CBD für Katzen: Wirkung, Öl & Hanföl
Was wissen wir über CBD bei Katzen?
Aktualisiert: August 2026 | CBD bei Katzen: Forschung, mögliche Wirkungen, Sicherheit, Nebenwirkungen, Dosierungsfragen sowie der Unterschied zwischen CBD Öl und Hanföl.
Autor: Cannapot Grow Team | Lesezeit: ungefähr fünfundzwanzig Minuten

Das Wichtigste auf einen Blick
✓ CBD (Cannabidiol) wird zunehmend auch im Zusammenhang mit Katzen untersucht. Erste veterinärmedizinische Studien liefern wichtige Erkenntnisse, die wissenschaftlichen Belege für konkrete therapeutische Wirkungen sind bislang jedoch begrenzt.
✓ Oral verabreichtes CBD wird bei Katzen in den Blutkreislauf aufgenommen. Wie viel CBD tatsächlich aufgenommen wird, kann sich jedoch von Katze zu Katze deutlich unterscheiden und hängt unter anderem von der verwendeten Formulierung ab.
✓ Studien mit gesunden Katzen liefern erste Erkenntnisse zur kurz- und längerfristigen Verträglichkeit von CBD. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jedes CBD-Produkt für jede Katze, jede Dosierung oder bei jeder Erkrankung gleichermaßen unbedenklich ist.
✓ Für Arthrose und damit verbundene Gelenkschmerzen gibt es erste klinische Daten bei Katzen. Eine kleine placebokontrollierte Studie von 2025 zeigte Verbesserungen bei Schmerz- und Funktionsbewertungen, aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und hohen Abbruchrate ist die Aussagekraft jedoch begrenzt.
✓ Bei Stress und Angst ergibt die bisherige Forschung kein eindeutiges Bild. Kleine Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, sodass eine zuverlässige beruhigende Wirkung von CBD bei Katzen derzeit nicht als belegt gilt.
✓ CBD Öl und Hanfsamenöl sind zwei unterschiedliche Produkte. Hanfsamenöl wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen und ist keine relevante natürliche CBD-Quelle. Es kann jedoch als Trägeröl für ein CBD-haltiges Produkt verwendet werden.
✓ Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen CBD und THC. Bei THC-haltigen Ölen wurden in kontrollierten Untersuchungen häufiger unter anderem Lethargie, Koordinationsstörungen, Unterkühlung und ein Hervortreten der Nickhaut beobachtet.
✓ Eine pauschale Empfehlung wie „X Tropfen CBD Öl pro Katze“ ist nicht seriös. CBD-Konzentration, Tropfengröße, Körpergewicht, Gesundheitszustand und Produktzusammensetzung können sich erheblich unterscheiden. In Studien verwendete Dosierungen sind daher keine allgemeine Dosierungsempfehlung.
Was ist CBD und was bedeutet CBD für Katzen?
CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol (CBD), ein natürlich vorkommendes Cannabinoid der Cannabispflanze. Im Gegensatz zu THC verursacht CBD keine für Cannabis typische berauschende Wirkung.
Wenn von „CBD für Katzen“ oder „CBD Öl für Katzen“ die Rede ist, handelt es sich meist um ein Produkt, bei dem Cannabidiol mit einem Trägeröl kombiniert wird. Die genaue Zusammensetzung kann sich jedoch erheblich unterscheiden. Verwendet werden beispielsweise CBD-Isolate oder Hanfextrakte mit verschiedenen Cannabinoiden sowie unterschiedliche Trägeröle.
Diese Unterschiede sind auch für die Bewertung wissenschaftlicher Studien wichtig. Ergebnisse mit einem genau definierten THC-freien CBD-Destillat lassen sich nicht ohne Weiteres auf ein anderes CBD Öl mit zusätzlichen Cannabinoiden übertragen. Dasselbe gilt für Erkenntnisse aus Untersuchungen an Hunden oder Menschen: Sie können Hinweise liefern, sind aber nicht automatisch auf Katzen übertragbar.
Wichtig: Hinter der Bezeichnung „CBD Öl“ können sehr unterschiedliche Produkte stehen. CBD-Konzentration, Trägeröl, weitere Cannabinoide und zusätzliche Inhaltsstoffe können variieren. Bei Studien muss deshalb immer berücksichtigt werden, welche Formulierung tatsächlich untersucht wurde.
Was ist bei Katzen der Unterschied zwischen CBD und THC?
CBD und THC sind unterschiedliche Cannabinoide und dürfen gerade bei Katzen nicht gleichgesetzt werden. Die grundlegenden Unterschiede zwischen CBD und THC betreffen unter anderem ihre Wirkung und pharmakologischen Eigenschaften. Untersuchungen an Katzen zeigen zudem, dass THC-haltige Öle ein anderes Nebenwirkungsprofil aufweisen als CBD-dominante Produkte.
In einer verblindeten, placebokontrollierten Studie mit 20 gesunden Katzen wurden CBD-dominante, THC-dominante und kombinierte CBD/THC-Öle sowie verschiedene Trägeröle untersucht. Bei THC-haltigen Formulierungen traten häufiger Lethargie, Ataxie – also Störungen der Bewegungskoordination –, Hypothermie und ein Hervortreten der Nickhaut auf. Die beobachteten unerwünschten Ereignisse waren unter den kontrollierten Studienbedingungen vorübergehend. Daraus lässt sich jedoch keinesfalls ableiten, dass eine unbeabsichtigte Aufnahme von THC für eine Katze harmlos ist.
Die Untersuchung lieferte außerdem Hinweise darauf, dass sich CBD und THC bei gemeinsamer Gabe gegenseitig in ihrer Aufnahme und Verarbeitung im Körper beeinflussen können. Ergebnisse einer Studie mit reinem oder THC-freiem CBD lassen sich deshalb nicht einfach auf ein CBD/THC-Produkt übertragen.
Kann man CBD bei Katzen anwenden?
CBD wurde Katzen bereits in mehreren wissenschaftlichen Studien oral verabreicht. Dadurch gibt es inzwischen direkte Erkenntnisse darüber, wie Katzen CBD aufnehmen und vertragen. Für eine allgemeine Empfehlung zur Behandlung bestimmter Erkrankungen reichen die bisherigen klinischen Daten jedoch nicht aus.
