VPD bei Cannabis: Rechner & optimale Werte
VPD bei Cannabis: Rechner, Werte & Erklärung
Aktualisiert: August 2026 | Was bedeutet VPD bei Cannabis? Erfahre, wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Blatttemperatur zusammenhängen, welche VPD-Werte als Orientierung dienen und berechne deinen VPD direkt mit unserem Rechner.
Autor: Cannapot Grow Team | Lesezeit: ungefähr sechs Minuten

VPD Rechner für Cannabis
Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Blatttemperatur eingeben und den Blatt-VPD automatisch berechnen.
Das Wichtigste auf einen Blick
✓ VPD steht für Vapor Pressure Deficit und beschreibt den Unterschied zwischen dem möglichen und dem tatsächlich vorhandenen Wasserdampfdruck.
✓ Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit müssen gemeinsam betrachtet werden. Dieselbe Luftfeuchtigkeit kann bei unterschiedlichen Temperaturen einen deutlich anderen VPD ergeben.
✓ Für eine genauere Berechnung bei Cannabis ist neben der Lufttemperatur auch die Temperatur der Blattoberfläche relevant.
✓ Sehr niedrige oder sehr hohe VPD-Werte können die Transpiration beeinflussen. VPD ist jedoch nur ein Teil des gesamten Pflanzenklimas.
Wer beim Indoor-Anbau von Cannabis nur auf die relative Luftfeuchtigkeit schaut, übersieht einen wichtigen Zusammenhang: Wie stark die Luft Wasser aufnehmen kann, hängt wesentlich von ihrer Temperatur ab. Der VPD bei Cannabis verbindet deshalb Temperatur und Feuchtigkeit zu einer aussagekräftigeren Größe für die Beurteilung des Pflanzenklimas.
Besonders in einer Growbox können sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit durch Beleuchtung, Abluft, Bewässerung und die Transpiration der Pflanzen schnell verändern. Ein VPD-Rechner hilft dabei, beide Messwerte gemeinsam zu beurteilen, anstatt die Luftfeuchtigkeit isoliert zu betrachten.
Was ist VPD bei Cannabis?
VPD steht für Vapor Pressure Deficit und beschreibt vereinfacht den Unterschied zwischen dem Wasserdampfdruck einer gesättigten Oberfläche und dem tatsächlich vorhandenen Wasserdampfdruck der Umgebungsluft.
Der Wert wird üblicherweise in Kilopascal (kPa) angegeben. Je höher die Temperatur, desto größer ist grundsätzlich die mögliche Menge an Wasserdampf in der Luft. Deshalb kann eine relative Luftfeuchtigkeit von beispielsweise 60 % bei 20 °C ein anderes Verdunstungspotenzial erzeugen als dieselben 60 % bei 28 °C.
Für Pflanzen ist dieser Unterschied wichtig, weil zwischen der feuchten Blattoberfläche beziehungsweise dem Blattinneren und der Umgebungsluft ein Dampfdruckgradient besteht. Dieser Gradient gehört zu den treibenden Kräften der Transpiration.
Warum ist der VPD beim Cannabis-Anbau wichtig?
Der VPD beeinflusst, unter welchem atmosphärischen Verdunstungsdruck eine Cannabispflanze Wasser über ihre Blätter abgibt.
Über ihre Spaltöffnungen tauschen Pflanzen Kohlendioxid und Wasserdampf mit der Umgebung aus. Steigt der VPD, nimmt zunächst auch der physikalische Antrieb für die Transpiration zu. Bei stark trockener Luft können Pflanzen ihre Spaltöffnungen jedoch teilweise schließen, um übermäßigen Wasserverlust zu begrenzen.
Ein sehr niedriger VPD bedeutet dagegen, dass zwischen Blatt und Umgebung nur ein geringer Dampfdruckunterschied besteht. Dadurch kann die Transpiration begrenzt werden. Gleichzeitig geht ein sehr niedriger VPD häufig mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit einher, was besonders in dichten Pflanzenbeständen berücksichtigt werden sollte.
VPD ist deshalb ein nützlicher Klimawert, aber kein alleiniger Maßstab für gesundes Wachstum. Lichtintensität, Luftbewegung, Wurzeltemperatur, Wasserversorgung, Substrat, Nährstoffversorgung und Genetik beeinflussen die Pflanze ebenfalls.
Warum ist die Blatttemperatur für den VPD wichtig?
Für einen möglichst realistischen Blatt-VPD sollte die Temperatur der Blattoberfläche berücksichtigt werden, weil sie von der gemessenen Raumtemperatur abweichen kann.
Blätter können durch Transpiration kühler als die umgebende Luft sein. Beleuchtung und Wärmestrahlung können die Blattoberfläche dagegen zusätzlich erwärmen. Eine pauschale Annahme von beispielsweise ein oder zwei Grad Temperaturunterschied funktioniert deshalb nicht unter allen Bedingungen.
Die Blatttemperatur lässt sich mit einem geeigneten Infrarot-Thermometer kontrollieren. Sinnvoll sind mehrere Messungen an unterschiedlichen Blättern auf Höhe des Pflanzendachs. Der Durchschnitt liefert meist eine bessere Grundlage als eine einzelne Messung.
Welche VPD-Werte gelten bei Cannabis als Orientierung?
