medien unterscheiden sich deutlich bei Nährstoffversorgung und Bewässerung Düngung und Bewässerung passend zum jeweiligen Medium planen
Bei gelben Blättern sofort mehr düngen auch pH-Wert, falsches Gießen, Wurzelprobleme oder Überdüngung können ähnliche Symptome verursachen zuerst die Ursache prüfen und erst danach die Nährstoffversorgung verändern
Viele Dünger und Booster kombinieren Nährstoffe können sich überschneiden und die Gesamtkonzentration unnötig erhöhen mit einem übersichtlichen und aufeinander abgestimmten Düngesystem arbeiten
pH-Wert und Wasserqualität ignorieren Nährstoffaufnahme und Konzentration der Nährlösung können dadurch falsch eingeschätzt werden Eigenschaften des Ausgangswassers kennen und pH beziehungsweise EC passend zum Anbausystem kontrollieren
Hausmittel nach Gefühl dosieren Nährstoffgehalt, Konzentration und Einfluss auf das Substrat sind häufig schwer einzuschätzen Hausmittel nur gezielt einsetzen und mehrere Mittel nicht wahllos miteinander kombinieren

Beim Outdoor-Anbau kommen weitere Faktoren hinzu. Cannabis in großen Töpfen oder direkt im Boden kann vorhandene Nährstoffe anders nutzen als eine Pflanze in einem kleinen Indoor-Topf. Bodenbeschaffenheit, Topfvolumen, Niederschlag und Pflanzengröße beeinflussen deshalb auch die Düngung. Auch die Wahl geeigneter Outdoor-Hanfsamen sollte zu Klima, Standort und verfügbarer Vegetationszeit passen. Weitere Grundlagen zur Standortwahl, Erde und Pflege findest du in unserem Leitfaden zum Cannabis-Anbau im Freien.

Häufige Fragen zum Düngen von Cannabis

Kann man Cannabis mit normalem Blumendünger düngen?

Ein normaler Blumendünger kann grundsätzlich Nährstoffe liefern, ist aber nicht automatisch für Cannabis geeignet. Entscheidend sind Zusammensetzung, Konzentration und das Verhältnis der enthaltenen Nährstoffe. Außerdem verändert sich der Bedarf der Pflanze zwischen Wachstums- und Blütephase.

Wer Blumendünger verwenden möchte, sollte deshalb die NPK-Angaben und weiteren Inhaltsstoffe prüfen und die Dosierung nicht einfach von anderen Pflanzen übernehmen. Gerade für Anfänger ist ein Dünger beziehungsweise Düngesystem, dessen Zusammensetzung und Anwendung klar angegeben sind, meist leichter zu kontrollieren.

Kann man Cannabis mit Brennnesseljauche düngen?

Ja, Brennnesseljauche kann als organische Ergänzung verwendet werden, ist aber kein exakt zusammengesetzter Volldünger. Sie kann unter anderem Stickstoff und weitere Mineralstoffe liefern. Wie konzentriert die Jauche tatsächlich ist, hängt jedoch von Ausgangsmaterial, Herstellung und Verdünnung ab.

Brennnesseljauche sollte deshalb nicht unverdünnt verwendet und nicht automatisch als alleinige Nährstoffversorgung für den gesamten Grow betrachtet werden. Besonders während der Blüte deckt sie den veränderten Nährstoffbedarf nicht zwangsläufig ausgewogen ab.

Brauchen Autoflowering-Pflanzen weniger Dünger?

Autoflowering-Cannabis benötigt nicht pauschal eine bestimmte Prozentzahl weniger Dünger. Viele Autoflowers bleiben kleiner und durchlaufen einen kürzeren Growzyklus als große photoperiodische Pflanzen. Dadurch kann auch ihr gesamter Nährstoffbedarf geringer ausfallen.

Entscheidend ist jedoch die tatsächliche Entwicklung der Pflanze. Eine kräftige Autoflower kann mehr Nährstoffe benötigen als eine kleine oder langsam wachsende photoperiodische Pflanze. Auch zwischen verschiedenen Autoflowering- und Lowryder-Samen gibt es deutliche Unterschiede bei Wuchsstärke und Pflanzengröße. Sorte, Pflanzengröße, Substrat und Düngesystem sind deshalb wichtiger als eine pauschale Dosierungsregel für Autoflowers.

Sollte man Cannabis bei jedem Gießen düngen?

Nein, Cannabis muss nicht grundsätzlich bei jedem Gießen gedüngt werden. Beim Anbau in Erde können noch ausreichend Nährstoffe im Substrat vorhanden sein, sodass nicht bei jeder Bewässerung zusätzlicher Dünger notwendig ist. Bei Kokos und hydroponischen Systemen erfolgt die Nährstoffversorgung dagegen meist regelmäßiger über die Nährlösung.

Wie häufig gedüngt wird, sollte deshalb zum verwendeten Substrat und Düngesystem passen. Eine allgemeine Regel wie „bei jedem zweiten Gießen“ oder „einmal pro Woche“ lässt sich nicht sinnvoll auf alle Cannabispflanzen übertragen.

Woran erkennt man, dass Cannabis zu viel Dünger bekommen hat?

Erste Anzeichen einer zu hohen Nährstoffkonzentration können verbrannt wirkende braune Blattspitzen, sehr dunkles Blattgrün oder nach unten gekrümmte Blätter sein. Bei stärkerer Überdüngung können sich die Schäden ausweiten und das Wachstum deutlich beeinträchtigt werden.

Solche Veränderungen beweisen allein jedoch noch keine Überdüngung, da ähnliche Symptome auch andere Ursachen haben können. Deshalb sollten die bisherige Düngermenge, das verwendete Substrat, Bewässerung, pH-Wert und – falls im jeweiligen System sinnvoll – der EC-Wert gemeinsam betrachtet werden. Bei Verdacht auf Überdüngung sollte nicht einfach weiter oder noch stärker gedüngt werden.

Kann man Cannabis nur mit organischem Dünger anbauen?

Ja, Cannabis kann vollständig organisch gedüngt werden, wenn alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Menge und zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sind. Bei organischen Systemen spielen das Substrat, Mikroorganismen und die schrittweise Freisetzung der Nährstoffe eine wichtige Rolle.

Auch bei organischer Düngung ist eine Überversorgung möglich. „Organisch“ bedeutet deshalb nicht, dass beliebig viel Dünger, Guano, Mist oder andere Zusätze verwendet werden können. Entscheidend bleibt eine ausgewogene Nährstoffversorgung, die zur Pflanze und zum verwendeten Substrat passt.

Quellen und weiterführende Informationen

J. von Cannapot

J. Cannapot

J. ist der Gründer von Cannapot und gilt als Experte im Bereich Cannabis mit Schwerpunkt auf Cannabissorten. Er verfügt über fundiertes Wissen rund um das Thema sowie über langjährige Erfahrung in der Branche. Seit vielen Jahren beschäftigt sich J. intensiv mit Sorten und verschiedenen Cannabis-Produkten im Bereich Hanf und Cannabis.

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