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Nur weil CBD vom Körper aufgenommen und von den Katzen einer Studie vertragen wurde, bedeutet das noch nicht, dass damit eine therapeutische Wirkung nachgewiesen ist. Ergebnisse von gesunden Versuchskatzen lassen sich zudem nicht ohne Weiteres auf ältere Tiere oder Katzen mit Leber-, Nieren-, Herz- oder anderen Erkrankungen übertragen.
Ist eine Katze krank, erhält sie regelmäßig Medikamente oder zeigt sie auffällige Symptome, sollte CBD daher niemals eine tierärztliche Diagnose oder notwendige Behandlung ersetzen. Wer CBD in einer solchen Situation zusätzlich einsetzen möchte, sollte dies vorher mit dem behandelnden Tierarzt besprechen.
Wie wirkt CBD im Körper einer Katze?
Wie andere Säugetiere besitzen auch Katzen ein sogenanntes Endocannabinoid-System. Dieses körpereigene Signalsystem besteht unter anderem aus Endocannabinoiden, Rezeptoren und Enzymen und ist an verschiedenen Regulationsprozessen im Organismus beteiligt.
CBD wirkt dabei nicht wie ein einfacher Schalter, der lediglich einen bestimmten Cannabinoidrezeptor aktiviert. Stattdessen kann Cannabidiol mit verschiedenen molekularen Zielstrukturen interagieren. Welche dieser Mechanismen bei Katzen tatsächlich eine klinisch relevante Wirkung haben, muss für die jeweilige Erkrankung gesondert untersucht werden.
Mechanismus ist nicht gleich Wirksamkeitsnachweis: Das Endocannabinoid-System erklärt, warum Cannabinoide grundsätzlich mit dem Organismus einer Katze interagieren können. Seine Existenz beweist jedoch nicht, dass CBD Schmerzen, Angst, Arthrose oder andere Erkrankungen bei Katzen wirksam behandeln kann.
Was sagt die Forschung zu CBD bei Katzen?
Die Forschung zu CBD bei Katzen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Am besten untersucht sind bisher die Aufnahme und Verträglichkeit von CBD. Klinische Studien zu konkreten Beschwerden oder Erkrankungen gibt es dagegen noch deutlich weniger.
Ein veterinärmedizinischer Review aus dem Jahr 2025 kommt zu einer entsprechend vorsichtigen Einschätzung: Für Katzen liegen mittlerweile mehrere Untersuchungen zur Aufnahme und Verarbeitung von CBD im Körper sowie einige klinische Arbeiten zu Schmerzen, Angst und Stress vor. Die wissenschaftliche Evidenz für einen therapeutischen Einsatz bleibt insgesamt jedoch begrenzt. Hinzu kommt, dass unterschiedliche CBD-Produkte zu deutlich verschiedenen Konzentrationen im Blut führen können.
| Studie | Katzen / Produkt | Untersucht | Wichtigstes Ergebnis | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Deabold et al., 2019 | 8 gesunde Katzen; CBD-reiches Hanfprodukt | Aufnahme und 12-wöchige Anwendung | Katzen erreichten deutlich niedrigere CBD-Serumkonzentrationen als Hunde; bei einer Katze wurde ein anhaltend erhöhter ALT-Wert festgestellt. | Kleine Studie an gesunden Tieren; keine Untersuchung der therapeutischen Wirksamkeit. |
| Kulpa et al., 2021 | 20 gesunde Katzen; CBD-, THC- und CBD/THC-Öle | Verträglichkeit steigender Dosierungen | Bei THC-haltigen Ölen wurden häufiger unter anderem Lethargie, Koordinationsstörungen, Unterkühlung und ein Hervortreten der Nickhaut beobachtet. | Wichtig für die Unterscheidung zwischen CBD und THC; untersucht wurden gesunde Katzen unter kontrollierten Bedingungen. |
| Rozental et al., 2022/2023 | 8 gesunde Katzen; CBD-Isolat in Sonnenblumenöl | Einzeldosen von 2,5–80 mg/kg und Aufnahme im Körper | CBD war nach der Gabe im Plasma nachweisbar; die Exposition nahm mit steigender Dosis zu und unterschied sich deutlich zwischen einzelnen Katzen. | Die untersuchten Studiendosen sind keine allgemeine Dosierungsempfehlung. |
| Coltherd et al., 2024 | gesunde Katzen; THC-freies CBD-Destillat | 4 mg/kg täglich; bis zu 26 Wochen | CBD wurde aufgenommen und unter den Bedingungen der Studie über 26 Wochen insgesamt gut vertragen. | Die Ergebnisse gelten für gesunde Katzen und die konkret untersuchte CBD-Formulierung. |
| Taylor et al., 2024 | gesunde Katzen; THC-freies CBD | Einmalig 4 mg/kg vor Transport und Aufenthalt in unbekannter Umgebung | Bei den untersuchten Stressparametern wurde kein signifikanter Effekt von CBD festgestellt. | Die Ergebnisse sprechen gegen die pauschale Aussage, dass CBD Katzen zuverlässig beruhigt. |
| 2024 – Trennungsstress | 10 gesunde Katzen; CBD vs. Sonnenblumenöl | 4 mg/kg/Tag über 2 Wochen | Beobachtete Verhaltensunterschiede wurden als Hinweis auf einen möglichen angstvermindernden Effekt interpretiert. | Sehr kleine Studie; zudem wurde eine andere Stresssituation untersucht als in der Transportstudie. |
| 2025 – Osteoarthritis | 26 aufgenommene Katzen; CBD/CBDA-Paste vs. Placebo | Schmerzen und Bewegungsfunktion bei natürlich auftretender Arthrose | Bei den Katzen, die die Studie abschlossen, verbesserten sich die untersuchten Schmerz- und Funktionswerte gegenüber Placebo. | Nur 14 Katzen schlossen die Studie ab; die hohe Abbruchrate schränkt die Aussagekraft ein. |
Wie gut nimmt eine Katze CBD über den Mund auf?