Für Cannabis werden je nach Entwicklungsphase unterschiedliche VPD-Bereiche als praktische Orientierung verwendet, es gibt jedoch keinen universellen wissenschaftlichen Idealwert für jede Sorte und jede Anbausituation.
| Pflanzenphase | VPD als Orientierung | Einordnung |
|---|---|---|
| Keimlinge / Stecklinge | ca. 0,4–0,8 kPa | Geringerer Verdunstungsdruck |
| Wachstumsphase | ca. 0,8–1,2 kPa | Moderater Bereich für etablierte Pflanzen |
| Blütephase | ca. 1,2–1,5 kPa | Höherer Verdunstungsdruck bei meist geringerer Luftfeuchtigkeit |
Diese Bereiche sind keine festen biologischen Grenzwerte. Unterschiedliche Genetiken, Lichtstärken, Bewässerungsstrategien und Messmethoden können zu abweichenden Bedingungen führen. Besonders wichtig ist deshalb, VPD-Werte zusammen mit dem tatsächlichen Zustand der Pflanzen zu beurteilen.
Wie wird der VPD berechnet?
Für die Berechnung werden Lufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit benötigt; für einen genaueren Blatt-VPD kommt zusätzlich die Blatttemperatur hinzu.
Zunächst wird aus der Temperatur der jeweilige Sättigungsdampfdruck bestimmt. Aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit lässt sich anschließend der tatsächliche Wasserdampfdruck der Raumluft berechnen. Beim Blatt-VPD wird dieser Wert vom Sättigungsdampfdruck der Blattoberfläche abgezogen.
Du musst die Formel nicht selbst ausrechnen. Mit unserem VPD Rechner für Cannabis am Anfang dieser Seite kannst du deine gemessenen Werte direkt berechnen und einordnen.
Was passiert bei einem zu niedrigen oder zu hohen VPD?
Sowohl ein dauerhaft sehr niedriger als auch ein sehr hoher VPD kann das Zusammenspiel zwischen Pflanze, Wasserhaushalt und Umgebung ungünstig beeinflussen.
Bei sehr niedrigem VPD ist die Luft häufig warm und sehr feucht oder kühl und feucht. Der Dampfdruckunterschied zwischen Blatt und Umgebung ist gering, wodurch auch der Antrieb für die Transpiration sinkt. Besonders in dichten Pflanzenbeständen sollte gleichzeitig darauf geachtet werden, dass sich keine dauerhaft feuchten und schlecht belüfteten Bereiche entwickeln, da solche Bedingungen Schimmel bei Cannabis begünstigen können.
Bei sehr hohem VPD besitzt die Umgebungsluft dagegen ein starkes Verdunstungspotenzial. Kann die Wasseraufnahme über die Wurzeln mit dem Wasserverlust nicht Schritt halten, können Pflanzen ihre Spaltöffnungen stärker regulieren und die Transpiration begrenzen.
Statt einen einzelnen VPD-Wert möglichst exakt zu erzwingen, ist daher ein stabiles Klima innerhalb eines sinnvollen Bereichs meist hilfreicher. Plötzliche Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen können den VPD innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern.
Wie misst man den VPD in der Growbox richtig?
Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollten möglichst auf Höhe des Pflanzendachs gemessen werden, während die Blatttemperatur direkt an mehreren repräsentativen Blättern kontrolliert wird.
Ein Sensor direkt unter einer starken Leuchte, unmittelbar vor einem Luftbefeuchter oder direkt im Luftstrom eines Ventilators kann Werte anzeigen, die das tatsächliche Klima des Pflanzenbestands nur schlecht repräsentieren. Auch die Pflanzen selbst sollten keinem dauerhaft starken Luftstrom ausgesetzt sein, da dieser Windbrand bei Cannabis begünstigen kann. Bei größeren Growboxen können mehrere Sensoren sinnvoll sein.
Auch die Messgenauigkeit sollte nicht überschätzt werden. Ein berechneter VPD von 1,16 kPa ist in der Praxis nicht automatisch besser als 1,20 kPa. Entscheidend sind zuverlässige Messgeräte, ein sinnvoller Messort und ein möglichst stabiles Klima.
Wer Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Blatttemperatur gemeinsam betrachtet, kann den VPD sinnvoll zur Beurteilung des Klimas in der Growbox nutzen. Entscheidend ist dabei weniger ein vermeintlich perfekter Einzelwert als ein stabiles Pflanzenklima, das zur jeweiligen Entwicklungsphase und zum tatsächlichen Zustand der Pflanzen passt.
Häufige Fragen zum VPD bei Cannabis
Was ist ein guter VPD für Cannabis?
Ein einzelner optimaler VPD-Wert gilt nicht für jede Cannabispflanze und jede Anbausituation. Als praktische Orientierung werden häufig etwa 0,4–0,8 kPa für Keimlinge und Stecklinge, 0,8–1,2 kPa für die Wachstumsphase und 1,2–1,5 kPa für die Blütephase verwendet. Diese Bereiche sollten nicht als feste biologische Grenzwerte verstanden werden.
Kann man den VPD nur mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit berechnen?
Ja, daraus lässt sich ein Luft-VPD berechnen. Für einen genaueren Blatt-VPD wird zusätzlich die Blatttemperatur berücksichtigt, da die Blattoberfläche wärmer oder kühler als die umgebende Luft sein kann.
Was bedeutet ein zu hoher VPD bei Cannabis?
Ein hoher VPD bedeutet, dass die Umgebungsluft ein starkes Verdunstungspotenzial besitzt. Kann die Wasserversorgung der Pflanze nicht mithalten, kann sie ihre Spaltöffnungen stärker regulieren und dadurch den Wasserverlust begrenzen.
Was bedeutet ein zu niedriger VPD bei Cannabis?
Ein niedriger VPD bedeutet einen geringen Dampfdruckunterschied zwischen Blatt und Umgebung. Die Transpiration kann dadurch geringer ausfallen. Sehr niedrige Werte treten häufig zusammen mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit auf, weshalb auch Luftbewegung und Feuchtigkeit im Pflanzenbestand beachtet werden sollten.