Oral verabreichtes CBD kann bei Katzen in den Blutkreislauf gelangen. Wie viel CBD dort tatsächlich nachweisbar ist, unterscheidet sich jedoch teilweise erheblich zwischen einzelnen Tieren und hängt unter anderem von Dosierung, Formulierung und weiteren Faktoren ab.
In einer Dosissteigerungsstudie erhielten acht gesunde Katzen jeweils eine einzelne CBD-Dosis zwischen 2,5 und 80 mg/kg. CBD war anschließend im Plasma nachweisbar, wobei die maximale Konzentration und die Gesamtexposition mit steigender Dosis zunahmen. Gleichzeitig zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Katzen. Bei einer Dosis von 2,5 mg/kg unterschied sich die gemessene Gesamtexposition zwischen einzelnen Tieren beispielsweise um ein Vielfaches.
Eine frühere Untersuchung an Hunden und Katzen zeigt außerdem, warum Ergebnisse aus Hundestudien nicht einfach auf Katzen übertragen werden können. Bei vergleichbarer CBD-Dosierung waren die durchschnittlichen maximalen Serumkonzentrationen bei Katzen erheblich niedriger als bei Hunden. Welche Unterschiede bei Aufnahme, Verteilung und Abbau dafür verantwortlich sind, lässt sich anhand dieser Untersuchung allein jedoch nicht abschließend beurteilen. Die Forschung speziell zur anderen Tierart behandeln wir deshalb separat in unserem Ratgeber über CBD für Hunde.

Welche Wirkung hat CBD bei Katzen?
Eine allgemeingültige „CBD-Wirkung bei Katzen“ lässt sich nach dem derzeitigen Forschungsstand nicht angeben. Entscheidend ist vielmehr, ob eine bestimmte Wirkung tatsächlich in kontrollierten Studien an Katzen untersucht und nachgewiesen wurde.
Erfahrungsberichte von Katzenhaltern können interessante Hinweise liefern, sind jedoch kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis. Beobachtete Veränderungen können beispielsweise durch den natürlichen Verlauf einer Erkrankung, andere Behandlungen oder die Erwartungen der Halter beeinflusst werden. Gerade bei schwer messbaren Faktoren wie Schmerzen, Unruhe oder Verhalten sind kontrollierte Vergleichsgruppen deshalb besonders wichtig.
Auch Ergebnisse aus Laboruntersuchungen oder Studien an Menschen und Hunden lassen sich nicht automatisch auf Katzen übertragen. Inzwischen gibt es zwar erste klinische Untersuchungen direkt an Katzen, für viele der häufig genannten Einsatzgebiete von CBD fehlen jedoch weiterhin aussagekräftige Daten.
CBD bei Arthrose und Schmerzen bei Katzen – was ist bekannt?
Für Katzen mit Arthrose gibt es inzwischen erste kontrollierte klinische Daten, die auf einen möglichen Nutzen einer CBD/CBDA-Formulierung hindeuten. Die bisherige Evidenz reicht jedoch noch nicht aus, um allgemein zu behaupten, dass CBD Arthroseschmerzen bei Katzen wirksam behandelt.
In einer 2025 veröffentlichten randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Crossover-Studie wurden Katzen mit natürlich auftretender Arthrose untersucht. Die Tiere erhielten jeweils über sechs Wochen eine CBD/CBDA-reiche Hanfpaste beziehungsweise ein Placebo. Bei den Katzen, die die Studie abschlossen, verbesserten sich während der CBD/CBDA-Phase die untersuchten Schmerz- und Funktionswerte gegenüber Placebo.
Eine wichtige Einschränkung ist allerdings die geringe Zahl der Katzen, die bis zum Ende an der Studie teilnahmen: Von ursprünglich 26 aufgenommenen Tieren schlossen nur 14 die Untersuchung ab. Ein häufiger Grund für den Abbruch war, dass Katzen die Paste nicht akzeptierten; auch Erbrechen wurde als Abbruchgrund genannt. Gerade bei einer kleinen Studie kann eine derart hohe Abbruchrate die Aussagekraft der Ergebnisse deutlich einschränken.
Einordnung: Die Arthrose-Studie liefert deutlich aussagekräftigere Daten als einzelne Erfahrungsberichte, da sie randomisiert, verblindet und placebokontrolliert durchgeführt wurde. Ein endgültiger Wirksamkeitsnachweis ist sie dennoch nicht. Dafür sind größere Studien mit mehr Katzen und unterschiedlichen CBD-Formulierungen notwendig.
Kann CBD Katzen bei Stress und Angst beruhigen?
Ob CBD Katzen zuverlässig beruhigen oder Stress und Angst reduzieren kann, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Die wenigen Studien, die CBD direkt bei Katzen untersucht haben, kommen bisher zu unterschiedlichen Ergebnissen.
In einer kontrollierten Untersuchung erhielten gesunde Katzen einmalig 4 mg CBD pro kg Körpergewicht, bevor sie in einer Transportbox befördert und anschließend mit einer unbekannten Person in einer ungewohnten Umgebung konfrontiert wurden. Bei den untersuchten körperlichen und verhaltensbezogenen Stressmerkmalen zeigte sich kein signifikanter Unterschied durch die CBD-Gabe.
Eine andere kleine Studie mit zehn Katzen untersuchte dagegen kurzzeitigen Trennungsstress. Nach zwei Wochen mit täglich 4 mg CBD pro kg Körpergewicht wurden gegenüber der Placebobedingung Unterschiede im Verhalten beobachtet. Die Autoren interpretierten diese als möglichen Hinweis auf eine angstvermindernde Wirkung.
Da in beiden Studien unterschiedliche Stresssituationen, Anwendungszeiträume und Messgrößen untersucht wurden, lassen sich die Ergebnisse nicht direkt miteinander vergleichen. Aussagen wie „CBD beruhigt Katzen“ oder umgekehrt „CBD wirkt bei Katzen nicht gegen Stress“ wären deshalb gleichermaßen zu pauschal. Der derzeitige Forschungsstand liefert erste Hinweise, aber noch keinen verlässlichen und allgemein übertragbaren Wirksamkeitsnachweis.
Was ist bei CBD für ältere Katzen zu beachten?
Ein höheres Alter allein ist kein wissenschaftlich belegter Grund für die Anwendung von CBD. Bei älteren Katzen spielen vielmehr bestehende Erkrankungen, die Funktion von Leber und Nieren sowie gleichzeitig verabreichte Medikamente eine wichtige Rolle.
Viele der bisherigen Verträglichkeitsstudien wurden mit klinisch gesunden Katzen durchgeführt. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf ältere Tiere übertragen, die beispielsweise an einer chronischen Nieren- oder Lebererkrankung leiden oder aufgrund mehrerer Erkrankungen gleichzeitig behandelt werden. Gerade bei solchen Katzen sollte eine mögliche Anwendung von CBD vorher mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.
CBD Öl oder Hanföl für Katzen – was ist der Unterschied?
CBD Öl und Hanfsamenöl sind nicht dasselbe. Hanfsamenöl wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen und ist keine relevante natürliche CBD-Quelle. CBD-haltige Öle enthalten dagegen gezielt Cannabidiol, das aus cannabinoidreichen Pflanzenteilen beziehungsweise entsprechenden Extrakten stammt.
Wie viel CBD und andere Cannabinoide eine Cannabispflanze bildet, hängt unter anderem von ihrer Genetik ab. Einen Überblick dazu findest du bei unseren CBD-reichen Cannabissorten. Die entsprechende Auswahl an CBD Samen findest du separat im Cannapot Seedshop.
Im Alltag werden die Begriffe „CBD Öl“ und „Hanföl“ häufig miteinander vermischt. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Zusammensetzung: Reines Hanfsamenöl ist zunächst ein pflanzliches Öl aus Hanfsamen. Es kann allerdings auch als Trägeröl für ein CBD-Produkt dienen, indem ihm CBD oder ein definierter Hanfextrakt zugesetzt wird.
| Produkt / Begriff | Ausgangsmaterial | CBD | THC | Wichtig für Katzenhalter |
|---|---|---|---|---|
| CBD-haltiges Öl | CBD beziehungsweise Hanfextrakt plus Trägeröl | gezielt enthalten | produktabhängig | CBD-Konzentration und THC-Gehalt sollten eindeutig angegeben und analytisch nachvollziehbar sein. |
| Hanfsamenöl | Samen der Hanfpflanze | keine relevante natürliche CBD-Quelle | keine relevante natürliche Quelle; Spuren durch Verunreinigungen möglich | Nicht mit einem CBD-haltigen Öl verwechseln. |
| Hanf-/Cannabisextrakt | cannabinoidhaltige Pflanzenteile | abhängig vom Extrakt | abhängig vom Extrakt | Die Bezeichnung „Hanfextrakt“ allein sagt noch nichts über den tatsächlichen CBD- oder THC-Gehalt aus. |
| Trägeröl | z. B. MCT-, Sonnenblumen- oder Hanfsamenöl | nicht zwangsläufig enthalten | nicht zwangsläufig enthalten | Dient als flüssige Grundlage für CBD oder einen Extrakt; auch die Art des Trägeröls kann relevant sein. |
| THC-haltiges Cannabisöl | THC-haltiger Cannabisextrakt plus Trägeröl | produktabhängig | gezielt oder in relevanter Menge enthalten | Nicht mit einem THC-freien CBD-Produkt gleichsetzen; THC weist bei Katzen ein anderes Risikoprofil auf. |
Enthält Hanfsamenöl CBD?
Hanfsamen selbst sind keine relevante natürliche Quelle für CBD. In kommerziell erhältlichem Hanfsamenöl können dennoch geringe Mengen verschiedener Cannabinoide nachweisbar sein, etwa wenn die Samen bei Ernte oder Verarbeitung mit cannabinoidreichen Pflanzenteilen in Kontakt kommen.
Analysen kommerzieller Hanfsamenöle zeigen, dass in einzelnen Produkten tatsächlich CBD, THC und andere Cannabinoide nachgewiesen werden können. Dadurch wird Hanfsamenöl jedoch nicht zu einem standardisierten CBD Öl. Die gemessenen Mengen können sich von Produkt zu Produkt unterscheiden – ein weiterer Grund, auf die konkrete Zusammensetzung zu achten und sich nicht allein auf eine unscharfe Bezeichnung wie „Hanföl“ zu verlassen.
Ist CBD für Katzen sicher?
Mehrere kontrollierte Studien zeigen, dass bestimmte CBD-Formulierungen von gesunden Katzen unter den jeweils untersuchten Bedingungen insgesamt gut vertragen wurden. Daraus lässt sich jedoch keine pauschale Aussage ableiten, dass jedes CBD-Produkt für jede Katze sicher ist.
Besonders aufschlussreich ist eine randomisierte, verblindete und placebokontrollierte Langzeitstudie mit einem THC-freien CBD-Destillat. Gesunde Katzen erhielten täglich 4 mg CBD pro kg Körpergewicht; in einem Teil der Untersuchung wurde die Anwendung über 26 Wochen fortgeführt. Die Autoren bewerteten die untersuchte CBD-Formulierung unter diesen Bedingungen insgesamt als gut verträglich.
Diese Ergebnisse haben jedoch klare Grenzen: Untersucht wurden klinisch gesunde Katzen, ein bestimmtes THC-freies Produkt und eine festgelegte Studiendosis. Daraus lässt sich weder auf die Sicherheit beliebiger CBD-Produkte noch auf die Verträglichkeit bei kranken Katzen oder bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten schließen.
Welche Nebenwirkungen wurden bei Katzen beobachtet?
In Studien mit CBD bei Katzen wurden unter anderem starkes Lecken, Kopfschütteln, Schmatzen, vermehrter Speichelfluss sowie vereinzelt Magen-Darm-Beschwerden und Veränderungen bestimmter Laborwerte beobachtet.
Nicht jede dieser Reaktionen muss jedoch eine direkte Nebenwirkung von CBD sein. Kopfschütteln, starkes Lecken oder Schmatzen unmittelbar nach der Gabe können beispielsweise auch mit dem Geschmack, dem verwendeten Öl oder der Art der Verabreichung zusammenhängen. Auch das Trägeröl kann eine Rolle spielen: In einer Studie mit steigenden Cannabinoiddosen traten Magen-Darm-Beschwerden häufiger bei Formulierungen mit MCT-Öl auf.
Auch Veränderungen der Leberwerte wurden vereinzelt beobachtet. In einer 12-wöchigen Studie zeigte eine von acht Katzen einen anhaltend erhöhten ALT-Wert. In einer 2024 veröffentlichten Langzeitstudie war ALT in einem vierwöchigen Versuchsteil in der CBD-Gruppe erhöht. Im 26-wöchigen Versuchsteil zeigten sich für ALT innerhalb der zuvor festgelegten Grenzen dagegen keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen CBD und Placebo. Aufgrund der kleinen Studien und unterschiedlichen Untersuchungsbedingungen lassen sich daraus bislang keine allgemeingültigen Schlussfolgerungen ableiten.
Welche unerwünschten Wirkungen von Cannabidiol unabhängig von der speziellen Forschung an Katzen bekannt sind, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber über Nebenwirkungen und Risiken von CBD.
Warum ist THC bei Katzen besonders zu beachten?
THC besitzt bei Katzen ein deutlich anderes Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil als CBD. Der THC-Gehalt eines Produkts ist deshalb ein wichtiger Sicherheitsaspekt und sollte nicht allein anhand der Bezeichnung „CBD Öl“ beurteilt, sondern konkret überprüft werden.
In einer kontrollierten Studie mit CBD-, THC- und kombinierten CBD/THC-Ölen wurden bei THC-haltigen Formulierungen häufiger Lethargie, Unterkühlung, Koordinationsstörungen und ein Hervortreten der Nickhaut beobachtet. Produkte für Menschen sind deshalb nicht automatisch für Katzen geeignet – insbesondere wenn sie THC oder andere Inhaltsstoffe enthalten, deren Eignung für Katzen nicht geklärt ist.
Auch eine Kennzeichnung als „THC-frei“ ist nicht automatisch mit einem analytischen Nachweis gleichzusetzen. Untersuchungen kommerziell erhältlicher CBD-Produkte haben gezeigt, dass THC teilweise trotz anderslautender Kennzeichnung nachweisbar sein kann. Ein aktuelles, chargenbezogenes Analysenzertifikat kann deshalb wesentlich aussagekräftiger sein als eine reine Produkt- oder Werbeaussage.
Bei möglicher THC-Aufnahme: Zeigt eine Katze nach Kontakt mit Cannabis oder einem cannabinoidhaltigen Produkt auffällige neurologische oder körperliche Symptome, sollte nicht abgewartet oder mit weiteren Produkten experimentiert werden. Kontaktiere einen Tierarzt beziehungsweise tierärztlichen Notdienst und nenne möglichst genau das betroffene Produkt, die Inhaltsstoffe, die Konzentration und – soweit bekannt – die aufgenommene Menge.
Kann CBD bei Katzen mit Medikamenten wechselwirken?
Mögliche Wechselwirkungen zwischen CBD und Medikamenten müssen auch bei Katzen berücksichtigt werden. Speziell bei Katzen sind solche Wechselwirkungen bislang jedoch nur unzureichend klinisch untersucht, sodass sich keine verlässliche Liste unbedenklicher oder problematischer Medikamentenkombinationen erstellen lässt.
CBD kann Enzymsysteme beeinflussen, die am Abbau und an der Verarbeitung von Arzneistoffen beteiligt sind. Welche Bedeutung das bei einer einzelnen Katze hat, kann unter anderem vom verwendeten Medikament, der CBD-Menge, der Leberfunktion und weiteren individuellen Faktoren abhängen. Erkenntnisse aus Studien an Menschen oder anderen Tierarten können auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen, lassen sich aber nicht automatisch auf Katzen übertragen.
Die allgemeinen Mechanismen und bisher bekannten Erkenntnisse zu CBD-Wechselwirkungen mit Medikamenten behandeln wir ausführlich in einem eigenen Ratgeber. Wichtig dabei: Erkenntnisse aus Humanstudien lassen sich nicht automatisch auf Katzen übertragen.
Bekommt deine Katze regelmäßig Medikamente, sollte eine zusätzliche Anwendung von CBD deshalb vorher mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden. Das gilt insbesondere bei chronischen Erkrankungen und bei Medikamenten, deren Dosierung besonders genau eingestellt werden muss.
Wie wird CBD Öl einer Katze verabreicht?
In wissenschaftlichen Studien wurde CBD Katzen unter anderem als Öl, zusammen mit einer Mahlzeit oder als Paste oral verabreicht. Wie gut eine Katze die jeweilige Formulierung akzeptiert, kann dabei auch beeinflussen, wie viel der verabreichten Menge tatsächlich aufgenommen wird.
Bei einer direkten Gabe in oder an das Maul wurden bei manchen Katzen Reaktionen wie Kopfschütteln, Lecken oder vermehrter Speichelfluss beobachtet. In einer Untersuchung mit einem CBD/THC-Hanfextrakt zeigten einzelne Katzen nach der Gabe Speichelfluss und erreichten zugleich niedrigere Cannabinoidkonzentrationen im Blut. Eine verabreichte Menge muss deshalb nicht zwangsläufig vollständig vom Körper aufgenommen werden.
Auch bei einer Gabe zusammen mit Futter können die Zusammensetzung des Produkts und der Fütterungszustand die Aufnahme beeinflussen. Anwendungshinweise eines für Tiere vorgesehenen Produkts und tierärztliche Vorgaben sollten deshalb nicht durch pauschale Empfehlungen aus dem Internet ersetzt werden.
Wie wird CBD für Katzen dosiert?
Für Katzen gibt es derzeit keine universelle, wissenschaftlich abgesicherte CBD-Dosierung, die unabhängig vom Produkt, Anwendungsgrund und Gesundheitszustand empfohlen werden kann. In Studien werden CBD-Mengen üblicherweise in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kg) angegeben.
Die in Studien untersuchten Mengen unterscheiden sich erheblich. In einer pharmakokinetischen Einzeldosisstudie wurden beispielsweise Dosierungen zwischen 2,5 und 80 mg/kg untersucht, während in einer Langzeitstudie täglich 4 mg/kg eingesetzt wurden. Diese Angaben beschreiben ausschließlich die jeweilige Versuchsanordnung und sind keine Empfehlung, einer eigenen Katze entsprechende Mengen zu verabreichen.
Studiendosis ≠ Dosierungsempfehlung: Ein in einer wissenschaftlichen Studie genannter mg/kg-Wert beschreibt lediglich, welche Menge die Katzen unter den jeweiligen Forschungsbedingungen erhalten haben. Daraus lässt sich nicht ableiten, welche Dosis für deine Katze geeignet, wirksam oder sicher ist.
Wie viele Tropfen CBD Öl bekommt eine Katze?
Eine pauschale Anzahl an CBD-Tropfen für Katzen lässt sich nicht seriös nennen. Ein Tropfen entspricht keiner standardisierten CBD-Dosis. Je nach Produkt können zwei gleich große Tropfen völlig unterschiedliche Mengen an CBD enthalten.
Entscheidend sind unter anderem die CBD-Konzentration in mg/ml, das tatsächliche Tropfenvolumen beziehungsweise die verwendete Dosierhilfe und das Körpergewicht der Katze. Hinzu kommen die genaue Produktzusammensetzung, der Gesundheitszustand, gleichzeitig verabreichte Medikamente und der Grund, aus dem eine CBD-Anwendung überhaupt erwogen wird.
Auch Prozentangaben auf CBD-Produkten können leicht missverstanden werden. Für eine nachvollziehbare Beurteilung ist eine genaue Angabe der CBD-Menge in Milligramm pro Milliliter und pro definierter Portion wesentlich hilfreicher als eine pauschale Empfehlung nach dem Muster „kleine Katze = X Tropfen“. Eine Gewicht-zu-Tropfen-Tabelle würde eine Genauigkeit suggerieren, die durch die derzeitige Forschung nicht gedeckt ist.
Woran erkennt man ein geeignetes CBD-Produkt für Katzen?
Bei einem CBD-Produkt für Katzen sollte die Zusammensetzung möglichst transparent und analytisch nachvollziehbar sein. Besonders wichtig sind eine klare Angabe der CBD-Menge, der THC-Gehalt, das verwendete Trägeröl, weitere Inhaltsstoffe und möglichst eine chargenbezogene Laboranalyse.
| Prüfpunkt | Warum wichtig? |
|---|---|
| CBD in mg und Konzentration | Nur mit einer konkreten Mengenangabe lässt sich nachvollziehen, wie viel CBD eine definierte Produktmenge tatsächlich enthält. |
| THC-Gehalt | THC und CBD besitzen bei Katzen unterschiedliche Wirkungs- und Nebenwirkungsprofile. Der tatsächliche THC-Gehalt ist deshalb besonders relevant. |
| Chargenbezogene Analyse | Ein aktuelles Analysezertifikat kann die angegebenen Cannabinoidgehalte nachvollziehbarer machen und je nach Untersuchung auch Informationen über mögliche Verunreinigungen liefern. |
| Trägeröl | MCT-, Sonnenblumen-, Hanfsamen- und andere Öle unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung; auch das verwendete Trägeröl kann für die Verträglichkeit relevant sein. |
| Vollständige Zutatenliste | Produkte für Menschen können zusätzliche Inhaltsstoffe enthalten und sind deshalb nicht automatisch für Katzen geeignet. |
| Klare Dosierhilfe | Eine definierte Volumenangabe ermöglicht eine genauere Einschätzung der enthaltenen CBD-Menge als eine nicht standardisierte Tropfengröße. |
Welche Fehler sollte man bei CBD für Katzen vermeiden?
Viele Missverständnisse rund um CBD für Katzen entstehen durch unklare Produktbezeichnungen, falsch interpretierte Dosierungsangaben oder dadurch, dass Erkenntnisse aus Studien an Menschen und Hunden einfach auf Katzen übertragen werden.
| Häufiger Fehler | Warum problematisch? |
|---|---|
| CBD Öl mit Hanfsamenöl gleichsetzen | Hanfsamenöl ist keine relevante natürliche CBD-Quelle und darf deshalb nicht mit einem CBD-haltigen Öl gleichgesetzt werden. |
| Humanprodukt ungeprüft verwenden | THC-Gehalt, CBD-Konzentration und weitere Inhaltsstoffe können für eine Katze ungeeignet sein. |
| THC-Gehalt ignorieren | THC-haltige Formulierungen zeigten bei Katzen ein anderes Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil als CBD-dominante Produkte. |
| Tropfen verschiedener Produkte vergleichen | CBD-Konzentration und Tropfengröße können sich erheblich unterscheiden. Ein Tropfen entspricht deshalb keiner einheitlichen CBD-Menge. |
| Hundestudien auf Katzen übertragen | Untersuchungen zeigen, dass Katzen CBD anders aufnehmen und verarbeiten können als Hunde. |
| Studiendosis als Empfehlung lesen | Eine in einer Studie verwendete CBD-Menge ist keine allgemeine Dosierungsempfehlung für die eigene Katze. |
| Tierärztliche Behandlung ersetzen | Schmerzen, Verhaltensänderungen, Appetitverlust oder andere Auffälligkeiten können medizinische Ursachen haben, die untersucht und behandelt werden sollten. |
Wann sollte man bei CBD für Katzen einen Tierarzt fragen?
Eine tierärztliche Rücksprache ist besonders wichtig, wenn deine Katze bereits erkrankt ist, regelmäßig Medikamente bekommt, sehr alt oder geschwächt ist oder nach der Aufnahme eines cannabinoidhaltigen Produkts auffällige Symptome entwickelt.
Auch vermeintlich typische Alterserscheinungen wie weniger Bewegung, verändertes Springverhalten, Rückzug, Unruhe oder Appetitveränderungen können medizinische Ursachen haben. Die Anwendung von CBD sollte eine notwendige Untersuchung deshalb nicht verzögern. Hat eine Katze möglicherweise versehentlich THC oder ein unbekanntes Cannabisprodukt aufgenommen, sollten dem Tierarzt nach Möglichkeit die Verpackung, die enthaltenen Wirkstoffe und deren Konzentrationen genannt werden.
Was ist bei CBD für Katzen noch nicht geklärt?
Trotz neuer Studien sind noch viele wichtige Fragen offen. Es fehlen vor allem größere klinische Untersuchungen an Katzen mit konkreten Erkrankungen sowie aussagekräftige Daten zu verschiedenen CBD-Formulierungen, zur langfristigen Anwendung bei kranken Tieren und zu möglichen Wechselwirkungen mit Medikamenten.
Noch nicht ausreichend geklärt ist beispielsweise, welche CBD-Mengen bei bestimmten Erkrankungen überhaupt einen klinisch relevanten Effekt haben könnten, wie stark Fütterung und Trägeröl die Aufnahme beeinflussen und wie sich CBD bei Katzen mit Leber- oder Nierenerkrankungen verhält. Auch zu Wechselwirkungen mit häufig eingesetzten Katzenmedikamenten fehlen bislang ausreichende klinische Daten.
Hinzu kommt, dass sich die untersuchten Produkte teilweise deutlich voneinander unterscheiden. CBD-Isolat, CBD-Destillat, CBD/CBDA-Paste und Vollspektrumextrakt sind nicht einfach austauschbar. Positive Ergebnisse mit einer bestimmten Formulierung bedeuten deshalb nicht automatisch, dass ein anderes CBD Öl dieselbe Wirkung erzielt.
Stand der Evidenz: Vergleichsweise gut belegt ist inzwischen, dass oral verabreichtes CBD bei Katzen in den Blutkreislauf aufgenommen werden kann und bestimmte CBD-Formulierungen in kleinen Studien mit gesunden Katzen insgesamt gut vertragen wurden. Deutlich weniger belastbare Daten gibt es bisher zur Wirksamkeit bei konkreten Erkrankungen oder Beschwerden.
Häufige Fragen zu CBD für Katzen
Ist CBD für Katzen geeignet?
CBD wurde bereits in mehreren wissenschaftlichen Studien an Katzen untersucht, eine pauschale Eignung für jede Katze lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Entscheidend sind unter anderem die Zusammensetzung des Produkts, der THC-Gehalt, der Gesundheitszustand der Katze, gleichzeitig verabreichte Medikamente und der jeweilige Anwendungsgrund.
Ist CBD für Katzen gefährlich?
Bestimmte CBD-Formulierungen wurden von gesunden Katzen in kontrollierten Studien insgesamt gut vertragen, völlig risikofrei ist CBD deshalb aber nicht. Die Ergebnisse gelten jeweils für die untersuchten Produkte und Bedingungen. Bei kranken Katzen, gleichzeitiger Medikamenteneinnahme oder unbekannter Produktzusammensetzung bestehen zusätzliche Unsicherheiten.
Welche Wirkung hat CBD bei Katzen?
Für eine allgemeine therapeutische Wirkung von CBD bei Katzen gibt es bislang keinen ausreichenden wissenschaftlichen Nachweis. Erste klinische Studien beschäftigen sich unter anderem mit Arthroseschmerzen sowie stress- und angstbezogenem Verhalten. Die Datenbasis ist jedoch noch klein und die Ergebnisse sind teilweise uneinheitlich.
Welche Nebenwirkungen kann CBD bei Katzen haben?
In Studien wurden unter anderem vermehrter Speichelfluss, starkes Lecken, Kopfschütteln, Schmatzen und vereinzelt Magen-Darm-Beschwerden beobachtet. Auch Veränderungen bestimmter Leberwerte wurden in einzelnen Untersuchungen festgestellt. Nicht jede Reaktion lässt sich eindeutig auf CBD selbst zurückführen, da auch Formulierung, Trägeröl und Art der Verabreichung eine Rolle spielen können.
Wie viel CBD darf eine Katze bekommen?
Eine universelle und wissenschaftlich abgesicherte CBD-Dosis für Katzen gibt es derzeit nicht. Die in Studien verwendeten mg/kg-Werte beschreiben die jeweilige Versuchsanordnung und sind keine allgemeine Dosierungsempfehlung. Insbesondere bei Erkrankungen oder gleichzeitiger Medikamenteneinnahme sollte eine mögliche Anwendung mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Wie viele Tropfen CBD Öl bekommt eine Katze?
Eine feste Anzahl an CBD-Tropfen für Katzen lässt sich nicht seriös angeben, da ein Tropfen keiner standardisierten CBD-Menge entspricht. CBD-Konzentration, Tropfengröße und Produktzusammensetzung können sich erheblich unterscheiden. Pauschale Tabellen nach Körpergewicht können deshalb eine Genauigkeit vortäuschen, die wissenschaftlich nicht abgesichert ist.
Wie schnell wirkt CBD bei Katzen?
Wann eine mögliche Wirkung von CBD bei Katzen einsetzt, lässt sich derzeit nicht pauschal angeben. In mehreren Studien wurden die höchsten CBD-Konzentrationen im Blut innerhalb weniger Stunden nach der oralen Gabe gemessen. Der Zeitpunkt der höchsten Konzentration sagt jedoch nicht automatisch aus, wann oder ob eine bestimmte klinische Wirkung eintritt.
Kann CBD Katzen beruhigen?
Eine zuverlässige beruhigende Wirkung von CBD bei Katzen ist bislang nicht belegt. Eine Untersuchung fand bei einer akuten Stresssituation keinen signifikanten Effekt einer einmaligen CBD-Gabe, während eine kleine Studie zu Trennungsstress Hinweise auf Verhaltensänderungen lieferte. Für eine eindeutige Beurteilung sind weitere Untersuchungen notwendig.
Kann CBD bei Katzen mit Arthrose eingesetzt werden?
Eine kleine placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2025 liefert erste positive Hinweise für eine CBD/CBDA-Paste bei Katzen mit Arthrose. Aufgrund der geringen Zahl vollständig ausgewerteter Tiere und der hohen Abbruchrate reicht die Studie jedoch noch nicht für eine allgemeine Behandlungsempfehlung. Arthrose und damit verbundene Schmerzen sollten tierärztlich diagnostiziert und behandelt werden.
Kann man einer Katze CBD Öl für Menschen geben?
Ein CBD-Produkt für Menschen ist nicht automatisch für Katzen geeignet. CBD-Konzentration, THC-Gehalt, Trägeröl und weitere Inhaltsstoffe müssen berücksichtigt werden. Besonders Produkte mit unbekanntem oder relevantem THC-Gehalt sollten nicht mit einem für Katzen untersuchten CBD-Produkt gleichgesetzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen CBD Öl und Hanföl für Katzen?
CBD Öl enthält gezielt Cannabidiol, während mit „Hanföl“ häufig gewöhnliches Hanfsamenöl gemeint ist. Hanfsamenöl wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen und ist keine relevante natürliche CBD-Quelle. Es kann allerdings als Trägeröl Bestandteil eines CBD-haltigen Produkts sein.
Ist Hanföl gut für Katzen?
Ob Hanföl für eine Katze geeignet ist, lässt sich ohne die genaue Zusammensetzung und den vorgesehenen Verwendungszweck nicht pauschal beantworten. Reines Hanfsamenöl ist kein CBD Öl. Soll es als Ergänzung zum Futter verwendet werden, sollten die Menge, der Ernährungszweck und der individuelle Gesundheitszustand der Katze berücksichtigt werden.
Enthält Hanföl CBD?
Reines Hanfsamenöl ist keine relevante natürliche CBD-Quelle. In kommerziellen Hanfsamenölen können durch Verarbeitung oder Kontakt mit anderen Pflanzenteilen dennoch geringe Mengen verschiedener Cannabinoide nachweisbar sein. Ein gezielt CBD-haltiges Öl muss deshalb klar von gewöhnlichem Hanfsamenöl unterschieden werden.
Ist THC für Katzen gefährlich?
THC kann bei Katzen unerwünschte neurologische und körperliche Wirkungen hervorrufen und darf nicht mit CBD gleichgesetzt werden. In kontrollierten Untersuchungen wurden bei THC-haltigen Ölen häufiger Lethargie, Koordinationsstörungen, Unterkühlung und ein Hervortreten der Nickhaut beobachtet. Bei einer vermuteten unbeabsichtigten THC-Aufnahme sollte ein Tierarzt beziehungsweise tierärztlicher Notdienst kontaktiert werden.
Kann CBD bei Katzen mit Medikamenten wechselwirken?
Wechselwirkungen zwischen CBD und Medikamenten sind grundsätzlich möglich, wurden speziell bei Katzen bislang jedoch nicht für alle relevanten Arzneimittel ausreichend untersucht. Bekommt eine Katze regelmäßig Medikamente, sollte eine zusätzliche CBD-Anwendung deshalb vorher mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.
Was lässt sich über CBD für Katzen zusammenfassen?
CBD bei Katzen ist inzwischen Gegenstand mehrerer veterinärmedizinischer Studien. Zwischen „wissenschaftlich untersucht“ und „therapeutisch wirksam“ besteht jedoch ein wichtiger Unterschied. Vergleichsweise gut untersucht sind bisher die Aufnahme von CBD und die Verträglichkeit bestimmter Formulierungen bei gesunden Katzen.
Bei konkreten Beschwerden oder Erkrankungen ist die Datenlage deutlich begrenzter. Für Arthrose gibt es erste kontrollierte klinische Hinweise auf einen möglichen Nutzen einer CBD/CBDA-Formulierung. Studien zu Stress und Angst liefern dagegen bislang kein einheitliches Bild. Für zahlreiche andere häufig beworbene Einsatzgebiete fehlen aussagekräftige klinische Daten an Katzen.
Ebenso wichtig ist die genaue Unterscheidung der Produkte: CBD Öl, Hanfsamenöl und THC-haltiges Cannabisöl sind nicht dasselbe. CBD-Konzentration, THC-Gehalt, Trägeröl und weitere Inhaltsstoffe sollten deshalb immer getrennt betrachtet werden. Auch eine pauschale Anzahl an CBD-Tropfen für Katzen lässt sich aus der aktuellen Forschung nicht seriös ableiten.
Ist eine Katze erkrankt, bekommt sie Medikamente oder zeigt sie nach der Aufnahme eines Cannabisprodukts auffällige Symptome, sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden. CBD sollte eine notwendige Diagnose oder tierärztliche Behandlung nicht ersetzen.
Wissenschaftliche Quellen
• Deabold KA et al. (2019): Single-Dose Pharmacokinetics and Preliminary Safety Assessment with Use of CBD-Rich Hemp Nutraceutical in Healthy Dogs and Cats. Animals. PMID: 31635105.
• Kulpa JE et al. (2021): Safety and tolerability of escalating cannabinoid doses in healthy cats. Journal of Feline Medicine and Surgery. PMID: 33769105.
• Rozental AJ et al. (2022/2023): Pharmacokinetics of escalating single-dose administration of cannabidiol to cats. Journal of Veterinary Pharmacology and Therapeutics. PMID: 36300854.
• Coltherd JC et al. (2024): Healthy cats tolerate long-term daily feeding of Cannabidiol. Frontiers in Veterinary Science. PMID: 38327816.
• Taylor S et al. (2024): Investigating the effect a single dose of cannabidiol has on measures of stress in cats when being transported in a carrier and meeting a novel person in an unfamiliar environment. Frontiers in Veterinary Science. PMID: 39559539.
• Is cannabidiol (CBD) effective to ease separation anxiety? (2024). PMID: 38356586.
• Field safety and efficacy study with a cannabidiol/cannabidiol acid-rich hemp paste in cats with osteoarthritic pain (2025). PMID: 41094745.
• Cital SN et al. (2025): Cats and cannabinoids: past, present and future. Journal of Feline Medicine and Surgery. PMID: 40968477.
• Lindekamp N et al. (2024): Quantification of sixteen cannabinoids in hemp seed edible oils and the influence of thermal processing on cannabinoid contents and profiles. Food Additives & Contaminants Part A. PMID: 38588664.
• Johnson E et al. (2022): Cannabidiol (CBD) product contamination: Quantitative analysis of Δ9-tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) concentrations found in commercially available CBD products. Drug and Alcohol Dependence. PMID: 35690015.
